Waldbauern kontra Mountainbiker Kameras am Dörenberg sollen illegale Radler filmen

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Verbotsschilder sollen das Downhillbiken am Dörenberg weitgehend verhindern. RainerStäding (Foto) von den Niedersächsischen Landesforsten hatte die Schilder bereits im Mai angeschraubt. Foto: Archiv/WestdörpVerbotsschilder sollen das Downhillbiken am Dörenberg weitgehend verhindern. RainerStäding (Foto) von den Niedersächsischen Landesforsten hatte die Schilder bereits im Mai angeschraubt. Foto: Archiv/Westdörp

Bad Iburg/Georgsmarienhütte/Osnabrück. Der Ton zwischen privaten Waldbauern und Downhill-Fahrern, die am Dörenberg zwischen Bad Iburg und GMHütte mit ihren Mountainbikes unterwegs sind, verschärft sich zunehmend. Die im Kreisforstverband Osnabrück zusammengeschlossenen privaten Waldbesitzer wollen ab jetzt Strafanzeige erstatten, wenn sie Radfahrer beim verbotenen Querfeldeinfahren erwischen. Zur Beweissicherung planen sie auch den Einsatz von fest installierten Videokameras.

Ob und an welchen Stellen der Einsatz diese Überwachungstechnik sinnvoll und zulässig ist, wird derzeit vom Georgsmarienhütter Rechtsanwalt Wilhelm Stoffregen geprüft. Grundsätzlich, so der Jurist auf Anfrage unserer Redaktion, sollten die Kameras aber nur auf die unerlaubten Strecken der Downhillbiker gerichtet sein. Strafanzeigen gegen unbekannt machen nach Angaben Stoffregens wenig Sinn. Werden Radfahrer beim verbotenen Durchqueren des Waldes gefilmt und identifiziert , droht ihnen eine strafrechtliche Verfolgung wegen Verstoßes gegen die Landschaftsschutzverordnung und das niedersächsische Waldgesetz. Ersttätern, die dabei erwischt werden, müssen mit einem Bußgeld im zwei- bis dreistelliger Eurobereich rechnen.

Noch etwas teurer könnte es werden, wenn die von den Waldbauern ebenfalls geplanten zivilrechtlichen Klagen wegen Sachbeschädigung und Schadenersatz erfolgreich sein sollten. Einige Downhillbiker fahren abseits öffentlicher Wege und damit oft über den Privatgrund von Waldbesitzer. Gelegentlich werden sogar Sprungschanzen errichtet, die den Fahrspaß erhöhen sollen, die Waldbauern aber besonders verärgern. Für Beschädigungen an Bäumen und vor allem an Baumwurzeln sollen die Verursacher künftig haftbar gemacht werden. Rechtsanwalt Stoffregen hat den Auftrag des Kreisforstverbandes mit Sitz in Osnabrück entsprechende zivilrechtliche Schritte einzuleiten.

Vergleichsweise gelassen trotz dieses juristischem Drohpotenzials bleibt Jens Pöttger – einer der Radfahrer, die gelegentlich am Dörenberg unterwegs sind. „Die können in die Bäume hängen, was sie wollen“, reagiert der Hobbysportler auf die Ankündigung der Waldbauern, Videokameras zu installieren. Das niedersächsische Forstgesetz erlaube das Radfahren auf öffentlichen Wegen. Und dazu zählen nach Pöttgers Verständnis alle erkennbaren Waldwege, die nicht gesperrt sind. „Und abseits dieser Wege fahren wir nicht“, betont Pöttger. Er selbst verhalte sich wie viele andere Mountainbiker im Wald „angemessen“. Alle Versuche, Radfahrer mit Sturzhelmen im Wald mithilfe von Videoaufnahmen zu überführen und zu identifizieren, sind nach Pöttgers angaben wohl wenig erfolgversprechend.

Das Gesprächsklima zwischen Downhill-Fahrern und privaten Waldbauern hatte sich zuletzt bereits weiter abgekühlt , nachdem Dialogbemühungen gescheitert waren. Dafür hatten sich beide Seiten die Verantwortung zugeschoben.


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