ADFC Osnabrück und Pro Rad Osnabrücks Autofahrer halten Abstand zu Radfahrern nicht ein


Osnabrück. Nicht selten ziehen Autos nur wenige Zentimeter an Radfahrern vorbei – lebensgefährlich für Letztere. Der ADFC Osnabrück und die Initiative Pro Rad haben zu einer Aktion eingeladen, mit der sie auf die Gefahr hinweisen wollten.

Es braucht nicht zu einer Berührung kommen, damit ein vorbeifahrendes Fahrzeug zum Problem für Fahrradfahrer wird, sagt der ADFC-Vorsitzende Uwe Schmidt: „Wirbelschleppen können beim Überholen die Stabilität gefährden.“ Mit Abstandhaltern aus Schaumstoff und Warnwesten ausgerüstet, machten sich Mitglieder des ADFC Osnabrück und der Initiative Pro Rad auf den Weg. Sie wollten zeigen, dass der eingehaltene Abstand beim Überholen von Fahrrädern im Alltag weit vom vorgesehenen Maß abweicht.

„Sicherheitsgefühl gestiegen“

Die Schaumstoffröhren verfehlten ihre Wirkung jedenfalls nicht: Andere Verkehrsteilnehmer überholten die Fahrradfahrer weder auf der Straße, noch auf sogenannten Schutzstreifen, solange keine Fahrbahn zum Ausweichen frei war. „Das Sicherheitsgefühl ist dadurch sehr gestiegen“, sagte Schmidt. Die Lkw- und Autofahrer blieben entspannt, manche grüßten freundlich. Viele fragende Blicke machten aber deutlich, dass das Problem nicht erkannt wurde.

Anderthalb bis zwei Meter Abstand

Die Straßenverkehrsordnung schreibt motorisierten Verkehrsteilnehmern vor, beim Überholen von Radfahrern einen „ausreichenden Seitenabstand“ einzuhalten. Dieser ist zwar nicht definiert, doch Gerichtsurteilen zufolge beträgt er zwischen anderthalb und zwei Metern. Kurzum: Auf einer normal breiten Straße kann ein Autofahrer keinen Radfahrer überholen, wenn Gegenverkehr naht. Das gilt selbst bei Straßen, auf denen Radfahrer rote Radwege haben.

„Fordern Tempo 30 auf Lotter Straße“

Es gebe Bereiche, die besonders gefährlich sind, meinte der ADFC-Vorsitzende: „Wir fordern Tempo 30 auf der Lotter Straße.“ Er lobte aber die hohe Eigeninitiative der Verwaltung. Auch Stadtbaurat Frank Otte ist das Problem bekannt. Bei der Vorstellung der bisherigen Zahlen der Umfrage zum Radverkehrsplan nannte er in der vergangenen Woche die Lotter Straße als Beispiel. Stadteinwärts bekommen Radfahrer an der Straße einen Schutzstreifen, doch auch der kann Autofahrer nicht daran hindern, dicht zu überholen.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN