Fröhlicher Tag im Bürgerpark Kulturfest in Osnabrücks Lustgarten


Osnabrück. Ein Sommernachmittag wie im Bilderbuch und dabei voller Geschichten – das war das Familienkulturfest im Bürgerpark und auf dem Gertrudenberg, zu dem das Forum Osnabrück für Kultur und Soziales, kurz: Fokus, gemeinsam mit dem Ameos Klinikum eingeladen hatte.

Zu seinem 25-jährigen Bestehen hatte der Verein Fokus den kulturellen Jahresschwerpunkt des Fachbereichs Kultur der Stadt Osnabrück „Wir sind im Garten“ aufgegriffen und dem Jubiläum das Motto „Der große Garten“ gegeben. Und welcher Ort wäre für ein Gartenfest besser geeignet als der „Lustgarten“, der im 19. Jahrhunderts als einer der ersten Bürgerparks Deutschlands angelegt wurde?

Die Geschichte von Parkanlage, Kloster und Heilanstalt, die damalige Gemengelage der verschiedenen Interessen von Bistum, Klosterkammer, Stadt Osnabrück und Land Hannover, erläuterte Helmut Schmitz, der ehemalige Leiter des früheren städtischen Grünflächenamtes, den Zuhörern, die sich um einen alten Plan der „Kleinen Schweiz“, so die Bezeichnung des nördlichen Teils des Gertrudenbergs, versammelt hatten.

Im Park, in dem zur Kaiserzeit alljährlich die Festlichkeiten des Nationalfeiertages stattfanden, kam es beim Gartenfest zur Verschwisterung: Die vermeintlichen Städtebotschafter Monsieur Pes und Herr Biedermann, alias Justin Lenoir und Rainer Bauer, nahmen die Besucher mit auf einen kabarettistischen Friedensweg, der ausgerechnet am Gedenkstein zur Schlacht bei Sedan begann.

Ganz andere Geschichten von Osnabrücks mystischem Berg hatte Sabine Meyer mitgebracht und feierte damit im Rosengarten eine Premiere: Die Märchenerzählerin hatte drei Sagen um die Gertrudenberger Höhlen verwoben – in den Hauptrollen: die Osnabrücker Fleischer, die Grafen von Tecklenburg, blaue Windhunde und eine Rose ohne Dornen. Dazu passten die märchenhaften Objekte aus Holz, Metall und Ton, gefertigt von Patienten der Ameos Klinik.

Vom Märchenland ins „Land, wo das Leid wohnt“, nämlich das Fitnessstudio, wie es Tobias Nehren vom Team Kommunikaze erlebt hat. Denn wie der Londoner Hyde Park verfügte auch der Osnabrücker Bürgerpark beim Fest über einen Speaker’s Corner und das Publikum freute es.

Ihre eigene Geschichte konnten derweil diejenigen erleben, die sich auf Entdeckungstouren begaben, etwa bei Suchspielen und Geocaching. Oder die – mit oder ohne Picknick – den Klängen japanischer Trommeln, australischem Didgeridoo, von Harfe, Dixie- oder Rock-Band lauschten und einfach den Park und den Sommer genossen. So wie Ehepaar Lerch aus dem Stadtteil Dodesheide: „Der Bürgerpark ist einfach wunderschön, eigentlich sollten wir ihn viel öfter besuchen.“ Nun, ein Fest wie dieses dürfte viele Osnabrücker wieder auf ihren „Lustgarten“ aufmerksam gemacht haben.


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