Holzkreuze und Grableuchten Gräber aus Protest gegen Flüchtlingspolitik auch in Osnabrück


Osnabrück. Mit zwei symbolischen Gräbern beteiligen sich auch Aktivisten in Osnabrück an der Protestaktion gegen die europäische Flüchtlingspolitik. Eines davon haben Grünpfleger bereits entfernt.

Diese Protestaktion erregte vergangenes Wochenende bundesweites Aufsehen: Das Zentrum für politische Schönheit hob vor dem Bundestag Gräber aus, um symbolisch Flüchtlinge aus dem Mittelmeer zu beerdigen. Auch Aktivisten aus Osnabrück stellten Kreuze und Kerzen auf.

Kreuz am Ring

Ein Erdhaufen, Grablichter, Blumen und ein Holzkreuz. Darauf zu lesen: „Die Toten kommen – No Border – No Nation – Stop Deportation.“ Die angedeutete Grabstätte am Erich-Maria-Remarque-Ring in Osnabrück soll ein Mahnmal sein. Sie ist vermutlich angelehnt an die Kunstaktion der Gruppe „Zentrum für politische Schönheit“, die am vergangenen Wochenende in Berlin vor dem Bundestag für Aufsehen sorgte. Es war eine Demonstration gegen die europäische Flüchtlingspolitik. 5200 Menschen nahmen daran teil. In anderen Städten fand die Aktion anscheinend auch Unterstützer.

Nachahmer in anderen Städten

In Düsseldorf,Mainz,Mainz, und Duisburg wurden wie auch in Osnabrück symbolische Gräber errichtet. In der Friedensstadt findet man eines der Kreuze am Erich-Maria-Remarque-Ring, Ecke Hasestraße. Dort lehnt das oben beschriebene Kreuz an einem Baum, davor stehen die Grablichter. Wer die Kreuze in den Städten aufgestellt hat, ist unbekannt. „Niemand bekennt sich dazu“, sagt Sven Jürgensen, Sprecher der Stadt Osnabrück.

Ein Grab wurde entfernt

Ein weiteres Grab, das noch am Montagmorgen im Schlosspark zu sehen war, wurde bereits entfernt. Vermutlich beseitigten die Osnabrücker Grünpfleger das Mahnmal im Zuge der Fällung der alten Rosskastanie zu Wochenbeginn. Jürgensen wusste davon nichts. Auf die Frage, ob solche Aktionen in Osnabrück geduldet würden, sagte der Stadtsprecher: „Zunächst einmal müssen wir davon überhaupt erfahren.“

Kunstaktionen in Osnabrück

Das sei zumindest im Fall des Grabes am Schloss nicht geschehen. Generell versuche die Stadt aber immer „das richtige Maß zu finden“. Er spricht das Ghostbike an, das am Johannistorwall an tödlich verunglückte Radfahrer erinnert. Die Aktion wurde zunächst verboten. Die Kreuzung sei damals zu unübersichtlich gewesen. Später wurde die Aktion jedoch erlaubt, weil man die Verkehrssicherheit nach den Bauarbeiten am Wall nicht mehr gefährdet sah. Ähnlich verhalte es sich mit dem „Fall Flocke“. Die rätselhaften Gummistiefel am Kamp sind zwar an einem Laternenpfahl – und damit an Stadteigentum – angebracht, beeinträchtigen jedoch nicht die Sicherheit, sagt Jürgensen.

Öffentliche Sicherheit

Anders stellte sich die Situation in der vergangenen Woche dar, als an den Osnabrücker Ampeln Aufkleber mit grünen Pfeilen auftauchten. Diese sollten Radfahrern ein Vorfahrtsrecht suggerieren. Polizeisprecher Georg Linke warnte damals, die Aufkleber könnten gefährlich sein und müssten entfernt werden. Jürgensen ergänzt: „Wenn die Aktionen dazu beitragen, Gefahren auszulösen, entscheidet der Fachbereich Bürger und Ordnung vor Ort“, ob diese entfernt werden müssen.


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