Projekt der Organisation „Hasene“ Osnabrücker verteilt Lebensmittelpakete in Gambia


tbu Osnabrück. „Der beste Mensch ist derjenige, der anderen Menschen nützlich ist.“ Nach diesen Worten des Propheten Mohammed versucht die islamische Hilfsorganisation Hasene, bedürftigen Menschen weltweit zu helfen und Spender zu suchen. Der Osnabrücker Zekeriya Soydemir war nun eine Woche in Gambia.

„Ohne Wirtschaftlichkeit können wir nicht, ohne Menschlichkeit ertragen wir es nicht“, zitiert Zekeriya Soydemir seinen Großvater. Der 32-jährige Postbote ist Repräsentant und Ansprechpartner der internationalen Hilfsorganisation Hasene für Osnabrück. Gegründet wurde der Verein mit Sitz in Kerpen 2010 von der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüş (IGMG), zu der europaweit 514 Moscheegemeinden gehören. Die Gemeinde der Merkez Moschee in Osnabrück, in der sich Soydemir ehrenamtlich engagiert, ist eine davon. Sie ist angegliedert im Regionalverband Nord-Ruhr, der unter anderem auch die islamischen Gemeinden in Melle, Lengerich und Neuenkirchen umfasst.

Kampagnen in aller Welt

Hasene ist in etwa 80 Ländern in Afrika, Asien, Südamerika und Europa aktiv. Neben ständig laufenden Projekten wie dem Waisenprojekt, bei dem die Organisation durch Spenden Waisenkindern jeden Monat jeweils 35 Euro zur Verfügung stellt, dem Wasserbrunnenprojekt und der Hilfe bei Katastrophen in Europa gibt es zwei große Kampagnen, die einmal im Jahr stattfinden.

Während der Opferfestkampagne anlässlich des islamischen Kurbanfestes spendet ein Muslim 100 Euro dafür, dass entweder ein Schaf oder eine Kuh an bedürftige Familien in Afrika übergeben werden kann. Mittlerweile finden sich etwa 100000 Spender. „In Afrika essen die Menschen vielleicht ein Mal im Jahr Fleisch. Deswegen teilen wir“, sagt Soydemir.

Darüber hinaus gibt es die Lebensmittelkampagne, die im Monat des Ramadan stattfindet. Insbesondere zu der Zeit steige das Bewusstsein für die Notwendigkeit gegenseitiger Hilfe und das Bewusstsein, mit anderen zu teilen, schreibt der Verein auf seiner Internetseite . Hesene verteilt durch Privatmänner finanzierte Lebensmittelpakete an bedürftige Familien. 2015 waren das weltweit 65000, womit über 100000 Menschen erreicht werden konnten.

Reise nach Gambia

Im Rahmen dieser Aktion reiste Soydemir als ehrenamtlicher Helfer vom 5. Juli bis zum 12. Juli zusammen mit Ismail Kahraman aus Achim bei Bremen ins afrikanische Land Gambia, um Familien in 27 Dörfern der Provinz Brikama, die zusammen mit dem Ministerium für Soziales ausgewählt wurden, eine Freude zu machen. Die Grundnahrungsmittel variieren von Land zu Land. Nach Absprache mit der afrikanischen Partnerorganisation wurde entschieden, wovon vor Ort am meisten fehlt. Aus diesem Grund beinhalteten die Pakete für Gambia Reis, Nudeln, Tomatenmark, Öl, Mehl und Marmelade. Zusätzlich erhielt jede Familie weitere 12 Kilogramm Mehl.

Soydemir und Kahraman liefen von Haus zu Haus und verteilten die Hilfspakete. „Man kann nicht beschreiben, wie glücklich die Menschen waren. Das motiviert mich, an neuen Aktionen teilzunehmen“, sagt Soydemir.

Die beiden Männer kehrten ohne Gepäck wieder nach Deutschland zurück, lediglich ihre Pässe, Portemonnaies und Handys nahmen sie wieder mit. „Alles was wir mitnehmen, bleibt da und wird verschenkt“, bemerkt der Osnabrücker. Eine Frau mit sieben Kindern habe ihn gefragt, ob sie seinen Koffer haben könne. Auf Nachfrage des Familienvaters erklärte sie, sie wolle aus dem Koffer ein Babybett für ihr jüngstes Kind bauen. Daraufhin schenkte ihr Soydemir gleich zwei.

Motivation ist die Religion

„Wir machen das für unsere Religion“, antwortet Soydemir auf die Frage, wie es zur Gründung von Hasene kam. Islam bedeute Frieden. Es werde nicht nur Muslimen geholfen, sondern allen bedürftigen und notleidenden Menschen in Deutschland und auf der Welt. „Für uns steht der Mensch im Mittelpunkt und nicht seine Religion.“

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