Roboter und stabile Mondfahrzeuge Schülerforschungszentrum Osnabrück zeigt spannende Arbeiten

Von Gisela Kriz

Rennparcours „Greenfield“: Nicht jeder Roboter erkennt sofort die gelben Abkürzungen und in welchen Bereich ein Objekt geschoben werden soll. Foto: Hermann PentermannRennparcours „Greenfield“: Nicht jeder Roboter erkennt sofort die gelben Abkürzungen und in welchen Bereich ein Objekt geschoben werden soll. Foto: Hermann Pentermann

Osnabrück. Als Ziel haben sie stets die nächste Meisterschaft vor Augen. Auch wenn sie nicht immer gewinnen. Dennoch ist alles möglich. Wie etwa im vergangenen Jahr. Da wurde das Team der unter 12-jährigen „Robo-Dance-Kids“ mit seiner Show der tanzenden Roboter in Brasilien Weltmeister. Bei einem Sommerfest informierte das Schülerforschungszentrum (SFZ) Osnabrück jetzt über sein Leistungsspektrum.

Während Eltern, Lehrer und wissenschaftliche Betreuer sich bei hohen Temperaturen mit Getränken erfrischten, versuchten die Jugendlichen, am Computer ihre Entwicklungen zu optimieren. „Grundidee vieler Wettbewerbe ist, dass die Roboter auf Zeit einen Parcours durchfahren. Sie müssen Linien und Abkürzungen erkennen und auch Rampen bewältigen“, erklärte Annika Ludewigt (14). „Mit Berührungs- oder Ultraschallsensoren bemerken sie Dinge, die auf der Strecke liegen, und schieben sie aus der Gefahrenzone.“ Jakob Renard (16) von den „Robo Angels“ programmiert mit seinen Freunden Fußball-Roboter. „Damit haben wir den Regionalwettbewerb bei ,Jugend forscht‘ gewonnen“, erzählte er.

Die meisten Teams arbeiten für den Robo-Cup Junior in den Bereichen Tanz, Fußball und Opfer-Rettung. Sie nehmen teil an Qualifikationswettbewerben, manche an der deutschen Meisterschaft. „Im nächsten Jahr ist die WM in Leipzig. Da möchten wir gerne hinfahren, und sei es auch nur als Zuschauer“, gab Team-Betreuerin Katrin Lückmann einen Überblick. Die technikbegeisterten Jugendlichen waren schon bei Meisterschaften in Singapur, Mexiko und Istanbul. „Dann sind die Teams Gegner. Hier im Vorfeld helfen sie sich aber gegenseitig“, so Lückmann. Schon Grundschüler seien unter den Programmierern.

Mit einer Teilnahme am Moonbuggy-Race der US-Raumfahrtbehörde Nasa in Huntsville/Alabama liebäugelt das Forschungsteam „Mobilität“. Zum Testen stellte es sein Fahrzeug auf dem – allerdings recht planen – Parkplatz zur Verfügung. Das Zwei-Personen-Gefährt wird durch Muskelkraft bewegt. Was zählt, ist eine stabile, für Extremsituationen taugliche Konstruktion. „Wir wünschen uns einen Zwischenwettbewerb vor dem Antrag bei der Nasa. Das haben wir auf der Ideen-Expo vorgeschlagen“, sagte Betreuer Andreas Kahmann.

Der SFZ-Vorsitzende Werner Söte zog eine Parallele zum Breiten- und Spitzensport: Das wettbewerbsorientierte Forschen sei nur eine Seite des SFZ. Besonders gehe es aber um kontinuierliches Heranführen an eigenständiges Handeln im MINT-Bereich. Die Stärkung der technisch-naturwissenschaftlichen Kompetenzen der Schüler erhöhe ihre Studierfähigkeit und beruflichen Chancen. Als außerschulische Einrichtung ergänze das SFZ mit laufenden Angeboten den Schulbetrieb, von Hauptschule bis Gymnasium. Es kooperiere mit Uni, Hochschule und Industrie, gefördert durch zahlreiche Sponsoren aus der Region. „Als allgemeinbildende Schule profitieren wir sehr von dem SFZ-Netzwerk“, sagte Hans Kaes, Schulleiter der Hauptschule Innenstadt. Die Schüler könnten in den Metallwerkstätten der Berufsbildenden Schulen Brinkstraße regelmäßig Erfahrungen sammeln, experimentieren und sich qualifizieren.