„Mokik unterwegs“ in Osnabrück Open-Air-Kinoreihe mit „Grand Budapest Hotel“ gestartet

Von Uta Biestmann-Kotte


Osnabrück. Die Open-Air-Kinoreihe „Mokik unterwegs“ ist mit dem Film „Grand Budapest Hotel“ gestartet. Kinofans versammelten sich auf der Terrasse an der Vitischanze.

Schönes Wetter, guter Film - dieser Abend bietet beste Voraussetzungen für einen gelungenen Kino-Abend unter freiem Himmel. Birgit Müller und Holger Tepe sitzen an der Kasse, an der sich durstige Filmfans auch mit Getränken eindecken können.

Bereits um 20.30 Uhr sind die Holzbänke vor der Leinwand gefüllt, die Veranstaltung bald ausverkauft. Eilig werden Extrastühle bereit gestellt, einige Kinofans haben es sich auf der kleinen Mauer beim Eingang bequem gemacht. Wo sonst Studierende der Hochschule Osnabrück das Bild bestimmen, dreht sich am Donnerstagabend alles ums „Grand Budapest Hotel“. Zum Auftakt der diesjährigen Open-Air-Reihe „Mokik unterwegs“ haben die Organisatoren von „Mobile Kino Kultur“ (Mokik), Fokus e.V. und Film- und Bildungsinitiative (FBI e.V.) die Terrasse der Vitischanze in ein Freiluftkino mit Volksfestcharme verwandelt. Um 21.30 Uhr soll hier der mit vier Oscars ausgezeichnete Film „Grand Budapest Hotel“ aus dem Jahr 2014 über die Leinwand flimmern.

Skurrile Handlung

Martin Junker (FBI e.V.) und Thomas Michel (Fokus e.V.) sorgen für die letzten technisch-organisatorischen Finessen. Eine leichte Brise lässt das trockene Laub der Linden- und Kastanienbäume rascheln. Allmählich verdunkelt sich der Himmel, sodass leicht verzögert gegen 21.45 Uhr der Projektor den Film auf die Leinwand wirft. Nach und nach verstummt das Stimmengewirr, konzentriert sich die Aufmerksamkeit auf den 100-Minuten-Streifen, in dem Regisseur Wes Anderson die versunkene Welt eines Luxushotels in der fiktiven Karpartenrepublik Zubrowka aufleben lässt. Eine skurrile Handlung zwischen Schneetreiben, mondänem Luxus und aufkommendem Faschismus anno 1932 rund um den vornehmen Hotelconcierge Monseur Gustave (Ralph Fiennes) und den jungen Pagen Zéro Moustafa (Tony Revolori - das ist der Stoff, aus dem Sommernachtskinoträume sind. Das zerknitterte Gesicht Tilda Swintons in der Rolle der 84-jährigen Madame D. reizt ebenso zum Lachen wie Monsieur Gustaves slapstickhafte Fluchtaktion aus dem Knast.

Nach dem Abspann Stille, dann Applaus. Die Wirkung des Films mit verwirrend großem Staraufgebot ist noch am Fuße der Vitischanze spürbar, wo zwei Filmfans darüber debattieren, ob in einer Szene womöglich Tom Hanks einen Auftritt hatte.

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