Abstrakt, skurril und auch monoton Universität Osnabrück zeigte Videokunst bei „nature on / off“

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Osnabrück. Am Freitag und Samstag konnten Besucher die Video-Ausstellung „nature on / off“ besichtigen. Die Ausstellung der Universität Osnabrück zeigte im Rahmen des diesjährigen Osnabrücker Gartenkulturjahres Videoinstallationen verschiedener internationaler Künstler. Im Fokus standen künstlerische Arbeiten zum Thema Natur, Landschaft und Garten.

Abstrakte, skurrile und auch monotone Videoinstallationen aus den letzten beiden Jahrzehnten waren für zwei Tage im alten Kreishaus zu sehen. In allen Videos wurde in irgendeiner Weise Natur dargestellt, oft aber völlig entfremdet: Im Video „H.1“ der Berliner Künstlerin Mandy Krebs fährt der Zuschauer virtuell fast eine halbe Stunde lang an Paprikapflanzen in einem Gewächshaus vorbei. Dies wirkt sehr unnatürlich und monoton.

Die Künstlerin, die als Einzige auch bei der Ausstellungseröffnung anwesend war, will damit womöglich erreichen, dass die Besucher ihr Konsumverhalten hinterfragen.

Neben solchen Videos, die einen Ausschnitt der Realität zeigen, gibt es einige, die aus Montagen vieler zusammengesetzter Fragmente bestehen. Andere Videos sind inszeniert: Lukas Marxt ließ für das Video „Reign of Silence“ vor einem malerischen Hintergrund im Polargebiet von Spitzbergen ein Motorboot im Kreis fahren, sodass sich ein kreisender Strudel bildete.

Studenten des Kunsthistorischen Institutes hatten die Videokunst-Ausstellung in den vergangenen Monaten zusammen mit Helen Koriath vom Kunsthistorischen Institut und den Medienkünstlern und Lehrbeauftragten Matthias Neuenhofer und Daniel Burkhardt erarbeitet.

Aus Videos von insgesamt vierzig Künstlerinnen und Künstlern trafen die Studenten eine Auswahl von 14 Kunstwerken. Die Besucher konnten durch die Ausstellung auch einen kleinen Einblick in die Facetten des kunstgeschichtlichen Studiums und damit auch des Hochschulalltags erhalten.

Bei der Eröffnung am Freitagabend kamen rund fünfzig Besucher. Bürgermeister Burkhard Jasper sprach in seinem Grußwort der Stadt Osnabrück darüber, dass das „Wohl und Wehe“ Osnabrücks auch sehr von der Universität abhänge. Deshalb sei es ihm immer wichtig, Projekte der Universität zu unterstützen. Helen Koriath stellte zusammen mit Studenten das Konzept der Ausstellung vor. Danach sahen sich die Besucher gemeinsam den Film „Staging Silence“ von Hans op de Beeck an: Zwei Hände bauen darin mit einfachsten Mitteln eine schwarz-weiße Landschaft, die fast real wirkt.

Trotz der multimedialen effekthascherischen Überflutung unserer Zeit konnten viele der ausgestellten Videos überraschen und begeistern, da sie sich dem Thema Natur auf so vielen unterschiedlichen Wegen näherten.

Auch wenn manche Videos sehr monoton sind, wie das von Mandy Krebs aus dem Gewächshaus, luden sie zum Anschauen ein, da gerade diese ungewohnte Monotonie den Reiz der Kunstwerke ausmacht.


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