Gegenwind aus Hannover Stadt Osnabrück drängt weiter auf Verlegung der B68

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Osnabrück. Wegen der tödlichen Fahrradunfälle setzt sich die Stadt Osnabrück dafür ein, dass die Bundesstraße 68 nicht mehr durch die Innenstadt führt. In Hannover gibt es dafür bislang wenig Verständnis. Jetzt wollen die Osnabrücker den Druck auf der politischen Schiene verstärken.

Die B68 führt von Cloppenburg über Osnabrück, Bielefeld und Paderborn nach Warburg. Weil sie streckenweise – wie auf dem Abschnitt nach Bramsche – autobahnähnlich ausgebaut ist, nutzen viele Lkw-Fahrer gern die Bundesstraße. Mit der Folge, dass sich schwere Trucks ihren Weg durch Osnabrück bahnen, weil der Weg kürzer ist als über die Autobahn.

Die Stadt Osnabrück hält es jedoch für zumutbar, dass der Schwerverkehr über das Lotter Kreuz geleitet wird. Dann würden weniger Lastwagen durch die Stadt rollen, lautete eine Überlegung von Oberbürgermeister Wolfgang Griesert. Er hatte die Herabstufung der B68 zwischen den Anschlussstellen Osnabrück-Nord und Osnabrück-Nahne ins Gespräch gebracht. Das war im Herbst 2014, kurze Zeit nach der dritten tödlichen Begegnung zwischen einem Radler und einem rechts abbiegenden Sattelzug am Johannistorwall. Ein entsprechendes Schreiben ging im November an das Landesministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr.

Den Daumen gesenkt

Inzwischen hat die niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr den Vorschlag aus Osnabrück geprüft – und den Daumen gesenkt. Die B68 habe eine „herausragende Bedeutung innerhalb des Verkehrsnetzes“ und stelle mit 24400 bis 32000 Kraftfahrzeugen pro Tag „eine der höchstbelasteten Straßen im Untersuchungsraum dar“, heißt es in dem Antwortschreiben an den Oberbürgermeister. Vor allem nördlich von Osnabrück besitze die Bundesstraße „als Teilabschnitt der Verbindung zur Metropolregion Hamburg/Bremen“ eine überregionale Funktion.

Es sei problematisch, den Verkehr, wie von der Stadt Osnabrück vorgeschlagen, über die Autobahn A1 und A30 zu leiten. Diese Verbindung sei schon jetzt teilweise überlastet – mit der Folge, dass es überdurchschnittlich viele Unfälle gebe, schreibt Lutz Hoffmeister vom Rechtsdezernat der Landesbehörde. Bei einer Herabstufung der B68 werde sich diese Situation noch verschärfen.

Anders sehe die Sache bei einer Realisierung der A33 Nord aus, argumentiert die Landesbehörde. Damit würden neue Kapazitäten auf der Nord-Süd-Achse geschaffen. Das Schreiben aus Hannover endet mit dem Hinweis, die Stadt Osnabrück möge doch ihren Vorstoß so lange auf Eis legen, bis die A33-Nord lückenlos bis zur A1 ausgebaut ist.

Dringender Handlungsbedarf

So lange wollen sich die Politiker aus Osnabrück aber nicht vertrösten lassen. Im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt kam die Unzufriedenheit auf den Tisch. „Man mag ja zur A33-Nord stehen wie man will“, meinte Volker Bajus von den Grünen, aber selbst wenn die Planung schon weiter wäre, gebe es vorläufig kein Geld für den Autobahnbau . Das könne auch noch zehn Jahre dauern. Handlungsbedarf gebe es aber jetzt. Heiko Panzer (SPD) merkte an, die Herabstufung der B68 sei „die einzige Möglichkeit, dem durchfahrenden Lkw-Verkehr Herr zu werden“.

Auch Anette Meyer zu Strohen (CDU) schloss sich der Kritik an und sprach sich dafür aus, weiterhin hartnäckig für die Verlegung der B68 einzutreten. Zugleich äußerte sie die Überzeugung, dass der Weiterbau der A33 nach Norden für Osnabrück die Chancen sei, den Lkw-Verkehr auf innerstädtischen Straßen zu reduzieren.

Einstimmig gab der Ausschuss sein Votum ab, den Antrag auf Umstufung der Bundesstraße 68 in Osnabrück aufrechtzuerhalten. Das Warten auf die A33 Nord bringe die Stadt nicht weiter.


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