Genuss auf dem Marktplatz Fachhändler zufrieden mit den Osnabrücker Weintagen

Von Frank Muscheid

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Osnabrück. „Wir wollen hier Atmosphäre haben – und die Sonne hat uns wieder belohnt“, fasst Herlinde Fohs, seit 1992 Weinhändlerin in Osnabrück, die 12. Osnabrücker Weintage zusammen. Das Sonnen-Wochenende hat ihr und den Weinhandlungen Fartmann, Hoberg, Riemann, Tepe und Schröder auf dem historischen Marktplatz von Freitag bis Sonntag volle Bänke beschert. Etwa 500 Gäste finden dort gleichzeitig Platz.

Bei gutem Wetter könne man kaum etwas falsch machen, sagt Herlinde Fohs. „Der Zulauf war enorm.“ Bei knapp 1000 Quadratmeter kamen sich Wein-Probierer automatisch näher. „Jeder Osnabrücker schätzt diesen wunderbaren Marktplatz.“ Bis auf die Auftritte des Ratsgymnasium-Orchesters laufe kaum Musik. „Man hört die Menschen sich munter unterhalten wie einen leisen Bienenschwarm – deswegen ist uns auch niemand böse, wenn sich die Gäste bis nach Mitternacht ,festgesessen‘ haben. Die Leute plauschen zum Wein – eine ganz herrliche Stimmung.“ Wenn man sich zum Vollmond als Bediensteter noch ein Glas Wein gönne, „ist das Urlaub für die Seele“. (Weiterlesen: Von Lachsrosa bis Kirschrot: Rosé-Weine voll im Trend)

Wein sei nicht mehr nur Getränk für ältere Genuss-Generationen: „Es kommen unglaublich viele junge Leute, die sich beraten lassen und sagen: Wir wollen einen Wein, der nicht so fruchtig ist, nicht zu viel Säure hat, aber trotzdem nicht langweilig schmeckt. Auch die machen sich Gedanken über den Geschmack. Das ist eine herrliche Entwicklung.“ Deutsche Weine seien sehr gefragt. Dazwischen fanden Wein-Entdecker wieder viele Exoten: Wein aus dem Bekaa-Tal im Libanon zum Beispiel, „das wichtigste Anbaugebiet dort“. Alle Händler hätten „ein tolles Programm.“ Und viel zu tun. Neben zwei ihrer Mitarbeiter „arbeitet diesmal die ganze Familie mit – meine Kinder Maximilian, Clemens und Leonore, deren Mann Jörg Hövelmann. Auch die Freunde meines Sohnes aus Österreich, Gerhard Loos und Patrik Hansmann.“ Als Musiker halfen sie sogar wie viele Eltern in der Kapelle des Ratsgymnasiums aus.

„Die Atmosphäre, das Wetter, die netten Leute drum herum“ schätzen Kristijan Matic (38) aus Köln und die Osnabrücker Medizinerin Natalie Keller (36): „Das ist hier ein bisschen mediterran“, sagt sie vor einem halbtrockenen Weißen aus der Pfalz. „Von 2011, vollmundig, gut im Abgang.“ „Ich bin ein echter Weintrinker“, sagt Kristijan. Seine Vorliebe: „Weißwein aus der Pfalz. Gerade trinke ich einen trockenen Grauburgunder aus Baden, ein klassischer Weißwein, trocken, rund.“ Er rät, für die deutschen Weißweine auch mal sechs Euro auszugeben. „Die deutschen Winzer haben einen guten Ruf und exportieren viel.“ Der Osnabrücker Andree Kasten (39) nippt eher, er sei nicht so der Weintrinker, sein Weißer ist „sehr süß“. Die drei sind sich einig: eine gute Auswahl bei den Weintagen.


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