Beweist Jury gutes Händchen? 2. Osnabrücker Dramatikerpreis: Sechs Kandidaten gefunden

Meine Nachrichten

Um das Thema Osnabrück Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Osnabrück. Ungewöhnlich und vermutlich in Deutschland immer noch ziemlich einzigartig ist dieses langjährige Engagement eines Theatervereins: Der Osnabrücker Verein finanziert und veranstaltet nun auch wieder den 2. Osnabrücker Dramatikerpreis. Und das mit Vorfreude, wie Vorsitzender Axel Zumstrull im Gespräch sagt.

Denn der 1. Osnabrücker Dramatikerpreis hat sich in vielerlei Hinsicht zum Erfolg mit einiger Strahlkraft in der Republik entwickelt. Thomas Köck , der 1. Preisträger, katapultierte sich nach der Osnabrücker Uraufführung seines intelligenten Stücks „Jenseits von Fukuyama“ im Mai 2014 schnell in die obere Nachwuchs-Liga – seine Stücke werden seitdem gespielt. Im Februar dieses Jahres etwa erhielt er für „Isabelle Huppert (geopfert wird immer)“ den Stückepreis des gewichtigen Else-Lasker-Schüler-Preises.

Gutes Händchen

Sein „Jenseits von Fukuyma“ wird vom Staatstheater Karlsruhe nachgespielt und blieb dementsprechend keine Eintagsfliege. Und am 11. September wird außerdem bei den Osnabrücker „Spieltrieben“ sein Auftragswerk „Paradies fluten“ uraufgeführt, das vorher schon zum Heidelberger Stückemarkt eingeladen war.

Die Osnabrücker Jury aus der Dramatikerin Rebekka Kricheldorf, dem Theaterkritiker Jürgen Berger („Süddeutsche Zeitung“, Jurys wie Berliner Theatertreffen oder Mülheimer Dramatikerpreis), der Osnabrücker Leitenden Schauspielregisseurin Annette Pullen und Hans-Jürgen Drescher, dem früheren Leiter des Suhrkamp-Medien- und Theaterverlages, hat also mit der Wahl Thomas Köcks ein gutes Händchen bewiesen. Doch auch, dass die Stücke des zweiten und dritten Preisträgers, Tobias Steinfeld und Sascha Hargesheimer, in Osnabrück auf die Bühne finden, bestätigt das unerwartet hohe Niveau der eingereichten Stücke und die Kompetenz der Jury, findet Axel Zumstrull.

Steinfelds „ 27 Monate “ kam in der laufenden, Hargesheimers „Archiv der Erschöpfung“ kommt als „Spieltriebe-Produktion in der neuen Spielzeit auf den Spielplan – und wird zuvor am 27. Juni im Rahmen der Autorentheatertage am Deutschen Theater Berlin uraufgeführt.

Nun, beim zweiten Durchlauf des ungewöhnlichen Auswahlverfahrens, hat die Fachjury aus 100 Bewerbungen – beim ersten Mal waren es 180 – anonym sechs neue Kandidaten für den Preis ausgewählt. Ihre Entwürfe, noch keine fertigen Stücke, werden bei einem ersten Workshop am 29. und 30. Juni mit den Juroren debattiert und somit mit der Erfahrung der Juroren auf den Weg zur Fertigstellung gebracht.

Den Osnabrücker Dramatikerpreis lässt der Theaterverein mithilfe von Sponsoren alle zwei Jahre und vorerst dreimal über die Bühne gehen.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN