Überall Grenzwerte eingehalten? Wie viel Nitrat ist im Wasser in Osnabrück und im Landkreis?

In Osnabrück sowie im Landkreis sind die Nitratwerte in Ordnung. Symbolfoto: dpaIn Osnabrück sowie im Landkreis sind die Nitratwerte in Ordnung. Symbolfoto: dpa

Osnabrück. Wegen der intensiven Landwirtschaft steigen die Nitratwerte im Grundwasser in vielen Regionen Deutschlands an. Viele Wasserversorger haben Problem, den Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter einzuhalten. Wie sieht es in Stadt und Landkreis Osnabrück aus?

Drei Viertel des Trinkwassers in Deutschland werden aus dem Grundwasser gewonnen, doch aufgrund überdüngter Böden weist dies oftmals zu hohe Nitratwerte auf. Der Grenzwert liegt bei 50 Milligramm pro Liter. Hier ein Überblick über die Nitratwerte in Stadt und Landkreis Osnabrück:

Stadt Osnabrück

Die Stadt Osnabrück bezieht ihr Wasser aus drei Wasserwerken der Stadtwerke: Düstrup, Thiene und Wittefeld. Das Wasser im Versorgungsbereich Wittefeld hatte 2013 durchschnittlich 7,17 Milligramm pro Liter. Im Versorgungsbereich Thiene lag der Wert bei 7,11. Den mit 19,6 Milligramm pro Liter höchsten Wert gab es im Jahr 2013 im Versorgungsbereich Düstrup – doch auch dieser lag noch weit unter dem in der Trinkwasserverordnung.

Marco Hörmeyer, Pressesprecher der Stadtwerke Osnabrück, sagte unserer Redaktion erst kürzlich, dass auch die Stadtwerke Osnabrück mit Rückständen aus der Landwirtschaft zu kämpfen hätten. Im Osnabrücker Wasserwerk Düstrup installierten die Stadtwerke 2005 die seinerzeit bundesweit größte Membranfiltrationsanlage zur Wasseraufbereitung. „Grundsätzlich konnten wir feststellen, dass wir den befürchteten Nitratanstieg aufhalten konnten und geben in diesem Zuge sogar nitratarmes Wasser an einige Nachbarversorger ab“, hatte Hörmeyer gesagt.

Osnabrücker Südkreis

Der Wasserbeschaffungsverband Osnabrück-Süd verfügt über vier Wasserwerke in Glandorf, Alt-Georgsmarienhütte, Oesede sowie Hilter. Aus 24 Brunnen gewinnen sie Wasser, mit denen der Verband eigener Angabe zufolge rund 100.000 Menschen mit Trinkwasser versorgt. Dazu gehören Bad Iburg, Bad Laer, Hagen, Hasbergen, Dissen und Bad Rothenfelde.

Im Wasserwerk Glandorf lag der Nitratwert bei einer Messung im März 2014 bei 25 Milligramm pro Liter. Im Wasserwerk Alt-Georgsmarienhütte wurden im September 2014 5,2 Milligramm Nitrat pro Liter gemessen. Im Wasserwerk Oesede ergab eine Messung einen Wert von 17 Milligramm. Weitaus höher, aber noch im Rahmen, war der Wert im Januar 2014 im Wasserwerk Hilter: Dort betrug der Wert 37 Milligramm pro Liter. Im Südkreis muss sich folglich niemand um erhöhter Nitratwerte sorgen. (Zu einzelnen Bereichen der Gemeinde Georgsmarienhütte gibt es hier weitere Werte.)

Bereich Melle

In Melle liegt der Nitratgehalt im Trinkwasser zwar weit unter dem Grenzwert, im Landkreisvergleich ist er aber relativ hoch. Netzproben aus August und September 2014 ergaben 29 Milligramm pro Liter in Melle-Mitte, 25 in Buer, 42 in Bruchmühlen, 30 in Gesmold, 27 in Neuenkirchen, 42 in Riemsloh, 18 in Wellingholzhausen, 24 in Westerhausen sowie 4 Milligramm pro Liter in Bünde.

Stadt Bramsche

Bürger in Bramsche müssen sich ebenfalls nicht sorgen: Das Wasserwerk wies im April dieses Jahres einen niedrigen Wert von 6,6 Milligramm pro Liter nach.

Bersenbrück, Quakenbrück, Fürstenau

Im Wasserverband Bersenbrück sind die Werte ebenfalls sehr niedrig – mit Ausnahme des Wasserwerkes Engter-Niewedde. Dort liegt der Wert dem Verband zufolge bei 26 bis 29 Milligramm pro Liter. Im Wasserwerk Ahausen liegt er bei weniger als 1,0 Milligramm, im Wasserwerk Plaggenschale bei 1,4, im Werk Ohrte ebenfalls bei unter 1,0 und im Wasserwerk Fürstenau bei 7,0 Milligramm.

Ahausen beliefert unter anderem Rieste, Alfhausen sowie Teile Quakenbrücks. Das Wasserwerk Plaggenschale beliefert unter anderem Bersenbrück, Neuenkirchen und Merzen. Das Wasserwerk Ohrte beliefert unter anderem Bippen, Berge, Kettenkamp, Eggermühlen, Nortrup, Teile Quakenbrücks und Menslage. Das Wasserwerk Fürstenau beliefert die Stadt selbst. Das Wasserwerk Engter-Niewedde beliefert unter anderem Engter, Kalkriese und Vörden.

Wittlager Land

Der Wasserverband Wittlage mit seinen sieben Wasserwerken ließ sein Wasser zuletzt Mitte des vergangenen Jahres untersuchen. Im Wasserwerk Lintorf wurden weniger als 1 Milligramm Nitrat pro Liter gemessen. In Barkhausen waren es 5 Milligramm, in Bohmte 3,5, in Dahlinghausen 2,4, in Harpenfeld 1,1 und in Hunteburg 3,2 Milligramm.

Das Trinkwasser in Deutschland bekommt zwar regelmäßig gute Noten, aber viele Regionen hätten mit hohen Nitratwerten zu kämpfen, warnte der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) am Dienstag. „43 Prozent der Grundwässer weisen bereits Nitratgehalte zwischen 25 und 50 Milligramm pro Liter auf“, hatte Jörg Simon vom BDEW gesagt. Viele Wasserversorger könnten den Nitratgrenzwert von 50 Milligramm pro Liter nur durch Notlösungen – etwa das Mischen mit unbelastetem Wasser – unterschreiten.


4 Kommentare