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Dritter Alarm in zwei Jahren Chlor-Alarm im Osnabrücker Nettebad: Badbetrieb geht weiter

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Am heutigen Mittwochmorgen ist gegen 9 Uhr morgens Chlorgasalarm im Osnabrücker Nettebad ausgelöst worden. Foto: Stadtwerke OsnabrückAm heutigen Mittwochmorgen ist gegen 9 Uhr morgens Chlorgasalarm im Osnabrücker Nettebad ausgelöst worden. Foto: Stadtwerke Osnabrück

pm/ann Osnabrück . Am heutigen Mittwochmorgen ist gegen 9 Uhr morgens Chlorgasalarm im Osnabrücker Nettebad ausgelöst worden. Die Stadtwerke hatten den Freibadbereich mit rund zwanzig Schwimmgästen umgehend geräumt. Ursache für den Alarm war offenbar ein defektes Ventil an einer Chlorgasflasche. Bereits im Juni vergangenen Jahres wurde im Nettebad der Chlor-Alarm ausgelöst - schuld war damals ebenfalls ein defektes Ventil.

Nur wenige Minuten nach dem Auslösen des Alarms war die Feuerwehr Osnabrück vor Ort, konnte aber schnell Entwarnung geben. Im Chlorgasraum des Bades war aufgrund des defekten Ventils lediglich eine geringe und gesundheitlich völlig unbedenkliche Chlorgasmenge ausgetreten. Der Freibadbereich konnte daraufhin wieder für den Betrieb freigegeben werden.

„Ein solcher Vorfall ist weder für uns als Betreiber noch für unsere Gäste erfreulich“, betont Stadtwerke-Bäderchef Wolfgang Hermle. „Allerdings zeigt dieser Vorfall auch, dass unser aufgerüstetes Alarmmeldesystem einwandfrei funktioniert.“

Evakuierung des Freibadbereichs

Nachdem der Alarm ausgelöst wurde, informiert die Badleitung und das Personal die Gäste über Ausrufe und persönliche Ansprache. „Die Badegäste wurden aus dem Freibadbereich in die Halle geführt“, erklärt Marco Hörmeyer von den Stadtwerken Osnabrück. Das sei in diesem Fall mit etwa 20 Badegästen unproblematisch gewesen. „Das Personal schaut anschließend nochmal genau nach und durchsucht das Nettebad, ob sich noch irgendwo Gäste aufhalten.“ Dieser Ablauf werde regelmäßig bei Notfallübungen geprobt.

Alarmmeldeanlage aufgerüstet

Im Juni des vergangenen Jahres war es bereits zu zwei ähnlichen Vorfällen gekommen. Damals hatte es zunächst einen Fehlalarm gegeben, zwei Wochen später lösten ebenfalls defekte Ventile an zwei Gasflaschen den Alarm aus. Die Stadtwerke hatten daraufhin die Alarmmeldeanlage mit einer sogenannten Zweimelderabhängigkeit aufgerüstet. „Das bedeutet, dass ein richtiger Gasaustritt erst durch das Anspringen zweier Melder angezeigt wird“, so Hermle weiter. „Wir können dadurch Fehlalarmen noch besser vorbeugen und zugleich Gasaustritte auch in kleinster Menge noch besser identifizieren.“

Gasflaschen derselben Lieferfirma

Die Gasflaschen, die am Mittwochmorgen und auch in der Vergangenheit für den Alarm sorgten, stammen nach Angaben der Stadtwerke von derselben Lieferfirma. „Wir werden den Hergang des Gasaustritts zusammen mit der Lieferfirma genau analysieren“, erklärt Marco Hörmeyer. Denn: „Momentan wissen wir nur, dass es einen Defekt gab. Wir wollen uns ein genaues Bild machen.“

Werden die Stadtwerke den Lieferanten der Gasflaschen wechseln? Dazu kann Marco Hörmeyer nichts sagen. Nur so viel: „Die Häufung der Gasaustritte ist nicht normal. Wir müssen gucken ,was das für uns heißt.“ Dass Gasflaschen defekt sind, könne natürlich immer mal passieren. Bei der Chloranlage gebe es zwei Ventile, erklärt es Hörmeyer: Eins an der Flasche, eins an der Anlage. „Beim Alarm in Juni vergangenen Jahres war nicht das Ventil an der Flasche defekt, sondern das Gegenstück direkt an der Anlage.“

„Bei zwei Vorfällen mit defekten Ventilen in zwei Jahren möchten wir genau wissen, was der Grund des Defektes ist“, betont auch der Stadtwerke-Bäderchef Hermle. „Unabhängig davon machen sowohl der aktuelle Vorfall als auch die Vorfälle des vergangenen Jahres deutlich, dass unsere regelmäßig erprobten Notfallsysteme zur Sicherheit unserer Gäste und auch Mitarbeiter sehr gut funktionieren.“


Chlor wirkt als Gas vorwiegend auf die Atemwege. Bei der Inhalation reagiert es mit der Feuchtigkeit der Schleimhäute und bildet unter anderem Salzsäure. Dadurch kommt es zu einer starken Reizung der Schleimhäute, bei längerer Einwirkung auch zu Bluthusten und Atemnot sowie Erstickungserscheinungen. Bei höheren Konzentrationen kommt es zur Bildung von Lungenödemen und starken Lungenschäden. Ein Gehalt von 0,5 bis 1 Prozent Chlor in der Atemluft wirkt tödlich durch Atemstillstand. Im Ersten Weltkrieg wurde Chlor als Giftgas eingesetzt. Chlor reagiert rasch mit anderen Stoffen und kommt in der Natur selten in Reinform vor. In Verbindung mit Wasser wirkt Chlor desinfizierend und bleichend. Im Schwimmbadwasser dient es dazu, Bakterien abzutöten.

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