Wer möchte ein Unfallopfer spielen? Ein Jahr Osnabrücker Jugendrotkreuz

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Osnabrück. Seit einem Jahr hat das Osnabrücker Rote Kreuz eine Jugendabteilung. In den ersten zwölf Monaten hat sich bereits viel getan: Es gibt eine gut besuchte Gruppenstunde, ein großes Zeltlager auch für Nichtmitglieder steht an – und einige Jugendliche machen die ersten Erfahrungen als Notfalldarsteller.

Für empfindliche Gemüter klingt die Ausgangssituation schon mehr als gewöhnungsbedürftig: „Du warst mit deinen drei Freunden im Wald unterwegs. Um Deine Freunde zu beeindrucken, bist Du auf einen Hochsitz geklettert, abgerutscht, heruntergefallen und hast Dir so Deine Verletzungen zugezogen.“ Diese Konstellation hat die frisch gegründete Notfalldarsteller-Gruppe des Osnabrücker Jugendrotkreuzes vor einiger Zeit am Himmelfahrt-Wochenende genutzt, um für die Bereitschaft des DRK-Kreisverbandes Osnabrück-Stadt eine realistische Übung zu organisieren.

„Wenn man das mal gemacht hat, kann man sich viel besser in die Rolle eines Unfallopfers einfühlen“, sagt Paul Schneiderle. Der Elftklässler ist seit einigen Jahren im Osnabrücker Roten Kreuz aktiv, hat vor einem Jahr die Gründung der ersten städtischen Jugendrotkreuz-Gruppe mitinitiiert und ist jetzt deren stellvertretender Leiter.

Schwere Verletzungen durch fiktiven Sturz vom Hochsitz

Innerhalb dieser Gruppe ist jetzt eine kleine Notfalldarsteller-Gruppe entstanden. Notfalldarstellung heißt, dass Menschen ein Unfallopfer mimen, und zwar so realistisch wie möglich. Dazu gehört natürlich auch, dass Verletzungen aufgeschminkt und möglichst glaubhaft gespielt werden. Für die Darsteller und Schminker des Jugendrotkreuzes gab es an Christi Himmelfahrt eine Menge zu tun, denn laut Drehbuch hatten sie sich beim Sturz vom Hochsitz folgende Verletzungen zugezogen: „Eine offene Unterschenkelfraktur, ein Schädelbasisbruch und mehrere kleine Wunden.“

Bislang besteht die Notfalldarsteller-Gruppe aus einer Handvoll Mitglieder. Laut Paul Schneiderle würden sich die Jugendrotkreuzler aber über Verstärkung sehr freuen.

Gruppenstunde an jedem Freitag um 17 Uhr

Dasselbe gilt auch für die Jugendgruppe, die Paul Schneiderle gemeinsam mit Leon Prummer und Sophie Wiehemeyer leitet. Fünf bis sechs Kinder und Jugendliche kommen jeden Freitag um 17 Uhr in die Mercatorstraße zur Gruppenstunde.

„An unseren Freitagen erleben Kinder viel: von der Besichtigung eines Rettungswagens über das Anlegen von Verbänden bis hin zu Gesellschaftsspielen. Kinder und Jugendliche können ihre Freizeit bei uns sinnvoll verbringen“, sagt Mathias Haruppa, der Leiter des Osnabrücker Jugendrotkreuzes. „Sobald sie einen Erste-Hilfe-Schein gemacht, dürfen unsere Jugendlichen auch bei der Bereitschaft hospitieren“, ergänzt Paul Schneiderle.

Zeltlager auch für Nicht-Mitglieder

Unabhängig von Ausbildung in Erster Hilfe und auch von der Mitgliedschaft im DRK lädt das städtische Jugendrotkreuz ein Jahr nach der Gründung Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 6 bis 27 ins Zeltlager ein . Dieses findet vom 27. Juli bis zum 2. August in Vlotho statt, auf dem Programm stehen unter anderem Geocaching, eine Nachtwanderung und auch das Erlernen der Ersten Hilfe. Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite jugendrotkreuz-osnabrueck-stadt.de .


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