Sonntag ist Tag der Architektur Schön schräg: Osnabrücker Neumarkt-Tower gibt sich die Ehre


Osnabrück. Endlich kommt am Neumarkt etwas in Bewegung: Das Hasehaus ist das Stein gewordene Aufbruchsignal für die Neugestaltung von Osnabrücks zentralem Platz. Am Sonntag, dem Tag der Architektur, haben Interessierte Gelegenheit, das ungewöhnliche Büro- und Geschäftshaus auch von innen in Augenschein zu nehmen.

Ja, die Schauseite zum Neumarkt ist tatsächlich schräg, mit einem markanten Knick über dem dritten Stock. Die Fenster wurden wohl nicht aus Zufall in unregelmäßigen Abständen angeordnet. Ebenso unkonventionell kommt der „vertikale Garten“ daher, der den Einschnitt zwischen dem siebengeschossigen „Haseturm“ und dem lang gestreckten „Hasewall“ dekoriert.

Diese gestalterischen Finessen gehen auf Rob Beerkens und Ingrid Overkamp vom Architekturbüro MAS aus Hengelo zurück. Gemeinsam mit dem Gronauer Investor Hoff und Partner machte MAS 2011 das Rennen beim Investorenwettbewerb für das Grundstück an der Hase. Eröffnet wurde der 20-Millionen-Euro-Bau am Neumarkt im Oktober 2014. Die 5400 qm Nutzfläche werden vom Softwareunternehmen LM IS, aber auch von Ärzten und Rechtsanwälten genutzt. Das Restaurant L‘Osteria im Erdgeschoss lockt inzwischen viele Mittagsgäste an, die früher nur selten einen Fuß über den Neumarkt gesetzt haben.

Dass mit dem Neumarkt-Tower ein urbaner Anziehungspunkt entsteht, war ein städtebauliches Ziel, das mit dem geplanten Einkaufszentrum weiterverfolgt wird. Anfängliche Bedenken, dass der voluminöse Neubau dem Landgericht mit seiner historischen Fassade zu wenig Raum lassen würde, sind inzwischen verstummt.

Andere Kritiker hatten moniert, dass mit dem Hasehaus der Zugang vom Neumarkt zur Hase verbaut werde. Um diesen Einwand zumindest teilweise zu entkräften, wurden auf dem zweigeschossigen Sockel zwei getrennte Baukörper platziert, zwischen denen zumindest im Luftraum eine kleine Sichtschneise in Richtung Hase frei bleibt. Davon ist weniger geblieben als im ersten Entwurf. Dennoch: Dem Neumarkt tut das Hasehaus gut.

Führungen: 12, 14, 16 Uhr, Treffpunkt vor der L‘Osteria


20 Jahre Tag der Architektur

Seit 20 Jahren veranstaltet die Architektenkammer Niedersachsen den Tag der Architektur. Interessierte haben Gelegenheit, aktuelle Architektur zu erleben und ihr Bewusstsein für die Qualität des Bauens zu schärfen. Aus Anlass des runden Jahrestages sind an diesem Sonntag 20 Gebäude aus Niedersachsen ein zweites Mal zu sehen – in Osnabrück gehört die Mensa am Westerberg zu diesen Jubiläumsobjekten, in Bramsche das Museum und Park Kalkriese.

Architektur in der Region

Zum Tag der Architektur werden nicht nur in Osnabrück, sondern auch im Landkreis mehrere Objekte präsentiert.

Bad Essen: Remise für Gäste, Kirchplatz 25, Treffpunkt Parkplatz Höger’s Hotel, Führungen: 13, 15, 17 Uhr.

Bad Iburg: Schlossberg, Beckerteichpforte, Treffpunkt Fontänenfeld, Führungen 11, 13, 15 Uhr.

Bramsche: Museum und Park Kalkriese, Venner Straße 69, Treffpunkt: Haupteingang, Führung 15 Uhr.

Gehrde: Turnhalle, Räbers Wiese 2, Treffpunkt Sportlereingang, Führungen 11, 13, 15 Uhr.

Georgsmarienhütte: Franziskus-Hospital, Alte Rothenfelder Straße 23, Treffpunkt Haupteingang, Führungen: 12, 13, 14 Uhr.

Melle: Stadthaus, Markt 2, Treffpunkt Haupteingang, Führungen ganztägig, auf Anfrage.

Das Programm zum Tag der Architektur gibt es im Internet und als Smartphone-App. Näheres bei der Architektenkammer Niedersachsen unter www.aknds.de.

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