3500 Einäscherungen im Jahr Respekt ist oberste Pflicht im Osnabrücker Krematorium


Osnabrück. Es gibt einige Vorurteile hinsichtlich der Arbeit in Krematorien. So denken manche, dass die Asche verschiedener Verstorbener während des Verbrennungsprozesses vermischt wird oder dass bei allen Menschen immer gleich viel Asche anfällt. Andrew McCulloch weiß, dass das nicht stimmt. Auch deshalb lädt der technische Leiter des Krematoriums gern ein zum Blick in die Betriebsabläufe.

Erstaunen beim ersten Schritt um die Ecke: In der Verbrennungshalle ist es bunt. Zwischen all der Technik und den Schalttafeln sind einige Wandelemente himbeerrot gepinselt, andere petrolgrün. Die Atmosphäre hier ist aber ruhig und bedächti

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Die Feuerbestattung

euer- oder Brandbestattung, Kremierung oder Einäscherung – es gibt einige Bezeichnungen für die Verbrennung Verstorbener, die in vielen Kulturen üblich ist. So werden in Indien Tote unter freiem Himmel den Flammen übergeben. In Deutschland ist dies nicht gestattet. Krematorien gibt es hier noch nicht sehr lange, auch wenn die Verbrennung Verstorbener eine lange Geschichte hat. So gibt es Hinweise, dass die Feuerbestattung seit etwa 3000 vor Christus praktiziert wurde, die Beisetzung der Asche in einer Urne verbreitete sich in Mitteleuropa zwischen 1250 und 750 vor Christus. Mit der Verbreitung des Christentums in Europa setzte sich die Erdbestattung durch. Karl der Große sah in der Einäscherung einen heidnischen Brauch. Aufgrund hygienischer Missstände setzte sich im 15. Jahrhundert jedoch wieder die Feuerbestattung durch. Das erste Krematorium in Deutschland wurde 1878 errichtet, in dieser Zeit begann die evangelische Kirche die Kremierung zu tolerieren. Im katholischen Kirchenrecht wurde erst 1964 das Verbot der Feuerbestattung aufgehoben.

In Deutschland galt bislang der Friedhofszwang. In manchen Friedwäldern war es jedoch möglich, die Asche zu bestatten. Doch das Bestattungsrecht lockert sich. In Bremen zum Beispiel dürfen Angehörige seit Anfang dieses Jahres die Asche Verstorbener im privaten Garten oder auf ausgewiesenen öffentlichen Flächen verstreuen.

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