Im Norden wird mehr geklaut Fahrraddiebstähle: Münster vorne, Osnabrück im Mittelfeld

Von Frank Wiebrock

Und ab: Münster ist nicht nur Hochburg der Radfahrer, sondern auch der Fahrraddiebe. Osnabrück liegt im unauffälligen Mittelfeld. Foto: Jörn MartensUnd ab: Münster ist nicht nur Hochburg der Radfahrer, sondern auch der Fahrraddiebe. Osnabrück liegt im unauffälligen Mittelfeld. Foto: Jörn Martens

Münster/Osnabrück. Radler, wenn du nach Münster kommst, dann pass gut auf dein Fahrrad auf. Die Westfalenmetropole ist eine der Hochburgen in Sachen Fahrraddiebstahl. Und verweist das benachbarte Osnabrück in dieser Rubrik klar auf die Plätze. Was die Zahl der Fahrraddiebstähle angeht, liegt die Hasestadt im Städtevergleich im statistisch unauffälligen Mittelfeld.

In Berlin verschwinden über 30.000 Fahrräder pro Jahr

Wie bei jeder Statistik ist das Ergebnis auch es eine Frage des Herangehens: Die absolut meisten Fahrräder werden in Berlin gestohlen oder unbefugt in Gebrauch genommen: 30.758 Fälle weist die Statistik des Bundeskriminalamtes für die Hauptstadt im vergangenen Jahr aus. Da gerät auch die Fahrradmetropole Münster mit gerade mal 4523 Fällen in 2014 ins statistische Hintertreffen. Und belegt damit nur die alte Erkenntnis: Dort, wo viele Menschen sind, wird meist auch mehr gestohlen.

In Bielefeld sind Fahrräder sicherer

Aussagekräftiger ist das schon der Vergleich von Fällen vor 100.000 Einwohnern. Und da muss sich Münster dann mit 1509 Fällen auf 100.000 Einwohnern im Bundesvergleich nur noch Magdeburg beugen, wo beachtliche 1638 Fahrräder pro 100.000 Einwohner geklaut werden. Osnabrück reiht sich mit 958 Fällen im Mittelfeld ein. In Bielefeld wurden 2014 sogar nur 310 Fahrräder pro 100.000 Einwohner gestohlen.

Hohe Aufklärungsquote in Magdeburg

Fahrrad-Diebstahl ist das eine. Aber wie stehen die Chancen, dass der Diebstahl aufgeklärt wird? In Magdeburg werden statistisch nicht nur besonders viele Räder gestohlen, mit einer Aufklärungsquote von 20,3 Prozent werden auch überdurchschnittlich viele Taten aufgeklärt. In Münster liegt die Quote bei 6,9 Prozent, in Osnabrück immerhin bei 8,7.

Münster ist eine Hochburg für Fahrraddiebe

Durchschnittlich jedem zwölften Deutschen wird innerhalb von zehn Jahren ein Fahrrad geklaut. Das ist das Ergebnis der Auswertung der Schadens-Statistik der Genrali-Versicherung. Auch aus diesem Blickwinkel ist Münster nicht nur Hochburg der Radfahrer, sondern auch der Fahrraddiebe. In der westfälischen Stadt melden laut Schadensbilanz doppelt so viele Bürger wie im Großstadtdurchschnitt einen Fahrraddiebstahl.

Im Norden wird mehr geklaut

Und: Fahrräder sind in den nördlichen Bundesländern stärker gefährdet als im Süden. Am häufigsten trifft es Versicherte in Brandenburg (11,8 Prozent), Bremen (11,1 Prozent) und Berlin (10,3 Prozent). Die Saarländer können ihre Räder dagegen in Sicherheit wiegen: Hier meldet nur jeder 200. Versicherte einen Fahrraddiebstahl im Rahmen der Wohngebäude- und Hausrat-Versicherung.

Stuttgarter fahren die teuersten Räder

Zwar wird im Süden weniger gestohlen, dafür sind die entwendeten Fahrräder aber mehr wert: In Stuttgart (618 Euro), Nürnberg (549 Euro) und München (541 Euro) liegt der Wert eines gestohlenen Drahtesels deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt (438 Euro). Unter den verglichenen Städten melden Versicherte in Duisburg Fahrräder mit dem niedrigsten Wert als gestohlen (384 Euro). Im Bundesländervergleich erbeuten Diebe die teuersten Bikes in Bayern (547 Euro) und im Saarland (540 Euro). Zwar müssen Brandenburger besonders um die Sicherheit ihres Drahtesels fürchten, allerdings weisen die gestohlenen Fahrräder hier mit durchschnittlich 355 Euro den niedrigsten Wert auf.