Radtouren in der Region (15) Nach Lengerich: Zwei Stunden, zwei Bundesländer


Osnabrück. Zwei abwechslungsreiche Stunden und 23 Kilometer Strecke, schon ist der Radwanderer in Lengerich – und in einem anderen Bundesland.

Ins Tecklenburger Land und damit von Niedersachsen nach Nordrhein-Westfalen, vom Osnabrücker Land ins Münsterland, führt die Route „Osnabrück – Lengerich“, die Lehrer Heinz Wüppen für seine Radfahr-Blüte ausgetüftelt hat. In Lengerich kann der Radwanderer dann – das ist das Prinzip der „Blüte“ – in den Zug steigen und problemlos mit der Westfalenbahn für 5,10 Euro plus 3 Euro fürs Rad in 13 Minuten zurück nach Osnabrück fahren.

Zwischenstopp beim Gartenprojekt

Vom Stadtteil Wüste startet heute eine kleine Radwander-Truppe – und hält nach wenigen 100 Metern auf der Limberger Straße sofort wieder an: Das „What happens to the garden“-Projekt mit seinem eigenwilligen Toilettenhäuschen lässt Georg Lückmann, Martin Tradt, Jürgen Meyer, Heike Rahmsdorf und Heinz Wüppen stauen. Rahmsdorf und Tradt machen es sich sofort in einer Holz-Liege bequem. Viel Zeit bleibt ihnen nicht: Wir wollen schließlich noch ein bisschen weiterkommen.

Doch kaum vom Gartenprojekt weg, müssen wir wieder halten und staunen. Die Unterführung mit dem „Musikexpress“, einem riesigen gemalten Kunstwerk an den Betonwänden der Unterführung Limberger Straße/Ecke Feldstraße, können wir nicht kommentarlos passieren.

Und schon sind wir im freien Feld. Wir lassen die Stadt hinter uns und radeln erst einmal ein Stück über den „Dütekolk“ und den Waldweg durch den Hörner Bruch. Munter fährt Heinz Wüppen quer über einen Bauernhof. Wir folgen ihm vertrauensvoll – bis der Hofhund kommt. Er weiß, was er zu tun hat, und verbellt uns. Wir treten schneller, reden beruhigend auf ihn ein und verschwinden flott wieder.

Vorbei am Augustaschacht

Über den Feldweg, den man genauso gut mit Mountain Bikes fahren könnte, fahren wir weiter auf die Holzhausener Straße und vorbei am Augustaschacht, dem Arbeits- und Straflager des 3. Reiches. Dann biegen wir ab in den Wald, müssen nochmal kurz die Osnabrücker Straße entlangfahren und landen schließlich im Wald, „Zur Hüggelschlucht“. Hier ist bereits Hagen am Teutoburger Wald. Hier ist es idyllisch, ruhig und wellig.

Die Hinweisschilder der Mühlenroute weisen uns den Weg zur Gellenbecker Straße und damit zur Gellenbecker Mühle, einer Wassermühle am Goldbach. Wir wundern uns über die Schuhe auf dem Geländer. Sie sind fest montiert, aber warum stehen sie dort?

Angenehme 8,1 Kilometer

Bevor wir lange rätseln, fahren wir weiter Richtung Lengerich. Unser Ziel ist jetzt noch genau 8,1 Kilometer entfernt. Und das sind angenehme 8,1 Kilometer, denn wir sind ja schon recht weit oben. Wir fahren durch die Bauerschaft Sudenfeld und das schöne Holperdorper Tal und dann über den Hohner Weg Richtung Lengerich. Jetzt geht es gut drei Kilometer nur noch bergab. Wir genießen den Fahrtwind und rollen beschwingt nach Lengerich hinein. Rechts passieren wir das Zementwerk, fahren links über die Fußgängerbrücke über die Bahn und dann an den Schienen entlang zum Bahnhof.

Hier fährt die Westfalenbahn zurück nach Osnabrück. Oder aber, wenn man sich vielleicht gerade erst warmgeradelt hat, kann man auch zurückradeln. Dann aber bitte mit einer Tour-de-France-ähnlichen Bergwertung über Tecklenburg. Abwechslung muss sein.


Tourbeschreibung nach Heinz Wüppen (in umgekehrter Richtung vom Bahnhof Lengerich Bahnhof):

Aus dem Bahnhof Lengerich kommend halten wir uns links auf der Bahnhofstraße und biegen nach 800 m links ab, um über die Fußgängerbrücke die Schienen zu kreuzen und dann rechts auf der Lienener Straße zu radeln, bis nach 1 km links die Sudenfelder Straße abzweigt. Noch kurz ist es gemächlich, doch dann beginnt die heftigste Steigung dieser Tour, den Teutoburger Wald hoch. Doch als nach 2,6 km die Abzweigung links nach Sudenfeld (Hohner Weg) kommt, sind wir schon ein Stück hinter der „Passhöhe“. Wir rollen durchs Holperdorper Tal, durch die Bauernschaft Sudenfeld und (über Gretzmanns Esche ) weiter zur Einmündung in die Holperdorper Straße (links einbiegen). Nach 1,3 km geht es geradeaus über den neuen Kreisverkehr und von hier 500 m über die Gellenbecker Straße zur Gellenbecker Wassermühle am Goldbach. Nach 400 m treffen sich einige Straßen, wir fahren (etwa geradeaus) in „Im Grund“.  Nach 1,2 km sind wir oben angekommen und müssen uns entscheiden, ob wir links über „Am Jägerberg“ einen Abstecher zum legendären Silbersee machen oder geradeaus über „Zur Hüggelschlucht“ auf der Tour bleiben.

„Zur Hüggelschlucht“ heißt nun unser geschlängelter Weg durch die wellige Hagener Umgebung, doch nach 1,3 km müssen links in die verkehrsreiche Osnabrücher Straße abbiegen. Aber nach nur 1 km heißt es: links ab, am Hüggelhof vorbei in den Wald. Nach 1,4 km sind wir dann an der nächsten Besonderheit, dem Augustaschacht. Nach einem knappen km geht’s es links auf die Holzhauser Straße und sofort rechts an der kleinen Stahlskulptur in die Mühlenstraße, doch 750 m von hier folgen wir schräg links bergan dem Feldweg. Nach 400 m geht es mitten über den Bauernhof und wir haben wieder Asphalt. Nach knapp 1 km auf dem Hörner Weg biegen wir rechts in die kleine Wohnsiedlung Hörne, folgen dem Dütekolk und überqueren die Schienen des „Haller Willem“. Links geht es über unbefestigte Waldwege durch den Hörner Bruch, meist der Bahn entlang, unter der A1 her, stets den Schildern nach Osnabrück folgend. Nach etwa 2,5 km unterqueren wir links die Bahn. Da können wir das vorletzte Highlight unserer Tour bewundern, den „Musikexpress“. Auf der Limberger Straße wartet nach 500 m unscheinbar rechts, der letzte Tour-Höhepunkt: „What happens to the garden“. Durch den Stadtteil Wüste geht’s stets ausgeschildert ins Zentrum.

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