Sponsoren gesucht Zwei Osnabrücker radeln für Flüchtlingskinder zum Nordkap

Von Hendrik Steinkuhl


Osnabrück. Am 7. August beginnen Nils Bullerdiek und Timo Konczalla einen Sommerurlaub, den die meisten anderen Menschen kaum so nennen würden: Die zwei Studenten und früheren Schüler am Osnabrücker Ratsgymnasium fahren mit dem Fahrrad zum Nordkap. Tagespensum: 125 Kilometer. Mit ihrer „Tour de North“ wollen sie Flüchtlingskinder in Osnabrück und Hesepe unterstützen.

3000 Kilometer in vier Wochen, und auf dem letzten Teil der Strecke dürfte es öfter mal regnerisch und sehr kalt werden – wie bereitet man sich darauf vor? „Ich denke, das ist alles Kopfsache“, sagt Nils Bullerdiek. „Wir haben dafür nicht extra trainiert, aber mit unserem jetzigen Fitness-Level sollten wir das schaffen.“

Schon viel von der Welt gesehen

Die beiden 25-jährigen Studenten, die 2009 am Ratsgymnasium ihr Abitur gemacht haben, halten wenig von All-Inclusive-Urlauben. 2010 sind sie bereits gemeinsam durch die USA gereist, und auch unabhängig voneinander haben sie schon viel von der Welt gesehen: Nils Bullerdiek absolvierte seinen Zivildienst in einem Haus für geistig und körperlich behinderte Menschen in Toronto/Kanada, studierte mehrere Monate in Santiago de Chile und verbrachte noch ein weiteres halbes Jahr in den USA. Normalerweise lebt der gebürtige Bissendorfer in Bremen, dort studiert er Luftfahrtsystemtechnik und -management. Timo Konczalla hat in Göttingen Wirtschaftsingenieurwesen studiert und macht derzeit in Hamburg seinen Master in Produktionstechnik. Auch er hat einige Zeit in den USA gelebt und im Jahr 2013 außerdem eine Weltreise unternommen.

3000 Kilometer in vier Wochen

„Vor zwei Jahren haben wir beschlossen, wieder zusammen eine Reise zu machen“, sagt Nils Bullerdiek. „Da wir beide noch nicht in Skandinavien waren, sollte es dorthin gehen.“ Weil die beiden unbedingt „etwas mit Outdoor“ machen wollten, entschieden sie sich für eine Fahrradtour. Und zwar zum Nordkap, über eine Strecke von knapp 3000 Kilometern.

Weil sie außerdem das Bedürfnis hatten, ihre Marathon-Tour mit einem wohltätigen Zweck zu verbinden, fahren Bullerdiek und Konczalla nun offiziell für „Freizeit für Flüchtlingskinder“ , ein eigenständiges Projekt innerhalb des Vereins „Exil e.V. - Osnabrücker Zentrum für Flüchtlinge“.

Die Mitglieder des Projektes, viele von ihnen sind wie Bullerdiek und Konczalla Studenten, engagieren sich dafür, den Flüchtlingskindern regelmäßige Freizeitangebote zu bieten. Sie sollen für ein paar Stunden dem oft tristen und bedrückenden Lageralltag entkommen.

Spenden für „Freizeit für Flüchtlingskinder“

„Wir finden, dass jedes Kind eine unbeschwerte Kindheit verdient“, sagen Nils Bullerdiek und Timo Konczalla. „Die Mitglieder von ‚FreiZeit für Flüchtlingskinder‘ leisten in unseren Augen mit einfachsten Mitteln einen bewunderns- und im höchsten Maße unterstützenswerten Beitrag, Kindern eben dazu zu verhelfen. Deshalb möchten wir mit unserer Aktion und den uns zur Verfügung stehenden Mitteln probieren, ebenfalls etwas zum weiteren Erfolg dieses Projekts beizutragen.“

Die beiden Studenten haben nun das Ziel, mit ihrer Reise zum Nordkap pro Kilometer einen Euro zu sammeln – also mindestens 3000 Euro. „Von dem gespendeten Geld bekommen wir nichts, die Summe fließt komplett an die Freizeit für Flüchtlingskinder“, betonen die beiden.

Frostsichere Schlafsäcke gesucht

Freuen würden sich die beiden Studenten allerdings über Sachspenden für ihre Tour. „Wir sind gerade zum Beispiel noch auf der Suche nach einem Osnabrücker Outdoor-Ausstatter, der uns mit zwei verlässlichen Schlafsäcken für die frostigen Nächte unterstützt“, sagt Nils Bullerdiek.

Mit frostigen Nächten rechnen die beiden erst auf dem letzten Viertel der Strecke, nördlich des Polarkreises werden sie dann aber vermutlich das eine oder andere Mal bei Temperaturen um den Gefrierpunkt zelten müssen.

Nach der vierwöchigen Reise und der Ankunft am Nordkap geht es dann wieder zurück nach Osnabrück. Wie genau, das haben Nils Bullerdiek und Timo Konczalla noch nicht beschlossen. „Aber ganz sicher nicht mit dem Fahrrad!“