30 Jahre Kammerchor der Universität Überraschung für Chorleiter Joachim Siegel

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Aktuelle und ehemalige Mitglieder des Kammerchores überraschten ihren Leiter und Mentor Joachim Siegel. Foto: Thomas OsterfeldAktuelle und ehemalige Mitglieder des Kammerchores überraschten ihren Leiter und Mentor Joachim Siegel. Foto: Thomas Osterfeld

Osnabrück. Mit einem so abwechslungsreichen wie unterhaltsamen Jubiläumskonzert in der Aula des Schlosses überraschten mehr als 40 aktuelle und ehemalige Mitglieder des Kammerchores der Universität zum 30-jährigen Bestehen Joachim Siegel, der den Chor seit zehn Jahren auch überregional erfolgreich leitet.

Sichtlich tief gerührt ließ sich der verdutzte Jubilar aus den hinteren Reihen nach vorne bitten, um dem zu lauschen, wovon er offenbar keinen blassen Schimmer einer Vorahnung hatte. Entsprechend „hinterrücks“ überrumpelt kam Joachim Siegel sich vor, als er nach einer liebevoll zusammengestellten Rückschau seines bisherigen Wirkens die Worte wiederfand. „Nicht einmal vernünftige Schuhe“ habe er sich anziehen können, nachdem er unter Zeitdruck direkt vom Wattwandern mit „null Ahnung“, was ihn dort erwarte, in die Schlossaula beordert worden sei. Angesichts der überwältigenden Entlohnung konnte er das aber „herzlich verzeihen“.

Bevor er am Ende selbst dirigierte und dabei Mendelssohn Bartholdys befohlene Engel „Engel sein“ ließ, sangen seine eigenen Engelsstimmen Erinnerungen aus den vergangenen zehn Jahren herbei. Seit Februar hatte ein fünfköpfiges Organisationsteam ihm zu Ehren ein entsprechendes Ensemble und Programm zusammengestellt, das von Verena Kellerer und Eric Schmidt, die, inspiriert von Joachim Siegel, inzwischen ihrerseits in Düsseldorf und in den USA eine Ausbildung zum Chorleiter begonnen haben, abwechselnd geleitet wurde. Die zurückliegenden Auslandsreisen nach Frankreich 2011 und England zwei Jahre später, denen in diesem Jahr eine nach Italien folgen wird, wurden dabei ebenso musikalisch und anekdotisch gewürdigt wie Siegels Ernennung zum Universitätschordirektor (UCD) im vergangenen Jahr und der für ein Hochschulensemble außergewöhnliche dritte Platz beim 18 Chöre umfassenden Niedersächsischen Landeschorwettbewerb 2013 in Wolfenbüttel. Das dort im Rahmen eines sechs Monate lang intensiv geprobten, 20-minütigen Programms vorgetragene, sehr anspruchsvoll zu singende Terpsichore des tschechischen Komponisten Jan Novák geriet auch beim Jubiläumskonzert zu einem Höhepunkt. Die zahlreichen kniffligen Tempo-, Ton- und Rhythmuswechsel wurden auch dort mit Bravour gemeistert, obwohl für das gesamte Konzert in dieser erweiterten Besetzung nur der eine Aufführungstag als Probezeit zur Verfügung stand.

Es ist Joachim Siegels Verdienst, den Kammerchor der Universität als Nachfolger seines Gründers Manfred Golbeck mit einer ganz eigenen Akzentsetzung, feinem Gestaltungssinn und zahlreichen Uraufführungen der musikalischen Moderne innerhalb einer Dekade in einen künstlerischen Rang erhoben zu haben, der in Stadt und Region seinesgleichen sucht. Entsprechend „stolz und glücklich“ zeigte sich der Jubilar darüber, „erfolgreich dazu beigetragen haben, die Sänger mit etwas zu infizieren“, das er „Fühlfähigkeit“ nennt.


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