Hitzefrei? Ausgeschlossen! Musikalisches Sommerfest


Osnabrück. Vernünftige Instrumente und der dazugehörige Unterricht sind teuer, viele Kinder haben aus finanziellen Gründen keinen Zugang dazu. An der Elisabeth-Siegel-Grundschule haben musikbegeisterte Schüler die Möglichkeit, im offenen Schulorchester oder der Gitarrenklasse gemeinsam zu musizieren. Solche starken Projekte gehören ins Rampenlicht, und so stellte Musikpädagoge Stefan Hypius von der  Musikschule Hellern seine Schützlinge am Samstag auf die Bühne beim Sommerfest der Schule.

Der prallen Sonne mochte man sich bei der Arbeit nicht aussetzen. Die Vorstellung der Projektgruppen der Schule rund um Kultur, Sport und Spiel fand darum in den Klassenräumen statt, die Auftritte von Orchester und Gitarrenklasse wurde in die Pausenhalle verlegt.

Während die Kinder draußen trotz Rekordhitze bolzten und tobten und die Eltern an den raren Schattenplätzen Trauben bildeten, wurde drinnen fleißig aufgebaut. Das Konzert des Orchesters war für 16 Uhr angesetzt. Kurz bevor es losging, füllte sich der Raum, die stolzen Eltern wollten natürlich möglichst nah dran sein an ihrem musizierenden Nachwuchs und besetzten das provisorische Auditorium komplett.

Die Kids begaben sich mit selbstbewussten Mienen an Cello, Gitarre und Tasten. Die meisten spielen ihr Instrument seit etwa einem Jahr, wie Stefan Hypius hervorhob: „Das ist jetzt schon vorab einen Applaus wert.“ Ansonsten fasste er sich kurz bei seinen einleitenden Worten: „Wir wollen die Sache ja schnell hinter uns bringen“ - das war wohl weniger auf die Qualität der Musik bezogen, als auf die Hitze, denn selbst beim bewegungslosen Sitzen traten einem schon die Schweißtropfen auf die Stirn. Der Konzentration der jungen Musiker tat das aber keinen Abbruch: die Kinder spielten eine getragene, summende Version von „Freude, schöner Götterfunken“. Da dauerte es erst mal eine Weile, bis die markante Melodie sich aus dem dunklen Klangkostüm pellte - eine beachtliche Darbietung, wenn man bedenkt, dass die Kids erst seit so kurzer Zeit spielen. Auch die Gitarrenklasse wusste im Anschluss zu überzeugen.

Neuer Finanzier

Den Auftritt nutzte Stefan Hypius, um sich bei den angereisten Vertretern der  Werner-Egerland-Stiftung zu bedanken, die kürzlich die Finanzierung des Orchesters übernahm. Nach dem Wegfall der Landesförderung „Kultur macht stark“  rettete die Stiftung die musikalischen Projekte der Schule mit einer Finanzspritze in Höhe von 20.000 Euro. „Als Herr Hypius uns das Konzept vorgestellt hat, hat uns das gleich zugesagt. Wir haben Gott sei Dank die Mittel und möchten, dass diese tolle Arbeit hier weitergeht“, sagte der Vorsitzende der Werner-Egerland-Stiftung Johannes Dälken, was die Zuhörer mit kräftigem Beifall quittierten.


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