60 000 Euro für Alzheimerforschung Piepenbrock-DZNE-Preis geht an John Hardy

Der britische Alzheimerforscher John Hardy erhält den „Hartwig Piepenbrock-DZNE Preis“ 2015. Der Preis ist mit 60 000 Euro dotiert. Foto: DZNE/PiepenbrockDer britische Alzheimerforscher John Hardy erhält den „Hartwig Piepenbrock-DZNE Preis“ 2015. Der Preis ist mit 60 000 Euro dotiert. Foto: DZNE/Piepenbrock

Osnabrück/Bonn/London . John Hardy erhält in diesem Jahr den mit 60 000 Euro dotierten „Hartwig Piepenbrock-DZNE Preis“. Die Firma Piepenbrock und das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) würdigen damit die herausragenden Verdienste des britischen Wissenschaftlers um die Erforschung der Alzheimer’schen Erkrankung.

Der Professor für Neurowissenschaften am University College London gewann bahnbrechende Erkenntnisse über die molekularen Ursachen, die auf mögliche Ansatzpunkte für die Therapie hinweisen.

„Alzheimer ist eine Herausforderung für Wissenschaft und Gesellschaft“

Arnulf und Olaf Piepenbrock, geschäftsführende Gesellschafter der Piepenbrock Unternehmensgruppe, sehen in der Erkrankung nicht nur eine Herausforderung für die Wissenschaft, sondern auch für die Gesellschaft. „In Deutschland sind rund 1,5 Millionen Menschen an Demenz erkrankt. Viele davon sind von Alzheimer betroffen. Wir benötigen dringend neue Ansätze, um den Patienten und ihren Angehörigen zu helfen“, erläutert Olaf Piepenbrock das Motiv zur Stiftung des Preisgeldes. „Das geht insbesondere über Forschung, die eine Grundlage für mögliche Therapien schafft. Hervorragende Leistungen auf diesem Gebiet wollen wir mit der Auszeichnung würdigen.“

Seit mehr 25 Jahren in der Alzheimerforschung

„John Hardy ist ein Pionier“, so Prof. Pierluigi Nicotera, Vorstandsvorsitzender des DZNE. „Ihm verdanken wir bahnbrechende Erkenntnisse über die genetischen Ursachen und die Rolle bestimmter Proteine bei der Entstehung von Alzheimer. Seine Entdeckungen sind Grundlage für neuartige Behandlungsansätze und mögliche Medikamententwicklungen.“ Hardy engagiert sich seit mehr als 25 Jahren in der Erforschung von Alzheimer und prägt dieses Gebiet bis heute. Er zählt zu den Alzheimer-Forschern, die von Fachjournalen weltweit am häufigsten zitiert werden.

Gestiftet von der Piepenbrock Unternehmensgruppe

Der „Hartwig Piepenbrock-DZNE-Preis“ zeichnet alle zwei Jahre herausragende Verdienste um die Erforschung neurodegenerativer Erkrankungen aus. Merkmale dieser Erkrankungen, zu denen auch Alzheimer gehört, sind neuronale Funktionsstörungen und das Absterben von Nervenzellen. Die Auszeichnung wird von der Piepenbrock Unternehmensgruppe gestiftet . Die Auswahl der Preisträger erfolgt durch ein internationales Komitee unter der Koordination des DZNE.

Der Preis wird in diesem Jahr zum dritten Mal verliehen. 2013 ging er gemeinsam an den Schweizer Adriano Aguzzi und den US-Amerikaner Charles Weissmann, 2011 wurde der Heidelberger Molekularbiologe Konrad Beyreuther ausgezeichnet.


Der Hartwig Piepenbrock-DZNE-Preis wird im Andenken an den ehemaligen Geschäftsführenden Gesellschafter der gleichnamigen Unternehmensgruppe vergeben. Hartwig Piepenbrock selbst verstarb am 3. Juli 2013 an den Folgen einer Demenzerkrankung. Er hatte sich über viele Jahre für Kunst, Wissenschaft und Gesellschaft engagiert. Die Piepenbrock Unternehmensgruppe ist ein seit 1913 inhabergeführtes Familienunternehmen. Piepenbrock entlastet seine Kunden durch ein breites Dienstleistungsspektrum, beispielsweise in den Geschäftsbereichen Facility Management, Gebäudereinigung, Sicherheit und Instandhaltung.

Der Preisträger 2015, John Hardy (Jahrgang 1954), ist Professor für Neurowissenschaften am University College London (UCL) und Fellow der Royal Society. Sein Fachgebiet ist die Molekulargenetik. Hardy zählt zu den weltweit führenden Fachleuten für die genetischen Ursachen von Alzheimer, Parkinson und anderen Erkrankungen des Nervensystems. Seit rund zwei Jahrzehnten gibt der britische Wissenschaftler diesem Forschungsgebiet immer wieder wichtige Impulse. Besonders herausragend ist eine Entdeckung, die Hardy zu Beginn der 1990er-Jahre machte: Als Erster fand er einen Gendefekt, der die Alzheimer-Erkrankung auslösen kann. Mittlerweile sind mehrere solcher Defekte bekannt.