Technik im Osnabrücker Museum Mit Haustechnikern durch das Felix-Nussbaum-Haus

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Osnabrück. In der Serie „Eine Stunde im Felix-Nussbaum-Haus“ blicken wir auf die Männer, die in dem Osnabrücker Museum dafür sorgen, dass technisch alles bestens läuft - Todd Walton und Paul Walhorn.

„Man sieht uns nicht, aber wir sind da“. Ein Satz, ein Motto. Todd Walton und Paul Walhorn stehen in der Tür des Aufzuges. Leise ist die Fahrstuhlkabine heraufgeglitten. Jetzt stehen die beiden Männer im Museumsfoyer. Eine Ausnahme? Ja, denn die Walton und Walhorn gehören zu jenen Mitarbeitern des Museums, die der Besucher niemals zu Gesicht bekommt. Sie sind nämlich für all das da, was den Museumsbesuch angenehm und sicher macht und obendrein die Kunstwerke bewahren und schützen hilft. Aber die Menschen, die sich in Bilder wie das „Selbstbildnis mit Judenpaß“ versenken, haben keine Vorstellung von der Haustechnik eines Museums. (Hier weiterlesen: Felix-Nussbaum-Haus - so funktioniert der Leihverkehr) .

Fehlermeldung per SMS

Klima, Brandmelder, Alarm: Dies ist eine kleine Auswahl an Stichwörtern, die Todd Walton und Paul Walhorn nennen, wenn sie nach ihren Aufgaben gefragt werden. Sie haben uns mitgenommen in einen Raum im Kellergeschoss. Schalterkästen, Werkzeugbänke, dicke Rohre unter der Decke: Die Umgebung dieser Räume hat so gar nichts mit jenen schönen Künsten zu tun, um die es in den Stockwerken darüber geht. „Wir sind hier direkt unter dem Raum mit den Werken Friedrich Vordemberge-Gildewarts“, erläutert Todd Walton. Die monströse Anlage versorgt die Museumsetagen mit der richtigen Luft. 51 Prozent Luftfeuchtigkeit, 21 Grad Temperatur: Das sind die beiden Eckwerte, nach denen die Ausstellungsräume temperiert zu sein haben. Die Luft wird aus dem Keller in die oberen Räume geleitet. Dort kommt sie dann zum Beispiel aus Schlitzen an den Beleuchtungsschienen. Der Besucher merkt kaum etwas davon. Walton und Walhorn sorgen dafür, dass die Anlage läuft. Sie kontrollieren die entsprechenden Werte. Und das auch dann, wenn sie nicht im Museum sind. Fehlermeldungen gehen per SMS auf das Handy. Dann wird nachgesteuert. (Hier weiterlesen: „Selbstbildnis mit Judenpaß“ - die Ikone des Felix-Nussbaum-Hauses) .

Alarm direkt an die Polizei

„Einer von uns ist immer in Bereitschaft“, sagen die Haustechniker. Dann gilt die Aufmerksamkeit den automatischen Meldungen aus dem Museum. Und das gilt insbesondere für das Thema Sicherheit. Morgens entschärfen, abends scharfschalten - der Umgang mit der Alarmanlage folgt einem festen Rhythmus. Wer versuchen sollte, in das Felix-Nussbaum-Haus einzubrechen, würde von dem Alarm gar nichts mitbekommen. „Der stille Alarm geht direkt zur Polizei. Und die ist dann ganz schnell hier“, sagt Todd Walton. Die Haustechnik wäre dann auch alarmiert. „Wir würden zusammen mit der Polizei in das Museum gehen“, sagen Walton und Walhorn. Der direkte Alarmkontakt besteht übrigens auch zur Feuerwehr. Brandmelder geben sofort ein Signal, sollte in dem Museum Feuer ausbrechen. (Hier weiterlesen: Hitzefrei für Rembrandt und Co? Museen und ihr Klima im Hochsommer) .

Großeinsatz vor der Öffnungszeit

Auch wenn ihr Alltag sonst wesentlich weniger dramatisch aussieht - die Haustechnik des Felix-Nussbaum-Hauses leisten auch so wichtige Arbeit. „Wir müssen von allem etwas können“, sagen die Haustechniker. Paul Walhorn ist ausgebildeter Handwerker. Todd Walton war eigentlich Kunstlehrer, ist dann aber über ein Jobangebot zum Felix-Nussbaum-Haus gekommen. Als Haustechniker bilden sie nun ein eingespieltes Team. „Wir ziehen unsere Arbeiten immer vor die Besuchszeiten“, sagen sie. Morgens, wenn in den Räumen nur das sogenannte „Putzlicht“ brennt, machen die Techniker ihre Runden und schauen, dass alles läuft. Wer etwa denkt daran, dass in dem Museum allein rund 1000 Beleuchtungskörper im Einsatz sind, die gewartet sein wollen? „Nach und nach stellen wir auf LED-Leuchten um“, sagt Todd Walton. Dann wieder geht es zur monströs großen Klimaanlage, die permanent in Schuss gehalten sein will. Oder mit Handwerkern durch das Haus. (Hier weiterlesen: Das Felix-Nussbaum-Haus - ein Architekturklassiker) .

Wege im „Museum ohne Ausgang“

„Die finden oft die Räume nicht“, sagen die Haustechniker. Die finden ihre Wege im „Museum ohne Ausgang“, wie das Felix-Nussbaum-Haus auch genannt wird, selbst ohne Probleme. Ihre Arbeit machen sie ohne große Worte. So auch jetzt. Noch ein kurzer Händedruck, dann schließt sich hinter Todd Walton und Paul Walhorn auch schon wieder die Aufzugtür. Irgendwo im Haus sind sie jetzt unterwegs. Unsichtbar, aber immer da. (Hier weiterlesen: „Pit und Peggs“ - das Kinderbuch von Felix Nussbaum).


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