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Radtour durch Osnabrück Freitag rollt wieder die „Critical Mass“ durch Osnabrück

Demo oder Radtour? Am Freitag steht die nächste „Critical Mass“ an. Ende 2013 war das Verhältnis zwischen Radlern und Polizei vorübergehend etwas angespannt. Foto: Jörg Sanders/ArchivDemo oder Radtour? Am Freitag steht die nächste „Critical Mass“ an. Ende 2013 war das Verhältnis zwischen Radlern und Polizei vorübergehend etwas angespannt. Foto: Jörg Sanders/Archiv

Osnabrück. Am Freitag, 26. Juni, ist es wieder soweit. Es ist wieder der letzte Freitag des Monats. Und wieder soll die „Critical Mass“ durch Osnabrück rollen. Die Radfahrer treffen sich um 18 Uhr an der Stadthalle.

„Critical Mass“, eigentlich ein Begriff aus der Kernphysik, ist der Versuch, große Teile des Verkehrsraums nicht ausschließlich den motorisierten Mehrrädern zu überlassen, sondern Teile für Radfahrer und auch Fußgänger zurückzugewinnen. Das Konzept: Man trifft sich mit dem Rad, und dreht eine oder auch mehrere Runden durch die Stadt, um gemeinsam aber unorganisiert auf die eignen Belange aufmerksam zu machen.

Regelkonform zu zweit auf der Fahrbahn

Spannend wird der Aufstand der Radler durch eine kleine Passage in der Straßenverkehrsordnung: „Mehr als 15 Rad fahrende dürfen einen geschlossenen Verband bilden“, heißt es im Paragrafen 27 der STVO. Und für einen solchen Verband gilt ein möglicher Radwegezwang nicht. Stattdessen dürfen die Radfahrer völlig regelkonform zu zweit nebeneinander auf der Fahrbahn fahren. Was die Osnabrücker „Critical Mass“-Teilnehmer in der Regel auch genauso zelebrieren. Zum Ärger einiger Autofahrer. ( Weiterlesen: Zehn Irrtümer zum Thema Radfahrer im Verkehr )

Zufällig und unorganisiert?

Ein anders typisches Kriterium für eine „Critical Mass“ wird in Osnabrück aber nur noch bedingt erfüllt: Eigentlich sollen die Treffen zufällig und unorganisiert wirken, was bei einem frühzeitig per Facebook verbreiteten und feststehenden Serientermin nicht wirklich so rüber kommt. Und damit stellt sich die Frage, ob eine solche verkehrspolitisch motivierte Ausfahrt nicht im Grunde eine Demo ist, die nach Paragraf 14 des Versammlungsgesetzes „spätestens 48 Stunden vor der Bekanntgabe der zuständigen Behörde unter Angabe des Gegenstandes der Versammlung oder des Aufzuges“ angezeigt werden müsste.

Die Polizei sieht es entspannt

Demo oder Radtour? Die Polizei sieht es derzeit recht entspannt. Was möglicherweise daran liegt, dass die Teilnehmerzahl insgesamt überschaubar ist und die Radler sich meist STVO-konform mit einer Spur begnügen.

Und ganz langsam scheinen sich auch immer mehr Autofahrer daran zu gewöhnen, dass die Straße keineswegs nur Ihnen gehört. Schließlich fand die erste „Critical Mass“ in Osnabrück schon im September 2009 statt.


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