Wohnungslosenhilfe Osnabrück Leiter Bernhard Lienesch in Ruhestand verabschiedet

Von Ulrike Schmidt


Osnabrück. Er war eine Institution in Osnabrück, sagte Generalvikar Theo Paul. Bernhard Lienesch, langjähriger Leiter der Wohnungslosenhilfe des Katholischen Vereins für soziale Dienste SKM, geht in den Ruhestand. Und Papst Franziskus, so ist Paul überzeugt, wäre sicher gerne beim Abschied dabei gewesen.

Viele der Anliegen des Papstes fänden sich bei Lienesch wieder, sagte der Generalvikar und zitierte Franziskus: „Ich denke oft, dass es fast unmöglich erscheint, jemandem zu helfen, ohne nicht auch selber schmutzig zu werden.“ Lienesch habe für die Wohnungslosenhilfe „gebrannt“, betonte der Osnabrücker SKM-Vorsitzende Franz-Josef Schwack. Das SKM-Motto „Der Mensch am Rand ist unsere Mitte“ habe das Handeln des scheidenden Sozialarbeiters, Theologen und Pädagogen bestimmt. So habe er sich nicht allein hauptamtlich der Arbeit gewidmet, sondern mit der Gründung des Förderkreises Wohnungslosenhilfe auch ehrenamtlich. Dieses Engagement werde er nach dem Ausscheiden aus dem Berufsleben fortsetzen.

Trauergemeinde organisiert

„Wohnungslosenhilfe und Lienesch gehören in Osnabrück zusammen“, sagte Bürgermeister Burkhard Jasper. Der Grundgesetzartikel „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ gelte für Lienesch über den Tod hinaus. Deshalb habe er eine Trauergemeinde organisiert, die verstorbenen Wohnungslosen und Menschen am Rande der Gesellschaft einen würdigen Abschied bereitet. Daran kann sich jeder Bürger beteiligen.

Gründungsvater der Möwe

SKM-Geschäftsführer Michael Strob ließ Lienesch‘ Leistungen seit 1983 Revue passieren. So sei Lienesch nicht allein Geschäftsführer der SKM-Wohnungslosenhilfe gewesen, sondern auch Leiter des Laurentiushauses und des Hedwighauses, stationären Einrichtungen zur Überwindung der Wohnungslosigkeit, und Gründungsvater der Möwe. Der soziale Betrieb ist seit 28 Jahren in der Qualifizierung, Förderung und Beschäftigung langzeitarbeitsloser Menschen aktiv mit dem Ziel, diese Menschen wieder in Arbeit zu vermitteln.

Heiligabend mit Wohnungslosen

„Manchmal musste ich auch zu meinem Glück gezwungen werden“, gab Bernhard Lienesch in seinen Dankesworten zu. Denn von der Übernahme der Möwe sei er anfangs wenig begeistert gewesen. Die von allen Seiten gelobte Arbeit sei nur im Team zu bewältigen. Lienesch dankte nachdrücklich seiner Familie für ihr Verständnis. In den 33 Jahren der Berufstätigkeit sei er nur zweimal an Heiligabend zuhause gewesen, sonst immer im Laurentiushaus.