Mitglieder wollen auswendig singen Eine Gesangstruppe mit Tradition: der Gemischte Chor Harderberg

Gesangsgruppe mit tollem Gemeinschaftsgefühl: der Gemischte Chor Harderberg. Foto: SeilerGesangsgruppe mit tollem Gemeinschaftsgefühl: der Gemischte Chor Harderberg. Foto: Seiler

Osnabrück. Der Gemischte Chor Harderberg kann auf eine sehr lange Tradition zurückblicken, er existiert bereits seit über 60 Jahren. Nachwuchssorgen kennt die Gesangstruppe zudem nicht.

Der „Hallelujah Chorus“ aus Händels „Messias“ schallt stimmgewaltig durch den Pfarrsaal der Maria-Frieden-Kirche in Harderberg. Die ungemeine Kraft bezieht der Chor aus 61 Stimmen. Um zu zeigen, dass es sich nicht um einen Kirchenchor handelt, sondern um eine freie Vokalgruppe mit großer stilistischer Vielfalt, lässt Chorleiter Gregor Lemper das „Hallelujah“ gleich im Anschluss noch einmal in einer poppigen Gospelversion singen – mit rhythmischem Händeklatschen und einem lauthals gerufenen „Yeah!“ als Schlusspunkt.

Man spürt, dass der Gemischte Chor Harderberg auf eine lange Tradition zurückblicken kann, dass engagierte Vokalisten am Werk sind und der Dirigent über das umfangreiche Register eines großen Chores verfügen kann. „Wir haben Lieder im Repertoire, die wir achtstimmig singen“, sagt Lemper.

Nachwuchssorgen kennt er nicht. Dafür gibt es viele Mitglieder, die aus Osnabrück oder gar Bad Laer anreisen, um in diesem Chor mitsingen zu können. „Der Gemischte Chor Harderberg existiert seit 1952. Im Laufe der Jahre haben wir uns einen guten Ruf ersungen“, erklärt Marion Kavermann. Sie ist die 1. Vorsitzende des privaten Vereins, der die Geschicke des Chores lenkt. Denn aufgrund der Größe und seiner Beliebtheit ist eine gewisse Logistik vonnöten. „Wir haben ein Agreement mit der Kirchengemeinde“, sagt Kavermann. Dafür, dass sie den Pfarrsaal unentgeltlich für ihre Proben nutzen können, betätigen sich die Mitglieder bei besonderen Anlässen als Kirchenchor.

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Ein- bis zweimal im Jahr organisiert der Chor öffentliche Veranstaltung, bei denen er sich manchmal sogar von einem Orchester begleiten lässt. Dann werden nicht nur Popsongs, Gospel, Musicalmelodien und geistliche Lieder gesungen, sondern auch schon mal klassisches Repertoires wie „Die Schöpfung“ von Joseph Haydn. Und wer genau hinschaut, stellt fest, dass die Mitglieder oft gar keine Noten brauchen. „Unser Ehrgeiz ist es, auswendig zu singen“, sagt Harald Schorn aus Osnabrück. „Ich habe vorher diverse Männerchöre ausprobiert, doch hier bin ich geblieben, weil ich mich gut aufgehoben fühle“, sagt der Mann mit der starken Stimme, der von Lemper auch schon mal für Soloparts auserkoren wird. Er schwärmt von dem tollen Gemeinschaftsgefühl, das den Chor verbinde. Ein Festausschuss organisiert Tagesausflüge, man fährt zu Chortreffen und Wunschkonzerte. In der NDR-Sendung „Kein schöner Land“ ist der Gesangsbund schon aufgetreten und auch in einer alten Klosterkapelle auf Ibiza anlässlich eines Jubiläums des dortigen Klosterordens.Und wer den Chorleiter fragt, ob es bei seinem Namen klingeln darf, dem bestätigt Gregor Lemper tatsächlich eine verwandtschaftliche Beziehung zu Weltstar Ute Lemper: „Sie ist eine Urgroßcousine“, sagt der Musiker, der den Chor bereits seit 10 Jahren leitet.

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Name: Gemischter Chor Harderberg

Chorleiter: Gregor Lemper

Proben: Jeden Donnerstag von 20 bis 22 Uhr, Pfarrsaal unter der Kirche, St. Maria Frieden, Harderberg, An der Kirche 1, 49124 Georgsmarienhütte

Organisation: Mitglied im „Sängerkreis Hüggel“ sowie im DCV (Deutscher Chorverband e.V.)

Kosten: 40 Euro als jährlicher Beitrag

Kontakt: Marion Kavermann, Telefonnummer 05401/45494

Infos: www.gemischter-chor-harderberg.de

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