BGH zum Fall Lilly Urteil im Osnabrücker Prostituiertenmord rechtskräftig

Von Sebastian Stricker


Osnabrück. Es bleibt dabei: Der Mörder der Osnabrücker Prostituierten Lilly muss für neun Jahre ins Gefängnis. Der Bundesgerichtshof hat einen Antrag der Staatsanwaltschaft Osnabrück auf Revision zurückgewiesen. Damit ist das Urteil des Landgerichts Osnabrück vom 22. Januar 2015 rechtskräftig.

Wie der Strafverteidiger des 23-jährigen Angeklagten, der Osnabrücker Rechtsanwalt Thomas Klein, am Freitag mitteilte, habe das oberste deutsche Gericht in Karlsruhe am Donnerstag in seinem Beisein die Sache abschließend verhandelt.

Vermindert schuldfähig

Die Staatsanwaltschaft hatte lebenslange Haft gefordert und laut Klein auch die Unterbringung des Verurteilten im Maßregelvollzug. Um ein neues Urteil zu erwirken, soll sie die Beweisführung des Landgerichts als „nicht sorgfältig“ bezeichnet haben. Der BGH habe den Revisionsantrag jedoch verworfen. Somit bleibt es bei einer Freiheitsstrafe von neun Jahren, die vor allem in der verminderten Schuldfähigkeit des geständigen Täters begründet ist.

Der 23-Jährige hatte die Prostituierte Lilly am Abend des 2. Juli 2014 nach Ansicht des Landgerichts heimtückisch erstochen und erstickt. Tatort war das Osnabrücker Bordell „Das Rote Haus“ in der Eisenbahnstraße. Keine 24 Stunden nach der Tat wurde der Mörder in seiner Wohnung in Damme gefasst.

Alleinerziehende Mutter aus Rumänien

Das 25-jährige Mordopfer stammte aus Rumänien. Recherchen unserer Redaktion im Rotlichtmilieu hatten ergeben, dass die junge Frau aus finanzieller Not nach Deutschland gekommen war. Mit dem Geld ihrer Freier wollte sie angeblich ihr Kind – einen Jungen im Kindergartenalter – sowie ihre kranke Mutter unterstützen. In diesem Sommer hätte sie beide nach Osnabrück holen wollen, hieß es. Auch über einen Ausstieg aus ihrem Beruf als Sexarbeiterin habe sie nachgedacht. (Weiterlesen: Kollegin über Mord-Opfer: Lilly war ein liebes Mädchen)