„Ministerin greift zum Holzhammer“ Kritik aus Osnabrück an Zerschlagung des Nifbe-Instituts

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Was wird aus dem Niedersächsischen Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung (nifbe)? Foto: Hermann PentermannWas wird aus dem Niedersächsischen Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung (nifbe)? Foto: Hermann Pentermann

Osnabrück. Der Osnabrücker CDU-Landtagsabgeordnete Burkhard Jasper hat die von der Regierung Weil geplante Zerschlagung des Niedersächsischen Instituts für frühkindliche Bildung und Entwicklung (Nifbe) heftig kritisiert.

„Rot-Grün zerstört ohne Not ein deutschlandweit einmaliges Forschungsinstitut. Von der Verknüpfung von Theorie an der Universität Osnabrück und Praxis in unseren Kitas haben alle Beteiligten profitiert. Eine Weiterentwicklung des Nifbe wäre auch möglich gewesen, ohne gleich alle Strukturen aufzulösen“, sagte Jasper im Anschluss an eine Unterrichtung des Wissenschaftsausschusses durch Ministeriums . In der Unterrichtung zu einem von der CDU eingebrachten Entschließungsantrag hatte das Ministerium dargestellt, dass künftig Teile der Nifbe-Arbeit über Mittel aus der Volkswagen-Stiftung (VW-Vorab) finanziert werden und die bestehenden regionalen Netzwerke durch eine „Konferenz“ ersetzt werden sollen. Jasper wies darauf hin, dass sich Wissenschaftsministerin Heinen-Kljajic damit über die fachkundigen Empfehlungen der Wissenschaftlichen Kommission Niedersachsen (WKN) hinwegsetzt.

„Statt gemeinsam mit den Beteiligten Wege der inhaltlichen Fortführung im Sinne der WKN-Gutachter zu entwickeln, greift die Wissenschaftsministerin zum Holzhammer. Wie es finanziell weitergehen soll, ist sowohl für die Forschung als auch für die Vernetzung in die Fläche unklar. Der Weg über das VW-Vorab könnte wie ein Tod auf Raten für das Nifbe wirken, wenn die Fördermittel nicht in beständiger Form fließen“, so Jasper. Der CDU-Abgeordnete kritisierte weiter, dass nicht nur die wichtigen Netzwerke für die Praxisanwendung in der Fläche zerschlagen werden sollen, sondern auch die wissenschaftliche Arbeit des Instituts in Osnabrück nachhaltig geschwächt werde. „Womöglich steht dahinter eine Kürzungsauflage des Kabinetts an das Wissenschaftsministerium. Bildung und Bildungsforschung haben in Niedersachsen keine Priorität mehr“, sagte Jasper. „Dabei könnte die wissenschaftliche Begleitung wichtiger Zukunftsthemen der frühkindlichen Bildung wie interkulturelle Bildung oder Inklusion auf der Strecke bleiben.“

Die CDU-Abgeordneten haben in der Sitzung des Wissenschaftsausschusses durchgesetzt, dass noch vor der Sommerpause des Landtags die Wissenschaftliche Kommission Niedersachsen und Vertreter des Nifbe zur Anhörung in den Ausschuss eingeladen werden.

Der forschungspolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Ottmar von Holtz, verteidigte die Entscheidung, Nifbe umzustrukturieren. „Die erfolgreiche Arbeit in Forschung und Transfer der frühkindlichen Bildung und Entwicklung wird fortgesetzt und weiterentwickelt. Mittel, die bisher zu einem großen Teil für Strukturen und Organisation aufgewendet wurden, werden in Forschung und Wissenstransfer fließen“, heißt es in einer Mitteilung des Landtagsabgeordneten. Neue Strukturen würden den bisherigen Koordinierungsaufwand verringern. Zukünftig stünden mehr Mittel für Qualifizierungsangebote in der Fläche zur Verfügung.


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