Sonntag: Fest im Bürgerpark 25-jähriges Bestehen: Fokus will Kultur für alle

Publikumswirksam: Der alljährliche Stummfilm mit Livemusik auf dem Marktplatz. Foto: David EbenerPublikumswirksam: Der alljährliche Stummfilm mit Livemusik auf dem Marktplatz. Foto: David Ebener

Osnabrück. Seit 25 Jahren macht der Verein Fokus Kultur in Osnabrück. Ein Anliegen dabei: Die Veranstaltungen sollen für alle zugänglich sein. Sonntag, 2. August, wird im Bürgerpark gefeiert.

Wer kennt sie nicht, die kleinen, bunten Hochglanzhefte für das Sommerkulturprogramm? Jahr für Jahr legt der Verein „Forum Osnabrück für Kultur und Soziales“ (Fokus) sie neu auf. „50 Prozent der Veranstaltungen sind von uns, 50 Prozent haben wir von anderen Veranstaltern aufgenommen“, sagt Vorsitzender Klaus Terbrack. Zusammen mit seinem Kollegen Kuno Porsch ist er für die Kulturveranstaltungen des Vereins zuständig.

Sommerkulturprogramm wiederbelebt.

Terbrack kramt im Fokus-Büro die Programmhefte der Anfangsjahre hervor. Nur halb so umfangreich sind sie und auf einfachem Papier gedruckt. Die Fotos waren schwarz-weiß, die Schrift größtenteils auch. Der Verein hat das Sommerkulturprogramm in Osnabrück wiederbelebt. Denn das gab es nicht, als er 1990 an den Start ging. Nicht mehr. 1987 war das Programm wegen Kürzungen in der Kultur eingestampft worden.

Das Jugendamt habe eine Summe von „2000 bis 3000 DM“ zur Verfügung gestellt, erinnert sich Klaus Terbrack. Zusammen mit den Eintrittsgeldern reichte das, damit er und seine Kollegen eine Veranstaltungsreihe auf die Beine stellten. Zum Vergleich: Die heute umgerechnet 1500 Euro würden für einen „Osnabrücker Samstag“ reichen. Unter diesem Titel holt Fokus im Sommer Akrobaten, Clowns und andere Kleinkünstler in die Fußgängerzone.

Familienfest: „Der große Garten“

Für nahezu alle Fokus-Veranstaltungen gilt: Sie finden unter freiem Himmel statt. Das ist etwa beim Straßenmusikfest „Die goldene Säge“ so, bei der Musik- und Kabarettreihe „Kultur im Innenhof“, beim Open-Air-Kino auf der Vitischanze oder bei „Folk im Viertel“. Auch das Familienkulturfest „Der große Garten“ zum 25-jährigen Bestehen von Fokus wird im Bürgerpark und damit unter freiem Himmel gefeiert.

Das Straßenmusikfest, das Acts aus ganze Europa anzieht, wurde 1995 zum ersten Mal veranstaltet. Zunächst noch ohne den titelgebenden Preis, die „Goldene Säge“ , die an den schrillsten Musiker des Wettbewerbs verliehen wird. Auf die Idee kam der Verein, „weil es so viele schräge Performances gab“, so Klaus Terbrack.

Fast alle Veranstaltung sind umsonst

Wichtig ist Fokus die kulturelle Teilhabe: Fast alle Veranstaltungen sind umsonst, weil sie offen für alle sein sollen und das Zuschauen und Zuhören nicht am Einkommen oder Bildungsstand scheitern soll. Das Konzept geht auf. Der sommerliche Stummfilm mit Livemusik etwa zieht viele Leute auf den Marktplatz.

Zur Fokus-Philosophie gehört es auch, Orte und Veranstaltungen zusammenzubringen. Das gilt etwa für den „ Kulturspaziergang auf dem Hasefriedhof “, eine Reihe, die Konzerte auf den Friedhof holt, der Ende des Jahres entwidmet wird. „Wir waren sehr, sehr überrascht, wie viele Leute die Konzerte wahrnehmen“, sagt Klaus Terbrack. Der Kulturspaziergang kostet keinen Eintritt. Doch wenn danach der Hut rumgehe, „geben die Leute viel Geld“. Den Kulturspaziergang veranstaltet Fokus mit den Osnabrücker Servicebetrieben durch. Generell gilt beim Verein: Es wird nichts allein gemacht, was auch mit anderen zusammen geht. So gibt es unter anderem Kooperationen mit dem Haus der Jugend, der „Osnabrück Marketing und Tourismus GmbH“ oder der Film- und Bildungsinitiative.

Viele Events unter freiem Himmel

An vielen Events unter freiem Himmel der vergangenen Jahre hat Fokus mitgemischt. So ist der Verein Partner der Kulturnacht, wo er für das Straßenprogramm und die Marktplatzbühne zuständig ist. Auch bei vielen Großveranstaltungen haben Terbrack und seine Kollegen mitgewirkt: beim Hansetag, den Jugendhilfetagen, dem Katholikentag und der Feier zu „350 Jahre Westfälischer Frieden“ 1998. Damals holte Fokus das Theater Titanick, das mit seiner Inszenierung „Pax“ den Wall zur Bühne machte.


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