Bundesverdienstkreuz „Balu und Du“-Gründerin in Osnabrück ausgezeichnet

OB Wolfgang Griesert überreichte Prof.Hildegard Müller-Kohlenberg das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Foto: Jörn MartensOB Wolfgang Griesert überreichte Prof.Hildegard Müller-Kohlenberg das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Im Friedenssaal des Osnabrücker Rathauses hat Oberbürgermeister Wolfgang Griesert an Hildegard Müller-Kohlenberg das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland überreicht. Die Ehrung bekam die ehemalige Universitätsprofessorin für ihre Verdienste um das deutschlandweite Mentorenprogramm „Balu und Du“.

Das Projekt hatte Müller-Kohlenberg 2002 mit ihrer mittlerweile verstorbenen Kollegin Tilly Bakker-Grunwaldt in Osnabrück gegründet. „Balu und Du“ setzt sich für benachteiligte Grundschulkinder ein. Mentoren – sie werden in Anlehnung an die Dschungelbuch-Geschichte „Balus“ genannt – fördern durch ihre persönliche Zuwendung benachteiligte Kinder mit dem Ziel, dass sie Freude am Lernen entwickeln. „Dadurch sollen sie die Chance ergreifen, die Benachteiligung nicht als unveränderbar hinzunehmen. Nicht das blinkende und brummende Handy, nicht das rasante Internetspiel, nicht die teuren Klamotten – allein Bildung erzeugt die Beschleunigung, um auf der Überholspur andere einzuholen, die bessere Startbedingungen haben“, sagte Griesert in der Laudatio.

Dabei gebe der Verein „Balu und Du“ kein Bildungscurriculum vor, schilderte Hildegard Müller-Kohlenberg einen weiteren Aspekt. „Wir bieten nicht Hausaufgabenhilfe, sondern die Kinder lernen informell, aus den Alltagssituationen heraus.“

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Die „Balus“ sind junge Menschen, die etwa die gymnasiale Oberstufe besuchen oder schon studieren. Sie treffen sich ein Jahr lang einmal pro Woche mit einem Kind („Mogli“). Über ihre Zeit mit den Kindern führen die „Balus“ via Internet ein Tagebuch, das von geschulten Mitarbeitern des Projektes kommentiert und mit Hilfestellungen versehen wird. Die bei den Treffen entstandene Vertrauensbasis zwischen „Balu“ und „Mowgli“ geht oft auch über das eine Jahr hinaus und führt zu langjährigen Freundschaften.

Hildegard Müller-Kohlenberg dankte den zahlreichen regionalen Stiftungen, die die Arbeit des Mentorenprogrammes finanzieren. Die Stadt stellt dem Verein einen Raum in der Teutoburger Schule zur Verfügung, in dem die „Balus“ mit ihren „Moglis“ beispielsweise kochen können.

Hildegard Müller-Kohlenberg gehörte 1981 außerdem zu den Mitbegründern des Autonomen Frauenhauses Osnabrück und arbeitet seit fast 30 Jahren ehrenamtlich im Trägerverein der Einrichtung mit.


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