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Kündigung oder Transfergesellschaft Personalabbau bei KME in Osnabrück hat begonnen

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Der Personalabbau bei KME in Osnabrück hat begonnen. Foto: Philipp HülsmannDer Personalabbau bei KME in Osnabrück hat begonnen. Foto: Philipp Hülsmann

Osnabrück. Der Personalabbau beim Kupferverarbeiter KME hat begonnen. Nur einen Monat, nachdem 340 Mitarbeiter über den Verlust ihrer Arbeitsplätze informiert wurden, wartet auf sie eine wichtige Entscheidung: Kündigung oder der Wechsel in eine Transfergesellschaft. „Bis Anfang Juli müssen sie sich entscheiden“, sagt Stephan Soldanski von der IG Metall Osnabrück.

Laut Geschäftsleitung waren die Kündigungen nicht zu vermeiden, um den Standort von Kupferverarbeiter KME in Osnabrück zu sichern. Deshalb gab Ulrich Becker, Vorsitzender der Geschäftsführung, am 22. Mai bekannt: 340 Mitarbeiter werden entlassen. Von der Produktion bis zur Verwaltung seien alle Bereiche betroffen. Seit Anfang der Woche läuft nun der Prozess zum Personalabbau.

Sozialplan unterschrieben

Der „Interessensausgleich- und Sozialplan“ wurde laut IG Metall-Vize Soldanski vom Betriebsrat und der Geschäftsführung Mitte Juni unterschrieben. Darin ist laut IG Metall Geschäftsführer Peter Spiekermann enthalten, wie viele Arbeitsplätze abgebaut werden oder wie hoch die Abfindungen sind. Auch Änderungskündigungen für Mitarbeiter, die ins Werk Menden im Sauerland wechseln, sind darin formuliert. Laut Spiekermann habe der Betriebsrat ein „gutes Ergebnis rausgeholt“ und versucht soziale Härtefälle einzufangen.

Aktuell müssen sich die betroffenen Mitarbeiter zwischen einer Kündigung und dem Wechsel in eine Transfergesellschaft entscheiden. „Jeder muss sich jetzt ausrechnen, was das Beste für ihn ist“, sagt Soldanski. Vermutlich sei in den meisten Fällen die Transfergesellschaft die bessere Wahl. Dort würden die betroffenen Mitarbeiter bis zu zwölf Monate 78 bis 85 Prozent ihres früheren Einkommens erhalten. Außerdem könnten sie die Zeit zur Weiterbildung nutzen und sich auf den Arbeitsmarkt vorbereiten. Soldanski rät vom Weg zur Agentur für Arbeit ab. Dort sei man „nur einer von vielen“, sagt der Osnabrücker IG Metall-Vize. Allerdings hätten die Mitarbeiter beim Wechsel in die Transfergesellschaft keine Möglichkeit, juristisch gegen den Verlust ihres Arbeitsplatzes vorzugehen, ergänzt Spiekermann.

(Weiterlesen: Kommentar: Tiefe Einschnitte für Osnabrück)

Aktuell laufen Info-Veranstaltungen

„Der Prozess läuft schon seit letzter Woche“, sagt Soldanski. Im diesem Prozess enthalten sind demnach auch Informationsveranstaltungen für die Mitarbeiter, die sie auf „den Verlust ihres Arbeitsplatzes vorbereiten sollen“. Darin ginge es etwa um rechtliche Fragen, sagt Soldanski. Auch die IG Metall werde am Freitag zwei Info-Veranstaltung geben, in denen Erfahrungen aus ähnlichen Entlassungswellen, etwa der bei Karmann, weitergeben werden.


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