Tierwelt „Takamanda“ Niedlicher Nachwuchs: Junge Servale im Osnabrücker Zoo


Osnabrück. Drei junge Servalkätzchen stromern im Osnabrücker Zoo durch das hohe Gras ihrer Anlage in der afrikanischen Tierwelt „Takamanda“. Ob es Katzen oder Kater sind, untersuchten nun die wissenschaftlichen Mitarbeiter des Osnabrücker Zoos.

Am 7. Mai wurden die drei Servalkätzchen geboren, das Geschlecht war den Zoo-Mitarbeiter bislang noch nicht bekannt: „Wir wollen unsere Tierfamilien so wenig wie möglich stören – besonders, wenn der Nachwuchs noch ganz jung ist“, erläutert Tobias Klumpe, wissenschaftlicher Mitarbeiter.

Impfungen, Wurmkur und Kenn-Nummer

Mit etwa drei Monaten stand für den Servalnachwuchs nun eine Rundum-Versorgung mit Impfungen und Wurmkur an. Die Jungtiere wurden gegen die gängigsten Katzenkrankheiten wie Katzenschnupfen und -seuche geimpft, außerdem erhielten sie eine Wurmkur. „Da wir dazu die drei Jungtiere eh in die Hand nehmen müssen, konnten wir auch gleich das Geschlecht bestimmen und die Tiere mit einem Kennungschip versehen“, erklärt der Biologe und gelernte Tierpfleger weiter. Dafür bekamen sie einen kleinen Mikrochip unter die Haut gesetzt, wie es auch bei Haustieren und Pferden üblich ist. Auf dem Chip ist eine individuelle Kenn-Nummer gespeichert, mit der Tiere eindeutig identifiziert werden können.

Rätselraten: Katze oder Kater?

„Ob die Jungtiere männlich oder weiblich sind, ist natürlich für die weitere Zucht und die Vermittlung an andere Zoos wichtig“, so Wolfgang Festl, Revierleiter und Tierpfleger in „Takamanda“. Doch das Geschlecht herauszufinden ist bei jungen Katzen gar nicht so leicht, denn man muss verschiedene Merkmale „erfühlen“ – und die Unterschiede sind bei jungen Tieren noch nicht so stark ausgeprägt. Doch schlussendlich stand fest: „Bei unseren drei Jungtieren handelt es sich um einen Kater und zwei Katzen“, erklärt Festl.

Einzelgänger

Mit etwa einem Jahr werden die Jungtiere den Zoo Osnabrück und ihre Eltern verlassen müssen. „Das ist auch in der Wildbahn so. Würden sie bleiben, gäbe es zu viel Unruhe – schließlich leben Servale eher einzelgängerisch und höchstens in Paaren“, weiß der langjährige Tierpfleger. Außerdem werde durch die Abgabe vor der Geschlechtsreife Inzucht verhindert.

Die Servalkätzchen erkunden die Anlage

Anfangs versteckte Mutter Nahla ihre Jungen meistens im hohen Gras, doch mittlerweile ist das Trio gut zu sehen. Die Servalkätzchen erkunden die Anlage, fressen auch schon mit, wenn die Eltern sich über ihre Tagesration Fleisch hermachen, und beim gegenseitigen Fangspielen stärken sie ihre Muskeln und üben sich anzupirschen. „Es macht wirklich Spaß, die Servale auf ihrer Anlage zu beobachten“, freut sich Festl.


Der Serval (Leptailurus serval) ist eine mittelgroße, auf dem afrikanischen Kontinent verbreitete Wildkatze. Auffällig sind neben den extrem großen Ohren die sehr langen Beine, die ihm in dem hohen Gras der Savanne einen guten Überblick verschaffen. Als Bodenbewohner bevorzugt der Serval neben Savannen auch gemischtes Busch- und Waldland, aber auch Feuchtbiotope.

Trotzdem ist er ein guter Kletterer und begibt sich bei Gefahr auf Bäume. Die Jungtiere werden entweder in Erdbauten anderer Tiere geboren oder im Schutz dichten Pflanzenbewuchses. Der Serval ist wie viele Katzen ein typischer Einzelgänger und zeigt ein stark ausgeprägtes Territorialverhalten.