Gewerbegebiet Burenkamp Osnabrücker Unternehmen klagen über lahmes Internet

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Schnelleres Internet wünschen sich die Unternehmer im Osnabrücker Gewerbegebiet Burenkamp. Ein Ausbau der Breitbandinfrastruktur, etwa mit solchen Rohren für Glasfaserkabel, ist jedoch derzeit nicht vorgesehen. Symbolfoto: dpaSchnelleres Internet wünschen sich die Unternehmer im Osnabrücker Gewerbegebiet Burenkamp. Ein Ausbau der Breitbandinfrastruktur, etwa mit solchen Rohren für Glasfaserkabel, ist jedoch derzeit nicht vorgesehen. Symbolfoto: dpa

Osnabrück. Die Unternehmer im Gewerbegebiet Burenkamp klagen über eine unzureichende Breitband-Verbindung. Ein Ausbau der Internetleitungen und das Legen von übertragungsstarken Glasfaserkabeln müsse sich als wirtschaftlich erweisen, betonen die beiden großen Anbieter Telekom und Osnatel. Dies scheint derzeit jedoch nicht der Fall zu sein.

Maximal 16000 Kilobit pro Sekunde Downstream, also die Geschwindigkeit, mit der Daten aus dem Internet heruntergeladen werden, stehen Burkhard Quermann und seinem Unternehmen, der Allgemeinen Debitoren- und Inkassodienst GmbH, zur Verfügung. „Vom Upstream reden wir erst gar nicht“, sagt der Unternehmer. Nach heutigen Maßstäben sei eine solch vergleichsweise geringe Datenverbindung nicht mehr tragbar, insbesondere für geschäftliche Zwecke. Eine Glasfaserverbindung könnte Abhilfe schaffen. Sie ermöglicht Datengeschwindigkeiten, die um ein vielfaches höher liegen als herkömmliche DSL-Leitungen. Ein solches Kabel wurde im Gewerbegebiet Burenkamp jedoch nicht verbaut.

Unternehmen müssten selber zahlen

„Bestimmte Dienste können wir unseren Kunden einfach nicht bieten“, klagt Quermann. So etwa ein „Cloud Service“, also das Bereitstellen eines externen Datenspeichers in einem Netzwerk für das angegliederte Call Center – oder auch ein externes Rechenzentrum für das Sichern der eigenen Daten. Quermann: „Die Übertragung der Daten würde Tage dauern.“ Eine Glasfaserverbindung könnte theoretisch zwar gelegt werden, den Anschluss müsse das Unternehmen jedoch selber zahlen, und „das dürfte ein paar tausend Euro kosten“, so Quermann. Er geht von einer Bevorzugung von Privathaushalten gegenüber gewerblichen Betrieben beim Ausbau der Breitband-Verbindungen aus, und das stößt bei ihm auf Unverständnis.

Befragung der Wirtschaftsförderung Osnabrück

Die Wirtschaftsförderung Osnabrück (WFO) hält regelmäßig Gebietsversammlungen ab, um die dortigen Bedürfnisse und Wünsche zu erfragen und zu gucken, „wo der Schuh genau drückt“, erklärt WFO-Prokurist Ralf Kreye. Auch an sie sei das Klagen der Unternehmer am Burenkamp bereits herangetragen worden, woraufhin die WFO 17 der ansässigen Unternehmen zu ihren Internetanschlüssen befragt habe. Die in Schulnoten gemessene Zufriedenheit hält sich demnach in Grenzen: Drei der vier Telekom-Kunden bewerten ihren Anbieter mit „befriedigend“, einer mit „mangelhaft“. Die zehn Osnatel-Kunden urteilen fünf Mal mit „befriedigend“, ein Mal mit „ausreichend“, drei Mal mit „mangelhaft“ und sogar ein Mal mit „ungenügend“. Die Ergebnisse wurden den zwei Betreibern vorgelegt.

Investitionen müssen wirtschaftlich sein

Häufige Ausfälle seien nicht bekannt, ein Ausbau der Breitbandinfrastruktur sei derzeit nicht geplant und über einen geplanten Ausbau anderer Anbieter könne keine Auskunft gegeben werden. Individuelle Lösungen könnten im Einzelfall aber erarbeitet werden. So fasst Kreye die Stellungnahme der EWE TEL GmbH, der Muttergesellschaft von Osnatel, zusammen. Eine Stellungnahme der Telekom stehe aktuell noch aus.

Auch auf Nachfrage unserer Redaktion betont die EWE TEL GmbH, dass Investitionen in den Infrastrukturausbau für das Unternehmen wirtschaftlich sein müssten. Deshalb sei im Gewerbegebiet Burenkamp derzeit kein Ausbau geplant. Faktoren für die Wirtschaftlichkeit seien unter anderem bereits vorhandene Glasfasernetze und die Entfernung zu diesen, aber auch die Anzahl der Kunden im betroffenen Gebiet, sagt Mareike Remus, Pressesprecherin der EWE TEL GmbH.

Interessensgemeinschaften bilden

Die Telekom verweist auf Nachfrage derweil auf die gegenüber Privatkunden oftmals sehr speziellen Anforderungen von Unternehmen an ihre Anschlüsse, darunter eine höhere Bandbreite, feste IP-Adressen, Standleitungen und besonderen Service und Wartung. Und auch für die Telekom gilt der Grundsatz: Ein Ausbau muss wirtschaftlich sein. Ist dies nicht der Fall, müssen Deckungslücken von den Unternehmen mitgetragen werden. Dabei könnten sich Unternehmen und Gewerbetreibende jedoch auch zu Interessensgemeinschaften zusammenschließen, betont die Telekom.


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