Vorstandswahl erneut vertagt Streit um Satzung spaltet FDP im Landkreis Osnabrück

Von Franz-Josef Raders


Osnabrück. Ein Generationenwechsel an der Spitze des FDP-Kreisverbandes im Landkreis Osnabrück wird in diesem Jahr überraschend nicht mehr stattfinden. Wegen des Streits um eine Satzungsreform werden die bereits vor vier Wochen auf diesen Freitag verschobenen Vorstandswahlen erneut vertagt: auf April nächsten Jahres.

Ursprünglich war – zumindest von Teilen der FDP-Führung im Landkreis – geplant, Mitte vergangenen April den 31-jährigen Matthias Seestern-Pauly aus Bad Iburg vorzeitig zum Nachfolger des Kreisvorsitzenden Rainer Voßgröne (47) aus Belm zu wählen . Voßgröne sollte einen der Stellvertreterposten im FDP-Kreisvorstand übernehmen. „Das ist einvernehmlich so vereinbart worden“, hatte der designierte Parteichef aus Bad Iburg vor gut zwei Monaten erklärt.

Neben dem personellen Neuanfang waren auch Satzungsänderungen geplant, mit denen der Vorstand in seiner Zusammensetzung und den Funktionen neu zugeschnitten werden sollte. Das Führungsteam mit einem Vorsitzenden, drei Stellvertretern, einem Schatzmeister und einem Schriftführer sollte ersetzt werden durch einen Vorsitzenden und vier Stellvertreter mit klar umrissenen Aufgabenprofilen: Programmatik, Organisation, Finanzen sowie Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

Daraus wird vorerst nichts. Zumindest zwei der elf FDP-Ortsverbände haben sich nach den Worten von Rainer Voßgröne gegen die geplante Satzungsänderung ausgesprochen. Dabei gehe es insbesondere um den Verzicht auf einen Schatzmeister. Bei einem Treffen am Samstag habe er vergeblich versucht, die Angelegenheit gütlich zu regeln, erklärte der FDP-Kreisvorsitzende am Mittwoch. Deshalb hat Voßgröne auch in Abstimmung mit dem Landesvorstand die Entscheidung auf April nächsten Jahres vertagt. Bis dahin soll eine noch zu bildende Satzungskommission Klarheit schaffen.

Zu den beiden kritischen Ortsverbänden zählt auch Bissendorf. Dessen Vorsitzende Monika Feil will auf keinen Fall auf einen Schatzmeister verzichten: „Der Finanzbereich ist viel zu wichtig, damit steht und fällt ein Verband.“ Aber auch andere Teile der neuen, ausgeweiteten und „unübersichtlichen Satzung“ hätten noch nicht ausreichend gesichtet und diskutiert werden können. „Wir müssen das doch nicht übers Knie brechen“, warnt die Bissendorfer FDP-Vorsitzende und stellt den Initiatoren kein gutes Zeugnis aus: „Aus meiner Sicht sind die Hausaufgaben nicht gemacht worden“. Zumindest etwas distanziert steht Feil offenbar auch zur Kandidatur Seestern-Paulys als FDP-Parteichef im Landkreis: „Dazu will ich mich nicht äußern“.

Ebenfalls verbal eher zugeknöpft reagierte am Mittwoch Matthias Seestern-Pauly. Den für Freitag geplanten Parteitag habe der Vorsitzende Rainer Voßgröne in eigener Verantwortung abgesagt.