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Andreas Hofer spielt gern böse Buben Osnabrücker wurde TV-Schauspieler statt Arzt

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Osnabrück. Eigentlich wollte er als Arzt arbeiten. Doch dann wurde Andreas Hofer ein bekannter Film- und Fernsehschauspieler.

Andreas Hofer gibt mal wieder den Bösen. Er spielt in einer modernen Verfilmung von „Robin Hood“ mit, die derzeit für Pro 7 gedreht wird. Ken Duken spielt darin den Helden, Thomas Thieme seinen bösen Konterpart in Gestalt eines Bankenchefs. „Ich stehe auf seiner Seite“, sagt Andreas Hofer mit einem schmunzelnden Unterton in der Stimme.

Er spielt gern die bösen Buben. „Das ist meine Nische“, erklärt Hofer. Und es macht ihm „tierisch viel Spaß“. Denn in solchen Charakteren kann er Dinge ausprobieren, die „im normalen Leben nicht vorstellbar sind“. Auch wenn sie nur gespielt sind, „spürt man doch auch die Konsequenz“. Das gilt auch für seine wohl bekannteste Rolle als Oskar Castellhoff in der Soap „Alisa – Folge deinem Herzen“ und ihrer Nachfolgerin „Hanna – Folge deinem Herzen“. In der letzten Folge wird der durchtriebene Geschäftsmann auf der Flucht vor der Polizei erschossen.

Durch diese Rolle ist Andreas Hofer vielen ein Begriff. Dass er aus Osnabrück stammt, wissen dagegen die wenigsten. 1962 wurde er an der Sutthauser Straße geboren. Schon bald zog seine Familie an den Ertmanplatz am Schölerberg. „Dort habe ich meine Kindheit verbracht“, sagt Andreas Hofer. Ganz in Waldnähe war das und in der Nähe des Zoos, ein Zustand, der sich so ähnlich an seinem jetzigen Wohnort Berlin wiederholt. In den Wald gehen zu können „gibt mir ein Gefühl von Heimat“, erklärt der 49-Jährige.

In seiner Kindheit war seine Familie im Osnabrücker Zoo Stammgast. „Wir waren mindestens einmal in der Woche da“, erzählt Hofer. Ein Erlebnis, an das er sich spontan erinnert, ist, dass er den gerade erst geborenen Orang-Utan Buschi im Arm halten durfte. „Der war total lieb“, erklärt er. Überhaupt spielten Tiere in Andreas Hofers Kindheit eine Rolle. „Mein Vater war ein großer Tierfreund“, sagt er. Bei den Hofers war eine ganze Wand im Haus voll mit einer Voliere für Wellensittiche.

Dass er später einmal Schauspieler sein würde, ahnte er nicht. Zwar führte seine Mutter mit ihm und seinen Geschwistern in der Voxtruper Kirche St. Antonius Theaterstücke auf. Doch Berufspläne hatte der Teenager andere: Er wollte Mediziner werden. Auf die Idee kam er als Schüler am Graf-Stauffenberg-Gymnasium.

Nach seinem Abitur machte Andreas Hofer ein Praktikum im Kinderhospital. „Eine tolle Zeit“, erinnert er sich. Ganz seinen Plänen entsprechend ging er danach zum Medizinstudium nach München. Weil das Heimweh aber zu groß wurde, wechselte er nach Münster. Dort kam er als Statist mit dem Theater in Berührung. Sein Interesse war geweckt, zumal ein weiteres Klinikpraktikum „Zweifel an der Richtigkeit“ seines Studiums gebracht hatte. Andreas Hofer ging nach Berlin, wo er mit einem Magisterstudium der Theater-, Film- und Fernseh- sowie der Kunstwissenschaft aber zunächst auf der akademischen Seite blieb. Es folgten ein Schauspielstudium und Camera-Acting.

Das hat sich gelohnt. Unter anderem spielte Andreas Hofer im Kinofilm „Baader“ mit. Außerdem hat er immer wieder Rollen in Fernsehserien. So spielte er in der zweiten Staffel der preisgekrönten Serie „Türkisch für Anfänger“ mit und dreht derzeit parallel zu „Robin Hood“ eine Episode für die Krimiserie „Heiter bis tödlich“.

Seine Heimat hat er nicht vergessen. So ist er bis heute Fahrradfahrer „aus Überzeugung“. Angewöhnt hat er sich das durch seinen Schulweg. Auch in Berlin nutzt Andreas Hofer lieber den Drahtesel, als im Stau zu stehen.


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