Neuer Osnabrück-Krimi Brisante „Heimzahlung“ – Krimidebüt von Christoph Beyer

Von Uta Biestmann-Kotte

Christoph Beyer gibt sein Krimidebüt. Foto: David EbenerChristoph Beyer gibt sein Krimidebüt. Foto: David Ebener

Osnabrück. Eine Gasexplosion, ein Toter und eine NS-Verschwörung: Aus diesen Zutaten setzt sich das packende Krimidebüt „Heimzahlung“ des Osnabrücker Autors Christoph Beyer zusammen.

  • Krimidebüt des Osnabrücker Autors Christoph Beyer
  • Schauplatz der Handlung ist Osnabrück.
  • Lesung aus „Heimsuchung“ am 23. September 2015 in der Stadtgalerie, Osnabrück
  • Der Autor hat erst kürzlich den Kulturreiseführer „Osnabrücker Land – natürlich vielfältig“ veröffentlicht.

Darum geht es in „Heimzahlung“:

Als Kriminalhauptkommissar Richard Fürst und sein Team nach einer Gasexplosion die Leiche Armin Sommers in dessen Haus im Stadtteil Sutthausen finden, gehen sie zunächst von Suizid aus. Nach dem Fund brisanter Dokumente wird jedoch klar, dass Sommer als ehemaliger Heimzögling mutmaßlichen NS-Verbrechern auf der Spur war, die nach dem Krieg in kirchlichen Kinderheimen untertauchen konnten.

Fachliche Unterstützung für den verzwickten Fall holt sich Fürst beim jungen Sozialwissenschaftler Jonathan Bach, der seinerseits den Journalisten Wolfgang Eschenburg ins Boot holt. Als im Zuge der Ermittlungen Sommers bester Freund Robert Dahlmann eine wichtige CD-ROM unterschlägt, ein ehemaliger SS-Mann erschossen und Jonathans Computer angezapft wird, scheint sich der Fall mehr und mehr zur handfesten Politverschwörung auszuweiten.

Packende Kriminalstory

Christoph Beyer , der Politik-und Erziehungswissenschaften studiert hat und als freier Autor und Journalist in Osnabrück lebt, nimmt in seinem Krimidebüt „Heimzahlung“ wahrlich viele Fäden auf. Dabei mischt er Politik und Sozialkritik, Fakten und Fiktion mit einer packenden Kriminalstory, die sich in einem Zeitraum von knapp einer Woche in der Hasestadt abspielt und in einem Showdown im Umland ihren Höhepunkt findet.

An Lokalkolorit fehlt es nicht

Entsprechend rasant wird die dialogreiche Handlung vorangetrieben, Atmosphäre durch häufige Schauplatz- und Perspektivwechsel erzeugt. Auch an Lokalkolorit fehlt es nicht in diesem Osnabrück-Krimi. Wenn Jonathan mit seinem Fahrrad durchs Katharinenviertel kurvt oder Robert Dahlmann auf dem Weg zum Altstadt-Bahnhof in den Rabbiner-Stern-Weg einbiegt und das Nussbaum-Haus passiert, hat das ortskundige Lesepublikum die jeweiligen Schauplätze gleich vor Augen. Fiktiv sind hingegen die Namen der genannten Kinderheime, ebenso die NS-Verschwörung samt dubioser Stiftung, die sogar das LKA auf den Plan ruft.

Sympathisches Ermittler-Gespann

So rasant und actiongeladen die Handlung nach vorne prescht, so gerät gegen Ende des Buches leider die Problematik Kinderheim zugunsten der NS-Affäre etwas ins Hintertreffen. Auch über den konkreten Werdegang der früheren Heimkinder Sommer und Dahlmannn hätte man gerne mehr erfahren. Dennoch ist Christoph Beyer mit „Heimzahlung“ ein packend geschriebener, unterhaltsamer Krimi-Schmöker mit sympathischem Ermittler-Gespann gelungen, der Appetit auf mehr macht.

Christoph Beyer: „Heimzahlung“. Kriminalroman. Meßkirch: Gmeiner-Verlag, 2015. 274 Seiten. 10,99 Euro.


Lesungstipp: Am Mittwoch, 23. September, liest Christoph Beyer auf Einladung von vier Osnabrücker Buchhandlungen um 19 Uhr im Stadtgalerie Café aus seinem neuen Osnabrück-Krimi „Heimzahlung“.