Radtouren in der Region (17) Exotische Tiere auf dem Weg nach Ibbenbüren

Von Claudia Ix


Osnabrück. Auf den 29 Radwander-Kilometern von Osnabrück nach Ibbenbüren gibt es tierisch etwas zu sehen. Wobei Störche und Hähne noch zu den harmlosen Gattungen gehören.

Diese Tour ist eine ganz besondere. Sie gehört zu den insgesamt zwölf Touren der Osnabrücker Radfahr-Blüte, die Realschullehrer Heinz Wüppen ausgetüftelt hat: von Osnabrück aus mit der Bahn zu einem der sechs Bahnhöfe in der Umgebung und mit dem Rad zurück. Diesmal machen wir es anders herum, radeln von Osnabrück nach Ibbenbüren. Und diesmal ist die Tour sogar ein Geburtstagsgeschenk.

Zum Geburtstag eine Radwander-Tour

Jedes Jahr schenken Wüppen und sein Freund Heinz Rölker der gemeinsamen guten Freundin Claudia Rottmann zum Geburtstag eine schöne Radwander-Tour. Das scheinen auch die Menschen, die wir unterwegs treffen, zu wissen: Der Jogger in Hellern grüßt genauso freundlich wie die Dame kurz vor Lotte, die gerade die Fenster putzt. In Lotte kräht uns auch ein stolzer Hahn ein freundlichen „Willkommen“ entgegen.

Vorher aber hatten wir, noch auf Osnabrücker Gebiet, durch einen Zaun einen kleinen Blick auf eine Storchenaufzucht gehabt. Dann radeln wir durch die Felder weiter Richtung Lotte, immer der Hase-Ems-Tour folgend. Gut einen Kilometer vor Velpe hat Heinz Wüppen eine Überraschung für uns: Er führt uns rechts zu einem Hof, auf dessen Wiesen sich Strauße und sogar ein Känguru tummeln.

Die Strauße sind neugierig

Während das Känguru so distanziert und still im Gras sitzt und uns beäugt, dass Heinz Rölker schon mutmaßt: „Das ist doch nur ein etwas größerer Hase!“, sind die Strauße ausgesprochen neugierig. Gehen wir nach rechts, folgen sie uns. Gehen wir wieder nach links, sind sie ebenfalls dabei. Heinz Wüppen macht artistische Klimmzüge, um auf sein Rad zu steigen und beste Sicht auf die Tiere zu haben.

Diese Eindrücke müssen wir erst einmal mental verarbeiten, deshalb machen wir wenige 100 Meter weiter Richtung Velpe eine Rast. Mit Blick hinunter auf Nordrhein-Westfalen – wir werden heute ein paar Mal die Landesgrenzen überfahren – nehmen wir unser Frühstück ein. Heinz Rölker treibt aber schnell die Abenteuerlust weiter: Er klettert in das Wäldchen hinter unserer Bank und entdeckt einen privaten, idyllischen See und ein „Hünengrab“. Bevor er sich allerdings im siebten archäologischen Himmel wähnt, müssen wir feststellen: Die kunstvoll zu einer halbrunden Mauer aufgeschichteten Steine sind neuzeitlicher Natur und dienen einem Gartenstuhl als Wind- und Sichtschutz.

Ungeplanter Abstecher zur Velper Mühle

Aber Heinz Rölker gibt nicht auf. Eingangs Velpe-Süd will Heinz Wüppen eigentlich auf seiner Tour weiter den Rad-Schildern folgen, doch sein Freund biegt rechts ab. Wenige Meter weiter landen wir an der alten Mühle, die selbst Wüppen noch nicht kennt. Dahinter ist ein kleiner Teich mit Steg, ein perfekter Rastplatz. Aber wir haben schon genug gerastet.

Wir fahren einen Schlenker durch Velpe-Süd Richtung Bahnstrecke. Dort stoppt uns eine heruntergelassene Bahnschranke, die von selbst auch nicht aufgehen wird: Es ist eine Bedarfsschranke. Wüppen drückt, es dauert einen Moment, dann öffnet sich die Schranke. Wüppen sagt auf gut Glück „Danke“, aus dem Kästchen kommt knarrend die Antwort „Bitte!“.

Lange an der Bahn lang

Nun fahren wir scheinbar ewig entlang der Bahn die Velper Straße bis nach Laggenbeck und biegen dann ab nach Ibbenbüren. Ein paar Regentropfen begleiten uns, die in Ibbenbüren zu einem Regenschauer werden. Kurz suchen wir unter einem Baum Schutz, dann radeln wir über die Wilhelmstraße zum Bahnhof. Von hier fährt die Westfalenbahn in 15 Minuten zurück nach Osnabrück – ohne Begleitung von Hahn, Strauß und Känguru, aber auch ohne Nässe von oben.


Tourenbeschreibung nach Heinz Wüppen (von Ibbenbüren Bahnhof nach Osnabrück):

Vom Bahnhof Ibbenbüren geht es links die Wilhelmsstraße entlang, und die fahren wir durch ein nicht sehr attraktives Industrie-Wohn-Mischgebiet. Sie geht dann über in die Straße Wieskebrook. Mittlerweile begleitet uns das blaugrüne Fahrrad des Hase-Ems-Logos, und zwar weitgehend bis nach Osnabrück. Wenn der Wieskebrookweg nach 1,1 Kilometern auf dem Lauweg endet, können wir rechts über die Hase-Ems-Tour einen 600 Meter-Umweg machen, mit leichter Steigung. Oder wir fahren verkürzt links und gleich wieder rechts „An der Bahn“ am Bahnhof Laggenbeck vorbei und kommen auf die Tecklenburger Straße, fahren links über die Bahn und 100 Meter weiter sogleich rechts in die Velper Straße.

3,5 Kilometer weiter biegt rechts – es geht sogleich über die Bahn – die Brockbachstraße ab, der wir folgen. Wir fahren dann links in den Sommerkamp und bitten per Rufsäule den Schrankenwärter, die Schranke zu öffnen. In Velpe biegen wir rechts auf die Laggenbecker Straße und pausieren nach 300 Metern an der Holzmühle. Wenn die Hauptstraße nach 300 Metern rechts unter der Bahn abknickt, fahren wir schräg links über Hollesch zur Tecklenburger Straße (links) und nach weiteren 200 Metern geht’s rechts in den Siekenweg.

Nach wenigen 100 Metern biegen wir rechts in den„Hiälweg“ ab, auf dem wir nach einem Kilometer kurz anhalten müssen (an der Kreuzung mit dem Fuchsgrabenweg und Am Gartenhügel), denn in dem Privatgehege links gibt es den Vogel Strauß, Kängurus und anderes Federvieh. Auf diesem Abschnitt gibt es denn auch die einzigen leichten Steigungen.

Bald geht es links auf die Velper Straße und nach etwas mehr als einem halben Kilometer biegen wir rechts auf die Ibbenbürener Straße ein, auf der wir gut 1,5 Kilometer bleiben müssen, bevor wir, jetzt in Lotte, am Kreisel links in die Bahnhofstraße abbiegen dürfen. Nach 700 Metern zweigt für rechts der Merschweg ab. Nach gut 500 Metern geht’s links in die Krümpelstraße, die nach der Kreuzung zur Feldmark wird. Bald nach der Überquerung der A 1 geht es links in die Feldmark, die uns zum Wacholderweg führt. Wir kommen an die Birkenallee, rechts zum Kreisverkehr, links auf die Rheiner Landstraße, doch nach 500 Metern dürfen wir wieder links die autodominierte Straße verlassen. Fortan radeln wir im Zickzack auf teilweise unbefestigten Wegen durch ein schönes Stück Osnabrücker Stadtrand und kommen auf dem Lotter Kirchweg wieder auf Asphalt an – und in Osnabrück. Rechts liegt der Heger Friedhof. Nach 800 Metern biegen wir rechts in die Allee der Trotzenburg, nach 600 Metern sind wir auf der Rheiner Landstraße, erst links und gleich danach rechts in die Ernst-Sievers-Straße, die uns geradewegs zur Katharinenkirche im Zentrum führt.