Neues Besteck im Ameos-Klinikum Selbstständig essen ohne Hilfe von anderen

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Osnabrück. Auf den ersten Blick wirkt es ungewöhnlich und zugleich formschön. Auf den ersten Griff liegt es gut in der Hand. „Das Besteck benötigt keine Erklärungen“, sagte Björn Siegel, Pflegedienstleiter im Ameos-Klinikum. Das weltweit neuartige Essbesteck für Menschen mit Bewegungseinschränkungen wird in Osnabrück eingesetzt.

Das Ameos-Klinikum hat zudem daran mitgewirkt, dass aus einer Idee der Designerin Isabel Heubl Wirklichkeit wurde. Die junge Designerin mit einer Vorliebe für klassische Formensprache und einfache Bedienbarkeit wollte ein Besteck entwerfen, das Menschen mit Einschränkungen erlaubt, weiterhin ihre Nahrung eigenständig zu sich zu nehmen.

Auf einer Altenpflegemesse nahm sie Kontakt zur Alteneinrichtungen auf, um Prototypen ihres Bestecks von den künftigen Nutzern selbst testen zu lassen. Da das Besteck auch in der Gerontopsychiatrie gute Dienste leisten könnte, kam das Osnabrücker Ameos-Klinikum ins Spiel. Mit ihren Partnern studierte Heubl unterschiedliche Krankheitsbilder und ihre Auswirkungen bei der Nahrungsaufnahme.

In Osnabrück setzte Siegel aus verschiedenen Stationsleitern eine Expertenrunde zusammen, die mit Patienten Heubls Ideen auf ihre Funktionalität testeten. „Die ersten Rohentwürfen waren aus Knete“, berichtet Siegel. Schließlich erwies sich der kugelförmige Griff als besonders geeignet, weil sich diese Form den Haltespositionen der Nutzer anpasst. „Die Patienten sind sofort wie selbstverständlich damit umgegangen“, sagt Siegel.

Mit „Integrale“ können Patienten, die vorher auf Hilfe beim Essen angewiesen waren, wieder vermehrt selbstständig ihre Mahlzeiten einnehmen. Das stärkt zum einen die Psyche der Patienten, zum anderen entlastet es das Personal. Für Siegel hat das Besteck noch einen weiteren Wert: Die elegante Optik unterscheide sich von vielen Hilfsmitteln für Menschen mit Behinderung, die optisch oft wenig ansprechend seien. Damit unterstützte „Integrale“ die Inklusion, weil es keinen ausgrenzenden Sonderstatus habe.

Das Besteck wird aus drei Stücken Edelstahl hergestellt und sieht dennoch aus wie aus einem Guss. Dafür wurde es unter anderem mit dem „reddot award 2015“ ausgezeichnet.


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