Für Migranten und Einheimische Osnabrücker Zeitschrift Zivos mit internationaler Besetzung

Von Thomas Wübker

Anfang Juli liegt die neue Ausgabe der Zivos auf dem Tisch. Die Zeitschrift von Migranten für Migranten und Einheimische wurde von Barbara Behnen (rechts) ins Leben gerufen. Foto: Thomas OsterfeldAnfang Juli liegt die neue Ausgabe der Zivos auf dem Tisch. Die Zeitschrift von Migranten für Migranten und Einheimische wurde von Barbara Behnen (rechts) ins Leben gerufen. Foto: Thomas Osterfeld

Osnabrück. Eine Zeitschrift von Migranten für Migranten und Einheimische – das ist Zivos. Das Kürzel steht für „Zeitschrift für Integration und Vielfalt in Osnabrück“. Produziert wird das Blatt von alten und neuen Osnabrückern. Zu lesen gibt es viele Geschichten über Migranten in Osnabrück, Infos für Zugezogene, Porträts und Koch-Rezepte. Die nächste Ausgabe erscheint Anfang Juli.

Werner Höfer vom Internationalen Frühschoppen des WDR wäre vor Neid erblasst, wenn er das Redaktionsteam von Zivos hätte sehen können. Saßen in seiner im Fernsehen übertragenenen Runde einst sechs Journalisten aus fünf Ländern, so sitzen fast 20 Menschen aus Russland, Polen, Marokko, Vietnam, England, Syrien, den USA, der Türkei, Weißrussland und Deutschland im Teeraum im Haus der Jugend an einem Tisch. Dort trifft sich die internationale Besetzung von Zivos zu den Redaktionssitzungen.

Geleitet werden die Sitzungen von der freien Journalistin Barbara Behnen. Sie hatte auch die Idee für die Zeitschrift. Sie sagt, der Gedanke, eine Zeitschrift von Migranten für Migranten zu machen, sei schon länger in ihr gereift. Nachdem ihr das Stadtteilbüro Rosenplatz Unterstützung zugesagt hatte und sie seither die dortigen Räume nutzen kann, wurde aus der Theorie Praxis. „Zivos ist eine Plattform für Migranten, auf der sie sich selbst mitteilen können“, erläutert Behnen den Hintergrund der Zeitschrift. Bei der Arbeit habe sie aber auch gemerkt, dass das Miteinander der Kulturen sehr viel Spaß mache. Und das kommt beim Lesen und Betrachten von Zivos auch beim Leser an.

„Ich lebe seit 15 Jahren hier und habe genug zu erzählen“, sagt Olga Leer. Tatiana Kudrinskaya lebt seit sieben Jahren in Osnabrück. Sie sagt: „Die erste Zeit war sehr schwierig für mich. Nun kann ich Neuankömmlingen Tipps und Hilfe geben.“ Der 13-jährige Henning Hünerbein ist das jüngste und neueste Redaktionsmitglied. Er verfasst für die nächste Ausgabe von Zivos einen Artikel über das Rassismus-Projekt in der Domschule. Er macht mit, weil er gerne schreibe, sagt er. Barbara Behnen merkt an, dass nicht jeder schreiben können muss, der bei Zivos mitarbeiten will. „Wer Ideen hat, kann mitmachen.“

Die Zivos wird finanziert vom Fachdienst Integration der Stadt Osnabrück. Sie erscheint in einer Auflage von 1000 Stück. Die nächste Ausgabe liegt ab Anfang Juli in der Freiwilligenagentur, der Stadtbibliothek, den Familienbildungsstätten, der Ausländerbehörde, der AWO, im internationalen Bund, dem VPAK oder der Rosenplatzschule aus. Im Internet gibt es das Blatt unter der Adresse www.zivos-zeitschrift.de . Dort kann auch die erste Ausgabe gelesen werden.

Die nächste Redaktionssitzung findet am 7. Juli ab 17 Uhr im Teeraum im ersten Stock im Haus der Jugend statt.