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Verdachtsmomente bestätigt Zwei Bomben-Zerscheller in Osnabrück-Darum geräumt


Osnabrück/Belm. Am Sonntag sind in Osnabrück-Darum zwei Bomben-Zerscheller erfolgreich geräumt worden. Doch neue Gefahr droht.

Vieles war an diesem Wochenende „wie immer“, wenn in Osnabrück Blindgänger entdeckt und unschädlich gemacht werden. Dennoch ist jede Bombenräumung auch einzigartig. So war dieses Mal beispielsweise das Evakuierungsgebiet so groß wie sonst auch. Doch da es sehr dünn besiedelt ist, mussten nur 150 Anwohner für die Dauer der Bombenräumung ihre Häuser verlassen. Wie das THW berichtete, ließen die Bauern ihr Vieh nur sehr ungern alleine zurück. Doch da alle ein Interesse daran hatten, schnell wieder nach Hause zu kommen, verlief die Nachkontrolle durch die Feuerwehr und das THW problemlos. (Der Liveticker zum Nachlesen.)

Schnelle Truppe

„So schnell waren wir noch nie“, erklärte der Einsatzleiter der Feuerwehr, Markus Bergen. Nach rund einer halben Stunde sei die Kontrolle der Häuser und Höfe abgeschlossen gewesen. „Allerdings hatten wir diesmal auch keine Liegendtransporte“, berichtete Bergen. Da auch noch die Fläche kontrolliert werden musste, konnte letztendlich gegen 11 Uhr „Sicherheit“ gemeldet werden. Für diese Sicherheit hatten rund 120 Einsätzkräfte der Feuerwehr Schinkel, der Verkehrslenkungsgruppe Landkreis Osnabrück der Feuerwehr, des THW Osnabrück, der Polizei und der Stadt Osnabrück gesorgt. Außerdem war ein Kradfahrer des THW Bad Essen mit dabei. Gemeinsam mit seinen Krad-Kollegen vom THW und den Mountenbikern der Polizei kontrollierte er im Wald und auf den Feldern, ob noch Menschen im Evakuierungsgebiet unterwegs waren.

Der Sprengmeister bei der Arbeit

Sobald Sicherheit herrschte, machten sich Sprengmeister Clemens Stolte und sein Team an die Arbeit. Der erste Fund auf einem Feld in Darum bestätigte die Vermutungen des Kampfmittelräumdienstes: Es war ein Zerscheller. „Dabei handelte es sich um eine britische 205-Kilogramm Lips“, so Stolte. Rund 250 bis 300 Meter weiter weg, stieß der Sprengmeister ebenfalls auf einen Zerscheller, eine 500-Kilogramm-Lips. Während die erste Bombe in rund 2,50 Metern Tiefe lag, befand sich die zweite nur rund 1,5 Meter unter dem Erdboden. „Bei beiden war der Bombenboden weg und der Zünder auch“, erklärte Stolte. Daher konnte er mit seinem Team die Sprengstoffreste und den Bombenkörper ohne weitere Maßnahmen abtransportieren.

Lob an die Osnabrücker.

Nachdem die Sperrungen aufgehoben waren, beantwortete Stolte die Fragen der Pressevertreter, während sein Team, das THW und die Feuerwehr mit den Aufräumarbeiten beschäftigt waren: Ein Baggerfahrer verschloss die Bombenfundstellen wieder, und ein Haus musste von einem Splitterschutz befreit werden. Dieser bestand aus einem Gerüst und Holzbrettern und war zuvor von Feuerwehr und THW zur Sicherheit aufgestellt worden. Während die Einsatzkräfte um ihn herumwuselten, sprach Stolte den Osnabrückern ein Lob aus: „Das Ordnungsamt ist hier absolut eingespielt“, so der Experte, der die „kurzen Wege und schnellen“ Entscheidungen der Osnabrücker Fachleute und Einsatzkräfte lobte. Außerdem wies er drauf hin, dass die Stadt Osnabrück schon seit Jahren von sich aus gezielt nach Bombenblindgängern sucht. Denn bei Blindgängern mit Langzeitzünder sei eines klar: „Irgendwann explodieren die mit tödlicher Sicherheit“, so der Sprengmeister.

Augenzeugen bitte melden

Zum Schluss des Gespräches mit unserer Redaktion hatten Sprengmeister Clemens Stolte und das Team vom Ordnungsamt noch eine Bitte: Am Samstag, während die Vorarbeiten liefen, habe sich ein Augenzeuge bei ihnen gemeldet, der auch Fotos dabei hatte. Dieser wollte am Sonntag noch einmal vorbei kommen, als die Experten mehr Zeit für Gespräche hatten. Leider sei er nicht gekommen. Daher wird er – ebenso wie alle anderen Augenzeugen – gebeten, sich bei Jürgen Wiethäupter unter Telefon 05 41/323-41 51 oder per E-Mail an wiethaeuper.j@osnabrueck.de zu melden.


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