Radtouren in der Region (16) „Bergwertungen“ auf dem Weg nach Tecklenburg



Osnabrück. Wer gewinnt die Bergwertung? Diese Frage stellt sich auf der 28 Kilometer langen Tour von Lengerich nach Osnabrück. Denn in der ersten Tourhälfte erwarten die Radwanderer einige Höhepunkte – im wahrsten Sinne des Wortes.

Die Tour ist ein weiterer Teil der „Radfahr-Blüte“ von Lehrer Heinz Wüppen: mit dem Zug ins umliegende Land und dann mit dem Rad zurück. Lengerich, das sind 13 Minuten mit der Westfalenbahn, und die sind garantiert nicht so schweißtreibend wie der Weg zurück.

Verspielte Herrentruppe

Anfangs noch munter, radelt die Herrentruppe mit Heinz Wüppen, Georg Lückmann, Martin Tradt und Jürgen Meyer vom Bahnhof Richtung Lengericher Innenstadt. In der Fußgängerzone können die Herren nicht anders: Die Wasserspiele sind doch allzu verlockend. Also fröhlich im Slalom immer um die Wassersäulen herum. Noch haben sie jede Menge Kraft.

Hinter der Fußgängerzone und an der LWL-Klinik vorbei, stoppen wir am Skulpturen-Park. Wir bleiben allerdings nur am Anfang des Parks und klettern auf eine Aussichtsplattform. Kurze Diskussionen, ob wir uns die Zeit für den Park nehmen sollen. Die Entscheidung: nein. Es liegt ja auch noch einiges vor uns.

Auf Asphaltwegen mächtig bergauf

Zum Beispiel, auf dem Weg nach Tecklenburg, der Kleeberg. Der hat es in sich, es geht auf Asphaltwegen mächtig bergauf, die Natur können wir kaum genießen. Die Gruppe zieht sich auseinander. Diese Bergwertung geht eindeutig an Georg Lückmann. Und schon wird wieder diskutiert: Welche Farbe bekommt die „Bergziege“ bei einem internationalen Radrennen? Gibt es da einheitliche Vorgaben? Luft haben die Herren ganz offensichtlich schon wieder genug.

Am Funkturm vorbei, biegen wir gut 100 Meter später links am Gatter vorbei auf einen Feldweg ab. Über einen holprigen Weg fahren wir zur Aussichtsplattform auf den Lengericher Canyon, ein Relikt der Kalk- und Zementproduktion. Ein wunderschöner Blick, der See leuchtet an diesem Sommertag in tiefem Grün. Ist es ein Baggersee, oder täte man ihm damit Unrecht?

Durch die Tecklenburger Alpen

Die Diskussion geht weiter, während wir wieder bergab fahren. Vorbei an einem idyllisch gelegenen Campingplatz, auf dem holländische Autokennzeichen dominieren. Das hatten die Herren schon vorher erzählt: Für die Nachbarn aus den Niederlanden ist das Gebiet rund um Tecklenburg wie die Alpen.

Wie in den Alpen fühlen wir uns wenig später auch. Zunächst umrunden wir noch den Königsee Tecklenburg, der eigentlich Königseen heißen müsste. Dann passieren wir das herrschaftliche „Haus Marck“ mit einer schönen Kopfsteinpflaster-Allee. In „Haus Marck“ findet gerade eine Hochzeit statt. Da wollen wir nicht stören und nehmen, statt eines Schlucks aus dem Sektglas, lieber die letzten 1,1 Kilometer ins Freilufttheater-StädtchenTecklenburg unter die Räder.

Bergauf mit 20 Prozent Steigung

Mit jedem Meter scheint es steiler zu werden. Um die 20 Prozent mögen es am Ende gewesen sein. Und je steiler es wird, desto höher wird der Anteil an Rennradfahrern. Nicht nur für die Niederländer, auch für die münsterländischen Sportfahrer ist Tecklenburg eine Bergetappe. Und für uns Hobbyradler sowieso. Wir keuchen die Straße hoch, biegen am Puppenmuseum links ab auf das Kopfsteinpflaster Richtung Markt, und kapitulieren: Das ist einfach zu steil. Also schieben wir die letzten Meter bergauf, was mindestens genauso anstrengend ist wie das Fahren. Nur Jürgen Meyer schiebt nicht: Er radelt außen herum in die Innenstadt. Zwischendurch wartet er auf uns, aber wir kommen nicht. Wir sind ja schon oben – schiebend, aber immerhin.

Aufladestation wird rege genutzt

Am Haus des Gastes finden wir uns alle wieder: Die Hobbyradlergruppe aus Osnabrück inklusive Jürgen Meyer, viele andere Hobbyradler, die Rennradfahrer, Touristen. Direkt am Haus des Gastes wird die Aufladestation für E-Bikes rege genutzt. Zeit für eine Besichtigung des wunderschönen Städtchens mit Freilichtbühne und historischen Gassen.

Bei einer kleinen Pause im Café träumen die Herren, nun wieder bei Puste, von einer Radtour quer durch die Republik. Für den ein oder anderen Berg fühlen sie sich gerüstet.

Zurück nach Osnabrück

Bevor sie womöglich zu einer Weltumradlung aufbrechen, müssen wir aber erstmal zurück nach Osnabrück. Beim Fernsehturm genießen wir den Blick auf Ibbenbüren, auf zufriedene Kühe und eine sonnenbadende Dame. Dann geht es bergab. Jürgen Meyer bricht hier jeden Geschwindigkeits-Rekord, verabschiedet sich aber noch vor dem Goldbach, an dem uns das Osnabrücker Land nach unserem Ausflug in Tecklenburger Land zurückhat. Über Hasbergen und den Eselspatt, vorbei am Jugend-Leistungszentrum des VfL Osnabrück, radeln wir zurück in die Innenstadt von Osnabrück. Und sind froh, dass sich uns heute nicht noch ein Berg in den Weg stellt.


Tourbeschreibung nach Heinz Wüppen:

Vom Bahnhof aus geht es rechts auf der Bahnhofsstraße in Richtung Innenstadt. Nach 2,4 km sind wir auf dem Rathausplatz. Wir folgen der Straße „Altstadt“, sogleich geht’s rechts auf die Bodelschwinghstraße und geradeaus über die dicke Schulstraße hinweg folgen wir der Friedhofstraße bergan, bis wir nach gut 800 m rechts in „Am Kleeberg“ einbiegen. Nach wenigen 100 m weist uns ein Schild auf den nächsten Tour-Höhepunkt hin: Hier beginnt ein kurzer Abstecher zum „Alva-Skulpturenpark“. Und – wenn wir wollen – wandern wir noch ein ganzes Stück weiter an Skulpturen vorbei zum Blick in den legendären „Lengericher Canyon“, den wir aber später noch von oben sehen werden. Wir fahren auf dem Feldweg bergan am Garten vorbei und kommen durch das Tor der Friedhofskapelle, dann sofort links auf die kleine Asphaltstraße „Am Kleeberg“. Es geht jetzt für kurz enorm steil hoch, an der höchsten Stelle passieren wir den Lengericher Funkturm, und gut 100 m weiter, links am Gatter vorbei, erscheint nach weiteren 100 m auf einem unscheinbaren Pfad die Aussichtsplattform über dem Canyon. 200 m weiter auf diesem Schotterweg gibt es noch eine zweite Plattform. Zurück auf „Am Kleeberg“: Nach 1 km überqueren wir die Autobahn A 1, um nach weiteren gut 600 m links auf den „Exterheider Damm“ einzubiegen. Nach 400 m kreuzen wir die Lengericher Straße in die Königsstraße. Nach wenigen 100 m erscheinen links Fischteiche (Königsteich). Wenig weiter auf der Königsstraße, in der Rechtskurve, geht links ein Pfad ab, kreuzt die Bahnschienen und führt durch eine Kopfsteinpflaster-Allee zum herrschaftlichen „Haus Marck“. Weiter, wieder über die Bahn, kommen wir zwangsläufig in die Apfelallee, dann links („Marcker Esch“) und bald wieder rechts („Grüner Weg“). Bis in die Altstadt von Tecklenburg kostet es noch etwas Schweiß. Denn jetzt geht es an der Hauptstraße (Bahnhofsstraße) entlang steil hoch zur Stadt. In der scharfen Rechtskurve fahren wir dir kleine holprige Stiege („Wellenberg“) hoch und erleben, dass das letzte Stückchen sogar die E-Bikes geschoben werden müssen. Links sind wir dann bald am Markt.

Wir verlassen Tecklenburg wieder über die Landrat-Schultz-Straße aus der Altstadt und kommen bald an die stark befahrene Hauptstraße. Wir halten uns links (Pagenstraße), aber zum Glück geht es schon 1 km weiter rechts in die ruhige Grafenstraße, anfangs bergan, doch dann für lange Zeit bergab. Wir passieren den riesigen Tecklenburger Fernsehturm (111 m hoch ), müssen abbremsen, wenn wir die Leedener Straße kreuzen, unterqueren die A 1, sehen links den „Regenbogen“-Campingplatz. Nach der Kreuzung mit der Lotter Straße heißt unsere Route Hasberger Straße, knapp 300 m danach zeigt ein Schild nach rechts in „Auf dem Tellkamp“, wo wir aber nur bei gutem Wetter einbiegen, da ein Teil dieses kleinen Schlenkers unbefestigt und unter Umständen matschig ist. Nach einiger Zeit mündet der Weg ohnehin wieder auf der Hasbergener Straße. Auf dieser Straße bleiben wir und kommen nach Hasbergen, am Bahnhof vorbei. 300 m nach dem Bahnhof biegen wir links und gleich wieder rechts in die Niedersachsenstraße, die nach 1,1 km zum Hasberger Weg wird. 550 m weiter geht es links in „Diekriede“ und nach 300 m links in „Heller Esche“.

Ab jetzt folgen wir bis ins Zentrum Osnabrücks dem gelb-roten Symbol der „Düte-Tour“, die uns nach 300 m rechts über den schönen, aber schmalen „Eselspatt“ führt. Wir kommen nach schönen 2,2 km auf die Straße „An der Blankenburg“. Sofort nach der A 30-Unterführung werden wir rechts ab auf einen Pfad gelenkt. Im Zick-Zack-Kurs kommen wir nach 1,3 km auf die Ernst-Sievert-Straße, die uns direkt und stets geradeaus über 2,4 km zur Katharinenkirche führt.

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