Radtouren in der Region (12) Von Wellendorf nach Osnabrück: Zwischen Ruhe und Radau



Hilter/Osnabrück. Eine „Sprintstrecke“ mit ein paar Steigungen, eine Mixtur aus Ruhe und Einsamkeit in der Natur und Straßenlärm, das ist die 19 Kilometer lange Radwander-Tour vom Bahnhof Wellendorf nach Osnabrück.

Der Wellendorfer Bahnhof gehört zu den sechs Stationen, die in rund einer Viertelstunde von Osnabrück aus mit der Bahn zu erreichen sind – das Rad kann man mitnehmen. Er gehört damit auch zu den sechs Start/Zielpunkten der „Radfahr-Blüte“, die sich der Realschullehrer Heinz Wüppen ausgedacht hat.

Weiterlesen: Auf dem Weg nach Wellendorf kocht plötzlich die Straße

19 Minuten dauert eine Strecke mit der Bahn, knapp zwei Stunden braucht man für den Rückweg mit dem Rad. Am Bahnhof fährt man in die Richtung, die der Zug gekommen ist. Es geht in Richtung Kloster Oesede. Über die Straße „Im Sutarb“ kommen wir zum Schlochterbach. Wir können jetzt den Schildern des Terra-Trails 13 folgen. Vor der Bachbrücke biegen wir scharf rechts ab auf einen Naturpfad und sind erst einmal ganz allein.

Still ruht der See

Während links der Bach plätschert, liegt rechts still ein See. Zwei Stege ragen ins Wasser hinein. Sie sehen, schief und vermodert, allerdings nicht sehr vertrauenserweckend aus. Und für einen Sprung (oder Sturz) ins Wasser ist es nicht warm genug. Heinz Wüppen zückt den Fotoapparat, um die Gänsefamilie in der Ferne auf den Chip zu bannen. Das gelingt ihm gut, denn aus der Ferne wird schnell ganz nah: Die Gänseschar hofft auf Futter. Wir hoffen, dass Mutter Gans gut gestimmt ist, man weiß ja nie.

Auf dem Terra-Trail 13 geht es weiter den schönen Naturpfad entlang. Weit und breit niemand zu sehen und, außer den Vögeln, zu hören. Oder doch? Die Luft füllt sich mit quäkenden Geräuschen, die mehr werden und lauter. Ein Chor, den wir zunächst gar nicht zuordnen können. Dann liegt vor uns der Mühlenteich. Das Wasser scheint sich zu bewegen, das Wasser scheint zu singen. Ein genauer Blick, und wir wissen Bescheid: Frösche, überall Frösche. Sie drängen sich auf verschiedenen Flecken im Wasser, sie hüpfen hin und her, und vor allem: Sie quaken, was das Zeug hält. Eine Symphonie in hellen, auch schrillen Tönen, die mal aufsteigt und mal abebbt und die bis weit in den Wald hinein zu hören ist. Und bestimmt auch in den wenigen Wohnhäusern, die wir vom See aus sehen können. Heinz Wüppen zückt erneut den Fotoapparat.

Weiter Richtung Oesede

Am See folgen wie nicht dem Terra-Trail 13 nach links Richtung Oesede, sondern halten uns rechts, verlassen für längere Zeit die freie Natur und fahren durch ein Wohngebiet Richtung Harderberg. Wir passieren den Eingang zur Waldbühne und strampeln uns ordentlich ab, um den Berg hochzukommen. Oben geht es wieder links ab, diesmal ein Stück auf der Düte-Tour. Wer eine Pause braucht, kann sie hier auf dem Harderberg machen und den Fernblick bis nach Ibbenbüren genießen. Immer den Radfahrschildern nach geht es durch den Ortsteil Harderberg, wo wir größere und kleinere Häuser und die vielen Trampoline in den Gärten links und rechts liegen lassen. Sport machen wir, auch wenn es nur 19 Kilometer sind, dank der knackigen Steigungen genug.

Am Heideweg verlassen wir die Route und biegen rechts ab Richtung Schölerberg. Über die Brücke der alten B68, immer bergauf, dann lassen wir den Verkehr erst einmal hinter uns und fahren durchs Feld. Noch einmal sind wir noch „unter uns“, dann wir des laut. Wir fahren ein Stück an der Autobahn 30 vorbei. Wer es mag, kann hier fast unmittelbar an der Autobahn stehen bleiben, schauen, was so alles gen Ost und West fährt, und Nummernschilder raten.

Seite an Seite mit Autos

Links ab führt der Radrundweg Osnabrück, auf dem wir die letzten Kilometer nach Hause radeln. Wieder durch Wohngebiete, noch einmal über die kleine Autobahnbrücke nach Nahne. Wer noch einmal wenigstens ein bisschen Natur, so wie am Anfang der Tour, haben möchte, der radelt auf dem „Grünen Finger“ am Schölerberg entlang zurück. Wer hingegen gerne Gesellschaft hat, der bleibt auf der Iburger Straße und fährt Seite an Seite mit Autos und Lastwagen in Richtung Innenstadt.


Tourenbeschreibung nach Heinz Wüppen: Vom Bahnhof Wellendorf links in die Iburger Straße. Nach einem guten Kilometer zweigt rechts „Im Sutarb“ ab, dem wir 1,3 km folgen. Wir biegen dann links auf „Am Piepenbrink“, auf dem wir nach 600 m an die kleine Brücke über den Schlochterbach kommen. Noch vor der Bachbrücke biegen wir rechts auf den Naturpfad, kreuzen die Asphaltstraße („Auf der Insel“) und gelangen bald zum Mühlenteich. Wir nehmen den Weg halb rechts und kommen so auf die befestigte Straße (Bahnhofstraße) und biegen rechts ab. Nach nicht einmal 200 m können wir durch das Gatter links die Schienen überqueren, und geradeaus über die Hauptstraße kommen wir in „Im Tiefen Siek“, rechts liegt die „Waldbühne“. Wir fahren 700 m weiter auf dieser Straße, stets bergan, um dann an den Schild „Lindenbreede 70–80“ rechts abzubiegen, fahren noch steiler bergan, bis wir nach weiteren 700 m auf die eigentliche „Lindenbreede“ kommen. Links geht es (Hinweisschild „Düte-Tour“) noch etwas bergan. Die nächsten Kilometer führen durch Wohnstraßen im Ortsteil Harderberg: Wir folgen den Radfahrschildern über Lindenbreede, Egge, Sanddornstraße und Alte Heerstraße. Doch nach gut 300 m verlassen wir diese Straße, um links in den Heideweg einzubiegen. Nach 400 m biegen wir rechts in „Harderheide“, die bald in die Schulstraße übergeht. Wir kreuzen erst die Ampel und dann per Brücke die alte B68. Es geht einige 100 m beständig bergauf, an Sportanlagen und Schule vorbei, wir umrunden die Kirche. Die Schulstraße geht über in „Obere Bauerschaft“, und schlagartig sind wir wieder in freier Landschaft. Nach einem knappen km kreuzen wir eine Hauptstraße (Alte Rothenfelder Straße) in „Zum Klee“, der nach 800 m beim Hotel Waldesruh auf eine Straße mündet, in die wir links abbiegen. Gleich die nächste geht es links und gleich rechts (Zum Mordsiek/Ellersiek), direkt vor der A30 führen uns die Hinweise nach links (Langenkamp), wir folgen jetzt dem Radrundweg Osnabrück: Schäferskamp, Zum Himmelreich, Nahner Landwehr. Wo diese Straße nach rechts führt, fahren wir geradeaus in „Nahner Landwehr 16+18“ und werden über die kleine Autobahnbrücke nach OS-Nahne geführt. Wir folgen den Schildern OS-Zentrum (jetzt noch 4,4 km) und folgen später der Iburger Straße oder dem „Grünen Finger“ am Schölerberg entlang zum Riedenbach.

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