Offenbar Unfall Seelöwe Karla stürzt im Zoo Osnabrück in Becken und stirbt

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Seelöwe Karla (Mitte) machte sich bei Fütterungen immer lautstark bemerkbar, damit sie genügend Fisch bekam (hier mit Tierpfleger Thorsten Vaupel). Foto: Zoo Osnabrück/Martina Hümmer.Seelöwe Karla (Mitte) machte sich bei Fütterungen immer lautstark bemerkbar, damit sie genügend Fisch bekam (hier mit Tierpfleger Thorsten Vaupel). Foto: Zoo Osnabrück/Martina Hümmer.

pm/nibu Osnabrück. Der Seelöwe Karla ist am Donnerstag im Zoo Osnabrück tödlich verunglückt. Das 32 Jahre alte Tier stürzte in ein leeres Becken und starb an den Verletzungen.

Der Unfall ereignete sich laut einer Mitteilung des Zoos Osnabrück gegen 14 Uhr. Laut Andreas Wulftange, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Zoo, wird das Becken etwa einmal die Woche entleert und gesäubert. „Die Seelöwen kennen das Vorgehen und bleiben während der eintägigen Säuberungsaktion meistens im Haus, bis das Becken wieder fast gefüllt ist“, wird Wulftange in der Mitteilung zitiert.

Obduktion in Hannover

Besucher berichteten, die Seelöwenkuh, die mit 32 Jahren ein sehr hohes Alter erreicht hatte, wäre in das Becken gestürzt. Ob Kreislaufprobleme aufgrund des schwülen Wetters daran schuld waren, soll jetzt die Obduktion in der Tierärztlichen Hochschule Hannover ergeben.

Beim Füttern laut gebrüllt

„Wir sind alle sehr traurig über den Vorfall, schließlich lebte Karla seit 1984 bei uns im Osnabrücker Zoo“, so Wulftange. Sie habe immer am lautesten bei den Fütterungen gebrüllt und wusste sich gegenüber den anderen Weibchen durchzusetzen. „Sie wollte auch immer neben Seelöwenbulle Rico schwimmen.“

Seelöwenkuh wirkte schwerfällig

Allerdings hatten die Tierpfleger bereits gemerkt, dass die betagte Seelöwenkuh in letzter Zeit schwerfälliger lief. Karla kam 1983 in Los Angeles zur Welt.

Weitere Berichte, Bildergalerien und Videos von den Tieren im Zoo Osnabrück finden Sie auf www.noz.de/zoo


Der Zoo Osnabrück wurde nach eigenen Angaben 1935 als Arbeitsgemeinschaft Heimtiergarten von Osnabrücker Bürgern gegründet und bereits 1936 als Heimattiergarten eröffnet. Während des Zweiten Weltkriegs wurde der Heimattiergarten größtenteils zerstört, doch anschließend verfolgten die Osnabrücker weiterhin ihr Ziel, für die Stadt einen Zoo zu schaffen. Im Laufe der Jahrzehnte entwickelte sich der Heimattiergarten zum Tiergarten und schließlich zum zoologischen Garten. Heute beherbergt der Zoo auf 23,5 Hektar circa 2.700 Tiere aus 300 Arten. 2014 besuchten den Zoo Osnabrück 1.003.000 Besucher.

Kalifornische Seelöwen leben nach Informationen des Zoos an den Küstenregionen der Nordamerikanischen Pazifikküste bis Mittelmexiko. Sie leben in Familien, die oft größere Einheiten bilden. Seelöwen gehören zu den Ohren-Robben, das heißt sie besitzen sichtbare Außenohren. Durch besondere Muskeln ist es ihnen möglich, die Ohren zu schließen, damit kein Wasser eindringt, wenn sie bis zu einer Tiefe von 100 Metern abtauchen. Sie ernähren sich von Tintenfischen und Fischen, wobei sie bis zu 30 Kilogramm am Tag verzehren können. Ihre dicke Speckschicht unter der Haut schützt sie vor der Kälte.

Der Seelöwe ist mit seinem torpedoähnlichen Körperbau und seinen zu Flossen umgewandelten Gliedmaßen gut an das Leben im Wasser angepasst. Er kann die Hinterflossen aber auch unter den Körper schieben und recht gewandt an Land laufen sowie geschickt klettern, wobei ihn ein guter Gleichgewichtssinn unterstützt.

Die Behändigkeit der Tiere außerhalb des Wassers ist notwendig, da Paarung, Geburt und Aufzucht der Jungen an Land stattfinden. Im Mai/Juni werden die Jungen gesetzt, sie sind etwa 65 Zentimeter lang und etwa 8 Kilogramm schwer. Die ersten zehn Tage bleiben sie an Land und werden alle zwei Stunden von der Mutter gesäugt. Sie können von Natur aus nicht schwimmen und müssen es von den Eltern erlernen.

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