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Osnabrücker Juwelier ausgeraubt Überfall auf Kolkmeyer: Polizei zeigt Fahndungsfotos


Osnabrück. Nach dem Überfall auf das Juweliergeschäft Kolkmeyer an der Osnabrücker Georgstraße am Mittwoch hat die Polizei nach der Auswertung der Videoaufzeichnungen nun Fahndungsbilder veröffentlicht.

Am Mittwoch hatten gegen 17.24 Uhr zwei Männer das Juweliergeschäft überfallen. Die beiden Täter flüchteten mit der Beute zunächst zu Fuß in Richtung Möserstraße und weiter nach links an der Hase entlang. Sie versuchten, mit Fahrrädern weiter zu entkommen, was dem einen jedoch nicht gelang. Er ließ das Fahrrad zurück und setzte die Flucht zu Fuß fort.

Polizei sucht Zeugen

Die Beschreibung der Räuber: Beide Männer waren ca. 30 Jahre alt und 1,80m-1,90m groß. Einer trug eine blaue Jeans, eine dunkle Kapuze und Sneaker mit grünlich abgesetzter Sohle. Er trug eine Sonnenbrille.

Der andere hatte eine dunkle Trainingshose mit grünem Streifen (längs außen am Bein), eine dunkle Jacke mit blauem Innenfutter, beigefarbenes Cappy und blaue Sneaker an. Die Polizei Osnabrück bittet um Hinweise auf die abgebildeten Täter und auch auf das gezeigte Fahrrad unter der Telefonnummer 0541/ 327 2115.

Zwei Juwelier-Überfälle in Osnabrück in einem Monat

Bereits am Donnerstag, 9. Juli, hatten Unbekannte nach einem ähnlichen Muster einen Juwelier an der Theaterpassage/Domhof überfallen. Um 12.12 Uhr betraten die beiden das Juweliergeschäft. Sie sprühten sofort Pfefferspray auf zwei weibliche Angestellte. Nachdem die beiden 29 und 51 Jahre alten Frauen die Flucht ergriffen, beschädigten die Räuber mehrere Vitrinen mit einer Axt und entwendeten den Schmuck. Anschließend flüchteten sie auf Fahrrädern in Richtung Ursulaschule.

Kolkmeyer wurde schon 2009 beraubt

Auch Kolkmeyer wurde schon mehrfach Opfer von Räubern und Einbrechern:

Besonders spektakulär war ein Überfall auf das „Haus der Weltzeituhren“ im November 2009: Am frühen Abend versuchten zwei Männer und eine Frau, zwei Verkäuferinnen einen Koffer mit wertvollen Uhren zu entreißen, die diese gerade aus dem Schaufenster entfernt wollten. Die 38 und 19 Jahre alten Angestellten verteidigten den Koffer nach Kräften. Sie ließen erst los, als die Täter Pfefferspray einsetzen. Die Flucht endete schon am Breiten Gang, wo eine Polizeistreife das Fluchtauto stellte.

Der 31 Jahre alte Anführer wurde für schweren Raub zu drei Jahre und zehn Monate Freiheitsstrafe verurteilt, sein 35 Jahre alter Mitstreiter zu drei Jahre und fünf Monate. Eine damals noch 16-jährige Komplizin, wurde zwar zu einem Jahr und neun Monaten verurteilt, das Gericht setzte die Strafe aber zur Bewährung aus.

Räuber oder Diebe?

Räuber oder Dieb: Der Unterschied wird besonders im Strafmaß deutlich. Von einem Diebstahl sprechen Juristen dann, wenn jemand „eine fremde bewegliche Sache einem anderen in der Absicht wegnimmt, die Sache sich oder einem Dritten rechtswidrig zuzueignen.“ Tätern droht eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder eine Geldstrafe.

Zum Raub wird die „Wegnahme“, wenn der Täter dabei Gewalt gegen eine Person androht oder einsetzt. Während Diebstahl juristisch noch als „Vergehen“, also als minderschwere Straftat eingestuft werden kann, wird der Raub durch die Mindeststrafdrohung von einem Jahr Freiheitsstrafe zu einem Verbrechen. Aber auch Raub ist noch steigerungsfähig: Das deutsche Strafrecht kennt unter anderem auch noch schwerem Raub, Raub mit Todesfolge, räuberischer Erpressung und Mord aus Habgier.

Juweliere sind häufig das Ziel

Der Überfall in Osnabrück ist kein Einzelfall, wie ein Blick in die Polizeimeldungen der vergangenen Wochen belegt:

  • Am Dienstag, 28. Juli, schlugen zwei Täter in Ludwigshafen um 04.53 Uhr, die Glasfüllung der Eingangstür eines Juweliergeschäfts ein. Zwei Personen betraten das Geschäft und öffneten dort eine Vitrine mit hochwertigen Schmuckstücken. Aus der Vitrine entnahmen sie Halsketten und Ringe im Wert von mehreren Tausend Euro. Sie flüchteten mit einem Pkw.
  • Am Montag, 27. Juli, drangen in Bochum drei Täter in die Geschäftsräume eines Juweliers ein, bedrohten die Angestellten mit Schusswaffen, fesselten sie und flüchteten zu Fuß. Die Beute: Mehrere hochwertige Armbanduhren.
  • Nur mäßig geschickt stellten sich die Täter dagegen am Samstag, 25. Juli, in Offenbach an: Gegen 15.15 Uhr war ein Räuber-Trio in dem Geschäft aufgetaucht und hatte den Inhaber mit einem Messer bedroht. Anschließend rafften die Täter ein paar Schmuckstücke zusammen und suchten das Weite. Einer von ihnen kam allerdings nicht weit: Eine alarmierte Funkstreife schnappte den Wohnungslosen ein paar Straßen weiter.
  • Am Freitag, 17. Juli, überfielen zwei Männer einen Juwelier im Kölner Stadtteil Lindenthal. Hier leistete der Inhaber Widerstand. Die Männer betraten gegen 11 Uhr das Geschäft. Einer der Räuber riss dem telefonierenden Ladenbesitzer den Hörer aus der Hand und schlug ihm mehrfach so heftig mit der Faust ins Gesicht und gegen den Oberkörper, dass das Opfer stürzte. Sein Komplize entwendete derweil Schmuckstücke aus einer Vitrine. Nachdem sich der Geschädigte mit einem Baseballschläger zur Wehr gesetzt hatte, flüchteten die Täter.
  • Am Freitag, 10. Juli, überfielen zwei mit dunklen Sturmmasken getarnte Männer einen in Brunsbüttel einen Juwelier. Die bewaffneten Täter gingen gewaltsam gegen Mitarbeiter vor, ein angegriffener Mitarbeiter wurde später in ein Krankenhaus eingeliefert. Die Räuber verschwanden mit Bargeld und Schmuck in zunächst nicht bekanntem Wert.
  • Unbekannte überfielen am Donnerstag, 9. Juli, einen Juwelier an der Theaterpassage/Domhof in Osnabrück.
  • Nicht einen Juwelier, sondern dessen Kundin hatte am 8. Juli ein Räuber in Bremen im Visier: Der radelnde Täter entriss im Vorbeifahren im Steintorviertel einer 78 Jahre alten blinden Frau aus Rotenburg eine Handtasche mit Goldschmuck und flüchtete auf einem Fahrrad. Die Frau war zusammen mit einer Verwandten aus Rotenburg angereist, um Schmuckstücke bei einem Juwelier im Steintor schätzen zu lassen.


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