Pilotprojekt in der Region Osnabrücker Betriebe übernehmen kroatische Praktikanten

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Die kroatischen Auszubildenden mit Vertretern der Betriebe und der Handwerkskammer. Foto: HandwerkskammerDie kroatischen Auszubildenden mit Vertretern der Betriebe und der Handwerkskammer. Foto: Handwerkskammer

Osnabrück. 16 junge Männer aus Vukovar sind nach ihren Praktika von Handwerksbetrieben der Region Osnabrück als Auszubildende übernommen worden.

Fachkräftemangel in Osnabrücker Betrieben – hohe Jugendarbeitslosigkeit in Kroatien: Ein gemeinsames Pilotprojekt der Handwerkskammer und der serbisch-orthodoxen Gemeinde Osnabrück ermöglicht den 18 bis 27-jährigen Kroaten eine Ausbildung als Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik und als Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. „Das ist die Chance meines Lebens“, bringt es Stevan Jurisic auf den Punkt. Er und seine Kollegen haben ihre Heimat verlassen, um dreieinhalb Jahre in Osnabrück zu lernen, zu arbeiten und zu leben. Anfang Juni hatten sie zunächst ein Praktikum in den jeweiligen Betrieben absolviert. Diese Woche beginnt ihre Ausbildung. Alle Kroaten hatten dafür die Zusage von ihren Betrieben erhalten. „Wir sind sehr froh darüber, dass sich die jungen Männer während ihrer Praktikumszeit in den Betrieben so gut dargestellt haben, dass sie jetzt als ordentliche Auszubildende alle übernommen werden“, so Uwe Koch, Projektleiter der Handwerkskammer.

Deutsch-Kurs in Vukovar

In der Handwerkskammer müssen die jungen Kroaten zwei Mal wöchentlich zum Deutsch-Intensivkurs. Bereits in Vukovar haben sie sich intensiv auf Osnabrück vorbereitet, unter anderem mit Sprachunterricht, aber auch was Lebens- und Verhaltensweisen angeht. „Wir betreuen die Gruppe auch in der Freizeit und haben mit der serbisch-orthodoxen Gemeinde Osnabrück einen hervorragenden Partner an unserer Seite“, erklärt Branca Zivotic vom Projektpartner BUS GmbH. Zivotic stammt selbst aus Kroatien und ist in der serbisch-orthodoxen Gemeinde ehrenamtlich tätig.

Die Ausbildungsvergütung und die Kosten für eine zweimalige Familienheimfahrt pro Jahr werden vom jeweiligen Betrieb und der Agentur für Arbeit getragen. „Wir beschäftigen im Grunde einen normalen Auszubildenden, der eben nicht aus Venne, sondern aus Vukovar kommt“, so Aschemann und Koch Chef Dirk Barkhüser, der gleich zwei Lehrlinge beschäftigt und hinzufügt: „Die Jungs sind sehr höflich, wissbegierig und kollegial. Das passt“. Entsprechend hoch motiviert gehen die jungen Männer in die Betriebe. „Mit der deutschen Ausbildung haben wir ein 1. Klasse Ticket für unsere berufliche Zukunft gelöst“, so Marco Keric“.

Diese Betriebe beteiligen sich an dem Projekt: Profi Wärmeservice GmbH, Hermann Möhle GmbH, Aschemenn und Koch, Joh. Wolfgang Fischer GmbH, Elektro Große Wördemann, Carl Böhmer GmbH, ESM, Eberhard Schweer GmbH & Co. KG, Wilfried Oeverhaus GmbH, Altewichard GmbH, Ahlers Wilhelm GmbH & Co. KG, Heinrich Altenhoff GmbH, Hune GmbH, Stefan Arendt.


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