Aktion vor dem Generalvikariat Osnabrücker Schüler knüpfen Kette aus 8000 Plastiktüten

Von Sebastian Stricker

Klimabotschafter der Ursulaschule Osnabrück haben eine Kette aus 8000 Plastiktüten geknüpft. Damit wollen sie jetzt das Generalvikariat einwickeln. Anschließend sollen daraus haltbare Taschen gefertigt werden. Foto: Ursulaschule OsnabrückKlimabotschafter der Ursulaschule Osnabrück haben eine Kette aus 8000 Plastiktüten geknüpft. Damit wollen sie jetzt das Generalvikariat einwickeln. Anschließend sollen daraus haltbare Taschen gefertigt werden. Foto: Ursulaschule Osnabrück

Osnabrück. Jetzt wird sogar der Bischof eingewickelt: Klimabotschafter der Ursulaschule Osnabrück haben eine Kette aus 8000 Plastiktüten geknüpft, die sie am Samstag, 13. Juni, um das Generalvikariat legen wollen. Die Aktion soll auf ihr Ziel aufmerksam machen, die Stadt bis Ende 2017 von Plastiktüten zu befreien.

Wochenlang haben die Schüler des bischöflichen Gymnasiums und 13 anderer Schulen Plastiktüten gesammelt, die ungenutzt in Osnabrücker Haushalten schlummerten. 8000 Stück kamen so zusammen. Fast jede fünfte Plastiktüte steuerte das Gymnasium „In der Wüste“ bei. Sie wird dafür mit einem Pokal geehrt.

Taschen herstellen

Aus den Plastiktüten sollen dauerhaft haltbare Taschen hergestellt werden. Dazu werden sie zunächst von dem Unternehmen Polycore (Bohmte) granuliert, dann in den Laboren der Hochschule Osnabrück zu Kunststoffbahnen gepresst. Die Heilpädagogische Hilfe Osnabrück verarbeitet die Einzelteile schließlich zu fertigen Taschen.

„So können wir Plastiktüten, die ansonsten auf dem Müll landen und großen Schaden in der Natur anrichten, in den Kreislauf zurückführen“, erklärt Lehrer Tobias Romberg, der die Klimabotschafter-AG an der Ursulaschule betreut. Etwa 10 bis 20 alte Plastiktüten würden für eine neue, haltbare Tasche benötigt. Geplant sei für den Anfang eine „kleine Serie“.

Zeichen setzen

Vor dieser Verwertung wollen die 13- bis 15-jährigen Umweltaktivisten aber noch ein Zeichen setzen: Am Samstag, 13. Juni, legen sie dazu eine Kette um die Bischöfliche Kanzlei (Hasestraße 40a), die aus den 8000 gesammelten Plastiktüten besteht. Die Aktion dauert von 11 bis 15 Uhr. Alle Osnabrücker seien aufgerufen, ihre ungenutzten Plastiktüten ebenfalls an die Kette der Klimabotschafter zu knoten, heißt es in einer Mitteilung.

Ziel ist es, die Stadt bis Ende 2017 plastiktütenfrei zu bekommen. Um das zu erreichen, haben die Ursulaschüler beispielsweise schon Jutebeutel verschenkt und grüne Tonnen („Sammelmonster“) aufgestellt. Erst vor wenigen Tagen zeichneten sie gemeinsam mit dem Schirmherrn ihres Projekts, Osnabrücks Oberbürgermeister Wolfgang Griesert, fünf Geschäfte mit dem Emblem „Plastiktütenfreies Geschäft“ aus.


An der Plastiktüten-Sammelaktion der Ursulaschule Osnabrück haben sich bislang folgende Schulen beteiligt: Gymnasium „In der Wüste“, Domschule, Gesamtschule Schinkel, Drei-Religionen-Grundschule, Montessori-Schule, Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium, Grundschule Hasbergen, Grundschule Haste, Gesamtschule Eversburg, Graf-Stauffenberg-Gymnasium, IGS Eversburg, Ratsgymnasium und Carolinum.