Auf Shanty-Festivals unterwegs Original Osnabrücker Windjammer: „Wir wollen für andere singen“



Osnabrück. „Wir wollen für andere singen“, sagt Harald Ladusch vom „Original Osnabrücker Windjammer“. Dessen Mitglieder sind gar nicht darauf aus, nur im geschlossenen Stübchen die Stimmen zu erheben.

Daher hat dieser Chor, obwohl es ihn erst seit Anfang 2015 gibt, bereits 18 öffentliche Auftritte absolviert. So waren die „Windjammers“ in diesem Jahr bereits bei Shanty-Festivals in Emden, Cuxhaven und Travemünde, sie begeisterten die Besucher der Freizeitmesse am FMO und der Maiwoche, sangen in Seniorenheimen und auf Straßenfesten.

Singen mit der Verteidigungsministerin

„Am vergangenen Freitag sind wir auf dem Hof Kasselmann in Hagen aufgetreten“, erzählt Jürgen Lammert, der für das Management der „Windjammers“ verantwortlich ist. Als die Sänger Ursula von der Leyen unter den Besuchern entdeckten, luden sie die Verteidigungsministerin kurzerhand zum Mitsingen ein. Spontan sagten die Gastgeber und Frau von der Leyen zu. „Aus einem Lied wurden sogar zwei, offenbar hat die Ministerin Spaß am Singen“, so Lammert. Damit die 20 Chormitglieder, darunter sechs Frauen, in der Öffentlichkeit ansprechend in Erscheinung treten, wird auf zünftige Kleidung wert gelegt. Dafür wurden Matrosenhemden mit dem Emblem der „Windjammers“ bestickt. Alle tragen Weiß, nur Chorleiterin Christiane Mieth trägt ein Hemd in Dunkelblau. Die Musiklehrerin, die an der Domschule unterrichtet, dirigiert nicht nur Stimmen, sondern auch eine komplette Band: Keyboard, Schlagzeug, Akkordeon, Elektrobass, Gitarre und Mundharmonika sorgen für instrumentale Begleitung.

„Bisher singen wir fast nur Shantys“, betont Ladusch, der Vorsitzende des Chores. Die Arbeitslieder, die früher als Taktgeber bei der Arbeit auf den großen Segelschiffen dienten, sollen zwar Schwerpunkt des Repertoires bleiben, doch will man in Zukunft auch andere Seemannslieder und alte Schlager einstudieren. So könnte demnächst auch die Atmosphäre wie in einer alten Hafenkaschemme aufkommen, in der Hans Albers von der „Liebe der Matrosen“ singt.

Platz für neue Mitglieder

„Wir denken auch an Lieder wie ‚Das alte Försterhaus‘. Wenn wir das singen, sind gerade die älteren Zuhörer überglücklich“, sagt Lothar Gellert, der 2. Vorsitzende des Sängerbundes. Sein Sohn Jan sorgt dafür, dass der Altersdurchschnitt des Chors gesenkt wird. Der 19-jährige Grafik-Design-Student spielt Schlagzeug und kümmert sich um die Gestaltung der Auftrittsprogramme. „Wir haben noch Platz für weitere neue Mitglieder. Wer Spaß an Singen und Klönen hat, kann sich gerne melden“, sagt Ladusch, bevor er mit dem Chor ein schwungvolles „Bye Bye My Roseanna“ anstimmt.

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Chor kompakt: Name: Original Osnabrücker Windjammer; Chorleiter: Christiane Mieth; Probe: mittwochs, 19–21 Uhr, in Klattes Speisekammer, Atterstraße 117; Organisation: Freier Chor, Mitglied im Dt. Chorverband und im Fachverband Shantychöre Deutschland; Kosten: 60 Euro im Jahr; Kontakt: Harald Ladusch, Tel. 0541/96384057

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