Sporthaus und Logistikzentrum Baut L+T eine neue Hase-Brücke für Lkw?

Von Wilfried Hinrichs


Osnabrück. Das Modehaus L+T wird in diesem Jahr nicht mehr mit dem Bau des Sporthauses an der Hase beginnen. Das Konzept ist zwar ausgereift, aber einige Fragen sind noch offen. Zum Beispiel: Wird eine neue Brücke über die Hase geschlagen?

„Wir würden mit den Bauarbeiten genau in das Weihnachtsgeschäft kommen“, sagt Mark Rauschen, Geschäftsführer des Modehauses Lengermann und Trieschmann (L+T). Deshalb rührt L+T das ehemalige Wilhelmstift an Hase und Herrenteichsstraße in diesem Jahr nicht mehr an. Das Modehaus plant den Bau eines exklusiven Sporthauses mit 5000 Quadratmetern Verkaufsfläche. Dafür muss das gelbe Eckhaus mit ehemaligem Wilhelmstift weichen und ein Teil des L+T-Hauptgebäudes umgebaut werden. Die Investitionssumme liegt im zweistelligen Millionenbereich. Als Mark Rauschen 2013 erstmals die sportlichen Expansionspläne öffentlich bestätigte , nannte er als mögliches Eröffnungsjahr 2015. „Aber wir haben keine Eile“, sagte er damals. Die Eröffnung wird nun für 2017 angepeilt.

Eine Voraussetzung für den Sporthaus-Bau ist der Umzug der Logistik vom Haupthaus in den Fledder. An der Pferdestraße ist in den vergangenen Monaten ein neues Logistikzentrum entstanden, wo die gesamte Ware angenommen und für den Verkauf vorbereitet wird. Das Lager, in das L+T etwa 2,5 Millionen Euro investierte, ist seit gut vier Wochen in Betrieb. Zwei Mal täglich bringt ein Transporter die Ware vom Fledder ins Zentrum.

Die L+T-Geschäftsführung stellte dem Stadtentwicklungsausschuss vor der Sommerpause die Pläne für die Herrenteichsstraße vor. Die Ratspolitiker hätten die Entwürfe „mit Wohlwollen“ zur Kenntnis genommen, sagt Rauschen. Das bestätigt die stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses, Anette Meyer zu Strohen (CDU): „Es hat ein insgesamt positives Echo gegeben.“ Eine längere Diskussion habe nur eine etwaige neue Hase-Brücke ausgelöst.

Die Brücke ist eine Idee von Stadtbaurat Frank Otte und seinem Team. Otte schlägt vor, die Anlieferung direkt zur künftigen Rampe am Haupthaus zu führen. Dazu müsste die heutige Fußgängerbrücke am Haarmannsbrunnen durch eine Lkw-taugliche Brücke ersetzt werden. Die Vorteile für L+T: Den Lkw-Fahrern bliebe der Bogen über die Herrenteichsstraße erspart, und die Anlieferung würde vom Parkhaus-Verkehr entkoppelt. „Die Lastwagen stehen dann nicht mehr im Stau vor der Parkhauseinfahrt“, sagt Frank Otte. Der Vorteil für die Stadt: Das grüne Haseufer auf der L+T-Seite (wo sich heute die Außengastronomie eines italienschen Restaurants befindet) bliebe erhalten. Der Stadtbaurat erinnert daran, dass demnächst der Hase-Deckel an der Georgsstraße gelüftet und der Fluss dort wieder erlebbar werde. „Es wäre doch unklug, dort die Hase zu öffnen und hundert Meter weiter eine Lkw-Zufahrt direkt an der Hase zu bauen.“ Eine neue Brücke wäre aus Ottes Sicht die beste Lösung. Die Kosten müsste nach dem Verursacherprinzip L+T tragen. Inwieweit sich die Stadt beteiligen würde, ist Verhandlungssache.

Teil der Gesamtplanung ist auch das Hansa-Haus bekannte Gebäude an der Ecke Herrenteichsstraße/Stubenstraße mit einer Spielhalle im Erdgeschoss. L+T hat das Haus vor einigen Jahren erworben. Weil der Mietvertrag mit der Spielothek 2016 ausläuft, will L+T auch dort investieren. „Das Haus ist in einem Zustand, der nach Handwerkern ruft“, sagt Mark Rauschen. Sanierung oder Abriss – darüber denkt die Immobilienabteilung des Modehauses noch nach. Unklar ist auch der Zeitpunkt des Eingriffs. Rauschen: „Wir müssen sehen, wie viel Bautätigkeit wir unseren Kunden und Nachbarn zumuten können.“ Die Baustellen Sporthaus und Hansa-Haus sollen nach seinen Worten möglichst gleichzeitig aufgemacht werden, um die Beeinträchtigungen möglichst kurz zu halten. Rauschen blickt dabei auch auf die andere Seite der Hase: Der Einzelhandelsverband beginnt an diesem Dienstag mit dem Abriss des „Hauses des Handels“ . Der Verkehr zum L+T-Parkhaus dürfte davon nicht unberührt bleiben..

Bilder vom Aussehen des künftigen Sporthauses hält L+T-Chef Rauschen unter Verschluss, bis alle Fragen geklärt sind und die Politik ihr Plazet gegeben hat. In der nicht öffentlichen Ausschusssitzung durften die Ratsmitglieder schon mal einen Blick auf die Fassadengestaltung werfen. „Hervorragend“, so das Urteil von Stadtbaurat Otte. Das Haus werde einen „Mehrwert für die Innenstadt“ bringen. Otte: „Spannender Inneraum, spannende Fassade.“