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Feuerwehr reagiert mit Facebook-Appell 18-jähriger Osnabrücker stirbt nach Bahnstrom-Unfall

Die Feuerwehr Osnabrück musste in der Nacht zu Samstag zu einem tragischen Unfall am Güterbahnhof ausrücken. Foto: Benjamin BeutlerDie Feuerwehr Osnabrück musste in der Nacht zu Samstag zu einem tragischen Unfall am Güterbahnhof ausrücken. Foto: Benjamin Beutler

Osnabrück. In der Nacht zu Samstag ist ein junger Mann im Stadtteil Gartlage auf einen Güterwaggon geklettert. Er kam der 15000-Volt-Hochspannungsleitung zu nahe und erlitt einen schweren Stromschlag. Am Samstagnachmittag erlag der 18-Jährige in einer Dortmunder Spezialklinik seinen massiven Brand- und Kopfverletzungen. Die Feuerwehr reagierte auf den Vorfall mit einer emotionalen Botschaft.

Wie die Bundespolizei berichtet, war der junge Mann gegen 1 Uhr auf den Eisenbahnwagen geklettert. Zuvor hatte er gemeinsam mit Freunden an einer Party in einer Gartenkolonie in der Nähe teilgenommen. Warum er gemeinsam mit einem gleichaltrigen Freund zu dem nahe gelegenen Bahndamm ging, ist nach Angaben der Ermittler noch unklar. Fest steht, dass der 18-Jährige auf den Waggon stieg, während der Freund unten wartete. Wie die Beamten vermuten, hob der junge Mann den Kopf, als er oben auf dem Waggon ankam, und berührte dabei eine Oberleitung. In der Folge des Stromschlags stürzte er vom Wagen und zog sich neben extremen Verbrennungen schwere Kopfverletzungen zu. Er landete im Gleisbett, von wo aus die Einsatzkräfte ihn später abtransportierten.

Gefährlicher Hilfseinsatz

Während des Einsatzes musste der Strom der Oberleitungen abgeschaltet werden. Es habe sich wegen der Dunkelheit um einen gefährlichen Einsatz gehandelt, betonte ein Polizeisprecher.

Für die Zeugen und die Einsatzkräfte muss es darüber hinaus ein schreckliches Erlebnis gewesen sein, das sie noch lange verfolgen wird. Das wird in einer Veröffentlichung der Osnabrücker Berufsfeuerwehr auf Facebook deutlich. „Letzte Nacht um 1 Uhr wurde die Feuerwehr Osnabrück wieder einmal zu einem schweren Unfall auf das Bahngelände Nähe Bremer Brücke gerufen“, heißt es in dem Eintrag, den die Feuerwehr am Samstagmorgen veröffentlichte. Die Einsatzstelle sei schwer erreichbar gewesen, und die Retter seien mit schrecklichen Bildern konfrontiert worden, die sie „so schnell oder sogar nie aus den Köpfen bekommen werden“.

(Weiterlesen: Osnabrücker Bahnstrom-Opfer geht an die Öffentlichkeit)

Warum?Letzte Nacht um 1.00 Uhr wurde die Feuerwehr Osnabrück wieder einmal zu einem schweren Unfall auf das Bahngelä...

Posted by Feuerwehr Osnabrück on Freitag, 17. Juli 2015

Dann wird die Nachricht eindringlich und emotional: „He, ihr da, die auf dem Weg nach Hause eine Abkürzung über die Gleise nehmt“, schreibt die Feuerwehr, „bleibt verdammt noch mal von den Waggons weg. Oder einfach komplett von den Gleisen. Ihr seid nicht besonders coole Socken, wenn ihr auf einem Waggon rumklettert, sondern ihr seid Toast!“ In den vergangenen Monaten seien solche Einsätze immer wieder vorgekommen. Sie seien unfassbar tragisch für die Opfer, aber auch unvergesslich für die Einsatzkräfte.

Die Feuerwehr scheint davon auszugehen, dass sich Jugendliche trotz aller Warnungen auch weiterhin nicht von derartigen Mutproben von derartigen Mutproben abbringen lassen werden. Im Resümee der Feuerwehr zumindest schwingt Resignation mit: „Wie oft werde ich diesen Text mit einem anderen Datum wohl noch schreiben müssen?“

(Weiterlesen: Lebensgefährlicher Leichtsinn: Mann fährt auf Zugkupplung in Osnabrücker Bahnhof ein)


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