Projekt im Ruller Haus Filmpremiere für Wallenhorster Jugendliche

Mitwirkende im selbstinszenierten Film „Die Träumerin“: Gut ein Jahr hatten Kinder- und Jugendliche mit Hilfe von Profis einen Kurzfilm gedreht. Foto: Stefan BuchholzMitwirkende im selbstinszenierten Film „Die Träumerin“: Gut ein Jahr hatten Kinder- und Jugendliche mit Hilfe von Profis einen Kurzfilm gedreht. Foto: Stefan Buchholz

Osnabrück. Der rote Teppich und das Blitzlichtgewitter fehlten am Hasetorkino in Osnabrück – ansonsten war es aber eine richtige Premiere: Neben den Hauptdarstellern drängte sich jede Menge Publikum. Gemeinsam schauten sich die Schauspieler und deren Eltern den Film „Die Träumerin“ im Hasetor-Kino an. Entstanden war das Projekt im Ruller Haus in Wallenhorst

Mitgewirkt hatten an dem fast einjährigen Filmprojekt 30 Kinder und Jugendliche aus Wallenhorst und Osnabrück. Seit September vergangenen Jahres trafen sich die Zehn- bis Siebzehnjährigen im Ruller Haus und tasteten sich an Ideen und Filmtechnik heran. In den Ferien probte man intensiver und zwischen Januar und Juni folgten insgesamt 50 Drehtage. Unterstützt wurden die jungen Filmemacher dabei von Ralf Siebenand und Tine Schoch (Musiktheater Lupe) sowie von Stefan Hestermeyer (werk.statt).

Träume in der eigenen Welt

In dem 34-minütigen Film spielt die elfjährige Annika die Hauptrolle. Sie verkörpert Lisa, ein Mädchen, das von ihrem künstlerisch engagierten Vater (Ralf Siebenand) auf dem „Till-Schwager“ Internat für Bühnenkunst angemeldet wurde. Doch Lisa fühlt sich dort deplatziert und träumt stattdessen lieber in die Welt ihrer Zeichnungen hinein. Schwer fällt ihr der Kontakt, der in einer herrlich grotesken Horrorszene symbolisiert wird. Die Lust der jungen Schauspieler am Schminken und Surrealen zeigen sie auch mit Anklängen an das große Theater: Dabei glänzten sie in der kurzen Adaption eines Bühnenstückes von George Tabori.

Casting-Guru im Fokus

Dynamik löst im Internat der Besuch eines Casting-Gurus (Gastrolle: Jo Schulz) aus. Er sichtet Talente und bittet um Bewerbungen. Doch seine schnoddrig-arrogante Art lehnen die Schüler ab. Einzig Lisa schickt eine Bewerbung – jedoch für ein anderes Mädchen.

„Toll, wie die Kinder und Jugendlichen sich in ihre Rollen gefunden haben und spielen, was sie selber ausdrücken wollen“, befand Elisabeth Lumme nach der Premiere. Die Jugendkulturleiterin des Ruller Hauses hatte in dem Projekt die Rolle der Produktionsleiterin inne. Sie sorgte für reibungslose Abläufe, Budgets sowie Catering und Requisiten.

Filmclub in Planung

Lumme kündigte nach der Premiere an, dass ab Herbst ein sogenannter Filmclub für Jugendliche im Ruller Haus geplant sei. Dabei werde es nicht nur um Kriterien ästhetisch guter Filme gehen. „Die Jugendlichen sollen sich auch mit dem Ausleihen und den zu zahlenden Tantiemen beschäftigen“, sagte Lumme.


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